BGBl. I Nr. 34/2006
Umweltrechtsanpassungsgesetz 2005
Bundesgesetz, mit dem das Personenkraftwagen-Verbraucherinformationsgesetz, das Abfallwirtschaftsgesetz 2002, das Emissionszertifikategesetz und das Immissionsschutzgesetz-Luft geändert werden (Umweltrechtsanpassungsgesetz 2005)
Änderungen durch diese Kundmachung
Anl. 6geändertZ 2 lit a, lit b, lit c, lit d, lit e, lit f, Z 3 (neu), Z 4 (neu), Z 6, Z 7 (neu), Z 8 (neu), Text, lit a, lit b, Schlussteil (neu), lit c (neu), Überschrift (neu) · umnummeriert: Z 5
… 5 unveränderte Absätze
Anhang 6
Stoffliste betreffend die Beherrschung der Gefahren bei schweren
Unfällen
Einleitung
1. Die für die Anwendung des § 59 zu berücksichtigenden Mengen sind Höchstmengen, die nach den technischen Möglichkeiten eines Betriebs vorhanden sein können; die in Teil 1 und 2 genannten Mengen gelten pro Betrieb. Mengen bis zu 2% der jeweiligen Mengenschwelle können unbeschadet des § 84c Abs. 5 GewO 1994 unberücksichtigt bleiben, wenn sie auf Grund ihrer Verwahrung oder des Abstandes zu anderen Betriebsteilen nicht als Auslöser eines schweren Unfalles in Frage kommen.
2. Ein Betrieb fällt unter die Bestimmungen des § 59, wenn
a) eine Mengenschwelle nach Teil 1 überschritten erreicht wird;
b) eine Mengenschwelle nach Teil 2 überschritten erreicht wird;
c) ein eine in Teil 1 genannter Stoff/eine Zubereitung die genannte Mengenschwelle nicht überschreitet erreicht wird, jedoch im Betrieb auch Stoffe und Zubereitungen der gleichen Kategorie nach Teil 2 vorhanden sind und sich nach der Additionsregel (Z 3 dieser Einleitung) eine Mengenschwellenüberschreitung ergibt;
d) eine in Teil 2 genannte Mengenschwelle nicht erreicht wird, jedoch im Betrieb Stoffe und Zubereitungen nach Teil 1 Z 1, 2, 10 und 11 2 jeweils unterhalb der Mengenschwellen von Teil 2 vorhanden sind und sich für diese gemeinsam nach der Additionsregel (Z 3 dieser Einleitung) eine Mengenschwellenüberschreitung ergibt;
e) eine in Teil 2 genannte Mengenschwelle nicht erreicht wird, jedoch im Betrieb Stoffe und Zubereitungen nach Teil 1 Z 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 jeweils unterhalb der Mengenschwellen von Teil 2 vorhanden sind und sich für diese gemeinsam nach der Additionsregel (Z 3 dieser Einleitung) eine Mengenschwellenüberschreitung ergibt.;
3. In Anwendung von Z 2 lit. c, d, e und f dieser Einleitung sind die Quotienten aus den Einzelmengen an Stoffen/an Zubereitungen nach Teil 1 oder 2 mit den entsprechenden Mengenschwellen zu bilden. Ein Betrieb fällt unter die Bestimmungen des § 59, wenn die Summe dieser Quotienten eine Zahl ergibt, die gleich oder größer als die Zahl 1 ist.
4. Bei Stoffen und Zubereitungen mit Eigenschaften, die zu mehr als einer Einstufung Anlass geben, gilt der jeweils niedrigste Schwellenwert.
7. Auf Stoffe und Zubereitungen, welche nicht dem Chemikaliengesetz unterliegen (zB Abfall), aber dennoch in einem Betrieb vorhanden sind oder vorhanden sein können und unter den im Betrieb angetroffenen Bedingungen hinsichtlich ihres Potenzials für einen schweren Unfall gleichwertige Eigenschaften besitzen oder besitzen können, ist Anhang B der Chemikalienverordnung 1999, BGBl. II Nr. 81/2000, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 186/2002, sinngemäß anzuwenden. Für die Einstufung explosionsgefährlicher Stoffe nach Z 4 und 5 des Teils 2 gilt der zweite und dritte Satz der Z 6 dieser Einleitung.
