Rechtstracker.at

BGBl. II Nr. 332/2019

kundgemacht 18.11.2019 RIS↗
Änderung der Verordnung über die allgemeine Begrenzung von Abwasseremissionen in Fließgewässer und öffentliche Kanalisationen, der Indirekteinleiterverordnung und der Methodenverordnung Wasser
Verordnung der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, mit der die Verordnung über die allgemeine Begrenzung von Abwasseremissionen in Fließgewässer und öffentliche Kanalisationen, die Indirekteinleiterverordnung und die Methodenverordnung Wasser geändert werden
Kundmachung BGBl. II Nr. 332/2019× zu ××

Änderungen durch diese Kundmachung

Allgemeine Abwasseremissionsverordnung (AAEV) 14 § 0↗RIS↗
Anl. 1geändertTabelle, lit d (neu), lit g (neu) · umnummeriert: lit e, lit f
in Kraft 24.05.2019 – 18.11.2019 · idF BGBl. II Nr. 128/2019 · danach: BGBl. II Nr. 332/2019 Anl. 1↗RIS↗
in Kraft ab 19.11.2019 · idF BGBl. II Nr. 332/2019 Anl. 1↗RIS↗
ANLAGE A
Emissionsbegrenzungen gemäß § 4
I.
Anforderungen an Einleitungen in ein Fließgewässer
II.
Anforderungen an Einleitungen in eine öffentliche Kanalisation
A.1 Allgemeine Parameter
1.
Temperatur
30 °C
35 °C
2.
Toxizität
2.1
Algentoxizität GA
a)
–
2.2
Bakterientoxizität GL
a)
–
2.3
Daphnientoxizität GD
a)
–
2.4
Fischeitoxizität GF,Ei
< 2
b)
–
2.5
Beeinträchtigung der biologischen Abbauvorgänge
–
c)
3.
Abfiltrierbare Stoffe
30 mg/l
50 mg/l bei betrieblichen Abwässern mit vorwiegend ungelösten anorganischen Stoffen
keine Beeinträchtigungen des Betriebes von Kanalisations- und Abwasserreinigungsanlagen
4.
Absetzbare Stoffe
0,3 ml/l
10 ml/l oder keine den Kanalisationsbetrieb beeinträchtigende Ablagerungen
5.
pH-Wert
6,5–8,5
6,5–9,5 6,5 – 9,5 d)
A.2 Anorganische Parameter
6.
Aluminium
ber. als Al
2 mg/l
durch absetzbare Stoffe begrenzt
7.
Arsen
ber. als As
0,1 mg/l
0,1 mg/l
8.
Barium
ber. als Ba
5 mg/l
5 mg/l
9.
Blei
ber. als Pb
0,5 mg/l
0,5 mg/l
10.
Cadmium
ber. als Cd
0,1 mg/l
0,1 mg/l
11.
Chrom-gesamt
ber. als Cr
0,5 mg/l
0,5 mg/l
12.
Chrom-VI
ber. als Cr
0,1 mg/l
0,1 mg/l
13.
Cobalt
ber. als Co
1,0 mg/l
1,0 mg/l
14.
Eisen
ber. als Fe
2,0 mg/l
durch absetzbare Stoffe begrenzt
15.
Kupfer
ber. als Cu
0,5 mg/l
0,5 mg/l
16.
Nickel
ber. als Ni
0,5 mg/l
0,5 mg/l
17.
Quecksilber
ber. als Hg
0,01 mg/l
0,01 mg/l
18.
Silber
ber. als Ag
0,1 mg/l
0,1 mg/l
19.
Zink
ber. als Zn
2,0 mg/l
2,0 mg/l
20.
Zinn
ber. als Sn
2,0 mg/l
2,0 mg/l
21.
Freies Chlor
ber. als Cl2
0,2 mg/l
0,2 mg/l
22.
Gesamtchlor
ber. als Cl2
0,4 mg/l
0,4 mg/l
23.
Ammonium
ber. als N
10 mg/l
d e)
24.
Chlorid
ber. als Cl
durch GA, GD oder GF begrenzt
–
25.
Cyanid, leicht freisetzbar
ber. als CN
0,1 mg/l
0,1 mg/l
26.
Fluorid
ber. als F
10 mg/l
20 mg/l
27.
Nitrat
ber. als N
a)
–
28.
Nitrit
ber. als N
1,0 mg/l
10 mg/l
29.
Gesamt-Phosphor
ber. als P
2 mg/l
e f)
–
30.
Sulfat
ber. als SO4
a)
200 mg/l, aa)
31.
Sulfid
ber. als S
0,1 mg/l
1,0 mg/l
32.
Sulfit
ber. als SO3
1,0 mg/l
10 mg/l
A.3 Organische Parameter
33.
Ges. org. geb. Kohlenstoff, TOC
ber. als C
25 mg/l
–
34.
Chem. Sauerstoffbedarf, CSB
ber. als O2
75 mg/l
–
35.
Biochem. Sauerstoffbedarf, BSB5
ber. als O2
20 mg/l
–
36.
Adsorb. org. geb. Halogene, (AOX)
ber. als Cl
0,5 mg/l
0,5 mg/l
37.
Schwerflüchtige lipophile Stoffe
20 mg/l
100 mg/l g)
38.
Kohlenwasserstoff-Index
10 mg/l
20 mg/l