8. Im Sinne dieses Anhangs wird als Gas jeder Stoff bezeichnet, der bei einer Temperatur von 20 °C einen absoluten Dampfdruck von mindestens 101,3 kPa hat. Im Sinne dieses Anhangs wird als Flüssigkeit jeder Stoff bezeichnet, der nicht als Gas definiert ist und sich bei einer Temperatur von 20 °C und einem Standarddruck von 101,3 kPa nicht im festen Zustand befindet.
Teil 1
Namentlich genannte Stoffe und Zubereitungen
____________________________________________________________________
Ziffer Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3
_____________________________________________________________
_____________________________
§ 84a Abs. 2 § 84a Abs. 2
Z 1 GewO 1994 Z 2 GewO 1994
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
2.1 Kaliumnitrat *5) 5 Brom 20 000 10 000
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
arsenige Säure und ihre Salze 0,1 0,1
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
6 Chlor 10 Formaldehyd (C = 90%) 5 50 25
____________________________________________________________________
(Nickelmonoxid, Nickeldioxid,
Nickelsulfid, Trinickel-disulfid,
Dinickeltrioxid)
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
Erdgas
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
und seine Salze, pulverförmig
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
____________________________________________________________________
25 Phosphortrihydrid (Phosphin) 0,2 1
____________________________________________________________________
26 Schwefeldichlorid 1 1
____________________________________________________________________
27 Schwefeltrioxid 15 75
____________________________________________________________________
28 Polychlordibenzofurane und 0,001 0,001
Polychlordibenzodioxine, in
TCDD-Äquivalenten berechnet *3 *7) 0,001
____________________________________________________________________
29 Folgende kanzerogene krebserzeugende Stoffe: bei 0,5 2
seine Salze, Bis(chlormethyl)ether,
Dimethylsulfat,
Dimethylcarbamoylchlorid,
Hydrazin, 2-Naphthylamin und seine oder
____________________________________________________________________
30 Benzine (Ottokraftstoffe Erdölerzeugnisse: 2 500 25 000
a) Ottokraftstoffe und andere Benzine mit Naphtha
Turbinenkraftstoffe
c) Gasöle (Dieselkraftstoffe,
Heizöle und Gasölmischströme)
*8)
____________________________________________________________________
a) gewichtsmäßig zwischen 15,75% und 24,5% beträgt und die entweder insgesamt höchstens 0,4% brennbaren organischen Materials enthalten oder die Anforderungen des Anhangs III der Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 über Düngemittel, ABl. Nr. L 301 vom 21.11.2003 S. 1 erfüllen,
b) gewichtsmäßig höchstens 15,75% beträgt und brennbares organisches Material keiner Begrenzung unterliegt,
und die nach der Trogprüfung der Vereinten Nationen zu einer selbstunterhaltenden Zersetzung fähig sind.
Ein von Ammoniumnitrat abgeleiteter Stickstoffgehalt von gewichtsmäßig 15,75% entspricht 45% Ammoniumnitrat. Ein von Ammoniumnitrat abgeleiteter Stickstoffgehalt von gewichtsmäßig 24,5% entspricht 70% Ammoniumnitrat.
Die Trogprüfung („trough test“ nach „United Nations Recommendations on the Transport of Dangerous Goods: Manual of Tests and Criteria“, Teil III Abschnitt 38.2) wird auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit zur Verfügung gestellt. *2) Gilt für reine Ammoniumnitrat-Düngemittel und für Ammoniumnitrat-Mischdünger/Volldünger, bei denen der von Ammoniumnitrat abgeleitete Stickstoffgehalt
a) gewichtsmäßig größer als 24,5% ist, ausgenommen Mischungen von Ammoniumnitrat und Dolomit, Kalkstein oder Caliumcarbonat mit einem Reinheitsgrad von mindestens 90%,
b) bei Mischungen von Ammoniumnitrat und Ammoniumsulfat gewichtsmäßig größer als 15,75% ist,
c) bei Mischungen von Ammoniumnitrat und Dolomit, Kalkstein oder Calciumcarbonat mit einem Reinheitsgrad von mindestens 90% gewichtsmäßig größer als 28% ist,
und welche die Anforderungen des Anhangs III der Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 über Düngemittel erfüllen.