39.
Ausblasbare org. geb. Halogene (POX),
ber. als Cl
0,1 mg/l
0,1 mg/l
40.
Phenolindex
ber. als Phenol
0,1 mg/l
10 mg/l
41.
Summe anion. und nichtion Tenside
1,0 mg/l
keine nachteilige Beeinflussung des Kanal- und Klärbetriebes
42.
Summe d. flücht. aromat. Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol und Xylole (BTX)
0,1 mg/l
0,1 mg/l
a) Im Bedarfsfall festlegen.
… 5 unveränderte Absätze
aa) Im Einzelfall sind je nach Baustoffen und Mischungsverhältnissen im Kanal höhere Werte zulässig (technische Norm betreffend „Ausführung von Kanalanlagen“ gemäß Anlage A Abschnitt IV der MVW).
b) Im Rahmen der Fremdüberwachung gemäß § 7 Abs. 3 bei begründetem Verdacht oder konkretem Hinweis der fließgewässerschädigenden Wirkung einer Abwassereinleitung, nicht jedoch im Rahmen der Eigenüberwachung gemäß § 7 Abs. 2 einzusetzen.
c) Eine Abwassereinleitung in eine öffentliche Kanalisation darf keine Beeinträchtigungen der biologischen Abbauvorgänge in der öffentlichen Abwasserreinigungsanlage hervorrufen. Eine Beeinträchtigung biologischer Abbauvorgänge ist gegeben, wenn
1. das Abwasser im Sauerstoffverbrauchshemmtest nach der Methode betreffend „Toxizität – Hemmung des Sauerstoffverbrauchs“ gemäß Anlage A Abschnitt II der MVW eine Hemmung des Sauerstoffverbrauches von größer als 50% aufweist oder
2. das Abwasser im Nitrifikationshemmtest nach der Methode betreffend „Toxizität – Hemmung der Nitrifikation“ gemäß Anlage A Abschnitt II der MVW eine Hemmung der Nitrifikationsvorgänge von größer als 50% aufweist.
Liegt bei einem Versuch gemäß Z 1 oder 2 das Versuchsergebnis unter dem jeweils genannten Kriterium, ohne daß der Verdacht der Beeinträchtigung der biologischen Abbauvorgänge in der Abwasserreinigungsanlage ausgeräumt werden kann, so ist mittels Bestätigungstest das Ergebnis des Versuches gemäß Z 1 oder 2 abzusichern. Die Einzelheiten dieses Bestätigungstestes sind von der Wasserrechtsbehörde unter Berücksichtigung der Gegebenheiten der Abwassereinleitung derart festzulegen, daß Aussagen über die langfristige Beeinträchtigung des Abbauvermögens und der Wachstumsverhältnisse der von der Einleitung betroffenen Biozönose der öffentlichen Abwasserreinigungsanlage gewonnen werden können.
d) Für Anwendungen, insbesondere im Gastgewerbe, wo unter Berücksichtigung der Kriterien des § 12a WRG 1959 Schwerkraft-Fettabscheider als Hauptreinigungsschritt den Stand der Technik darstellen, ist im Einzelfall nach Zustimmung des Kanalisationsunternehmens eine Erweiterung des Emissionsbereiches auf 5,0-9,5 zulässig.
d e) Im Einzelfall bei Gefahr von Geruchsbelästigungen oder bei Korrosionsgefahr für zementgebundene Werkstoffe im Kanalisations- und Kläranlagenbereich (technische Norm betreffend „Ausführung von Kanalanlagen“ gemäß Anlage A Abschnitt IV der MVW) festlegen.
e f) Im Einzugsgebiet von nationalen oder internationalen Seen ist die Anforderung auf wenigstens 1 mg/l zu verschärfen.
g) Für Anwendungen, insbesondere im Gastgewerbe, wo unter Berücksichtigung der Kriterien des § 12a WRG 1959 Schwerkraft-Fettabscheider als Hauptreinigungsschritt den Stand der Technik darstellen, ist eine Emissionsbegrenzung von 200 mg/l zulässig.
Schlagworte
Kanalisationsreinigungsanlage, Kanalbetrieb, Kanalisationsbereich