Ein von Ammoniumnitrat abgeleiteter Stickstoffgehalt von
gewichtsmäßig 28% entspricht 80% Ammoniumnitrat.
*3) Gilt für
a) Ammoniumnitrat in technischer Qualität, dh. für Ammoniumnitrat und Zubereitungen aus Ammoniumnitrat, bei denen der von Ammoniumnitrat abgeleitete Stickstoffgehalt
– gewichtsmäßig zwischen 24,5% und 28% beträgt und die
höchstens 0,4% brennbarer Stoffe enthalten,
– gewichtsmäßig größer als 28% ist und die höchstens 0,2%
brennbarer Stoffe enthalten,
b) wässrige Lösungen von Ammoniumnitrat, bei denen die Konzentration von Ammoniumnitrat gewichtsmäßig größer als 80% ist.
*4) Gilt für nicht spezifikationsgerechtes Material und Düngemittel, die den Detonationstest nicht bestehen; diese Gruppe umfasst
a) zurückgewiesenes Material aus dem Produktionsprozess und für Ammoniumnitrat und Zubereitungen von Ammoniumnitrat, reine Ammoniumnitrat-Düngemittel und Ammoniumnitrat-Mischdünger/Volldünger gemäß den Anmerkungen zu
Z 1.2 und 1.3, die vom Endverbraucher an einen Hersteller, an einen Inhaber einer Anlage zur vorübergehenden Lagerung oder einer Wiederaufbereitungsanlage zum Zwecke der Aufarbeitung, der Wiederaufbereitung oder der Behandlung zur sicheren Verwendung zurückgegeben werden oder wurden, weil sie die Anforderungen der Z 1.2 und 1.3 nicht mehr erfüllen,
b) Düngemittel gemäß den Anmerkungen zu Z 1.1 und 1.2, welche die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 über Düngemittel nicht erfüllen.
*5) Gilt für Mehrnährstoffdünger auf der Basis von Kaliumnitrat mit Kaliumnitrat in geprillter oder granulierter Form.
*6) Gilt für Mehrnährstoffdünger auf der Basis von Kaliumnitrat mit Kaliumnitrat in kristalliner Form.
*7) Die Berechnung der Äquivalenzfaktoren für PCDD und PCDF hat nach dem § 3 Abs. 7 der Luftreinhalteverordnung für Kesselanlagen 1989 – LRV-K 1989, BGBl. Nr. 19, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 55/2005 zu erfolgen.
*8) Brennbare Flüssigkeiten gemäß UN/ADR-Nr. 1202.
Teil 2
Kategorien von namentlich nicht in Teil 1 genannten Stoffen und
Zubereitungen
____________________________________________________________________
Ziffer Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3
_____________________________________________________________
_____________________________
§ 84a Abs. 2 § 84a Abs. 2
Z 1 GewO 1994 Z 2 GewO 1994
____________________________________________________________________
1 Sehr sehr giftig 5 20
____________________________________________________________________
2 Giftig giftig 50 200
____________________________________________________________________
3 Brandfördernd brandfördernd 50 200
____________________________________________________________________
4 Explosionsgefährlich explosionsgefährlich *1) 50 200
____________________________________________________________________
5 Explosionsgefährlich explosionsgefährlich 1) 10 50
(Gefahrenhinweis R 3) 10 50UN/ADR – Klassen 1.1, 1.2,
1.3, 1.5, 1.6 oder
Gefahrenhinweise R 2 oder R 3)
____________________________________________________________________
6 Entzündlich *5 entzündlich *2) 5 000 50 000
____________________________________________________________________
7 leicht entzündlich *3) 50 200
____________________________________________________________________
8 leicht entzündlich *4) 5 000 50 000
____________________________________________________________________
9 Hochentzündlich hochentzündliche Gase und
____________________________________________________________________
10 Umweltgefährlich umweltgefährlich (Gefahrenhinweis 100 200
____________________________________________________________________
11 Umweltgefährlich umweltgefährlich (Gefahrenhinweis
____________________________________________________________________
12 Stoffe mit Einstufung mit
Gefahrenhinweis R 14 oder R 14/15,
____________________________________________________________________
13 Stoffe mit der Einstufung R 29, soweit
____________________________________________________________________