BGBl. II Nr. 379/2020
Pädagogikpaket-Anpassungsverordnung 2020 II
Verordnung des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung, mit der die Verordnung über die Lehrpläne der Volksschule und der Sonderschulen, die Verordnung der Lehrpläne der Neuen Mittelschulen, die Verordnung über die Lehrpläne der Hauptschulen sowie die Verordnung über die Lehrpläne für Minderheiten-Volksschulen und für den Unterricht in Minderheitensprachen in Volks- und Hauptschulen in den Bundesländern Burgenland und Kärnten geändert werden (Pädagogikpaket-Anpassungsverordnung 2020 II)
Änderungen durch diese Kundmachung
Lehrpläne für Minderheiten-Volksschulen und für den Unterricht in Minderheitensprachen in Volksschulen in den Bundesländern Burgenland und Kärnten
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§ 0↗RIS↗
Anl. 3geändertZ 3, Tabelle
… 16 unveränderte Absätze
Anlage 3
LEHRPLAN DER VOLKSSCHULEN (VOLKSSCHULKLASSEN) MIT UNGARISCHER ODER MIT UNGARISCHER UND DEUTSCHER UNTERRICHTSSPRACHE
ERSTER TEIL
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN
Anlage 2 erster Teil findet auf Volksschulen (Volksschulklassen) mit ungarischer oder mit ungarischer und deutscher Unterrichtssprache sinngemäß Anwendung.
ZWEITER TEIL
ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL
Anlage 2 zweiter Teil findet auf Volksschulen (Volksschulklassen) mit ungarischer oder mit ungarischer und deutscher Unterrichtssprache sinngemäß Anwendung.
DRITTER TEIL
ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE
Anlage 2 dritter Teil findet auf Volksschulen (Volksschulklassen) mit ungarischer oder mit ungarischer und deutscher Unterrichtssprache sinngemäß Anwendung.
VIERTER TEIL
GESAMTSTUNDENZAHL UND STUNDENAUSMASS DER PFLICHTGEGENSTÄNDE, DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN, DES FÖRDERUNTERRICHTES UND DER UNVERBINDLICHEN ÜBUNGEN
a) Stundentafel der Vorschulstufe
Verbindliche Übungen/Kötelező gyakorlatok | Klasse | |
Religion/Hittan | 2 | |
Sachbegegnung/Környezetismereti bevezetés | 1,5-2 1) | |
Verkehrserziehung/Közlekedesi ismeretek | 0,5 | |
Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben/Nyelv-és beszédgyakorlat, az olvasás és irás előkészítése | 3,5 | |
Mathematische Früherziehung/Matematikai előnevéles | 1,5 | |
Singen und Musizieren/Éneklés és muzsika | 1,5 | |
Rhythmisch-musikalische Erziehung/ Ritmikai és zenei nevelés | 1-1,5 1) | |
Bildnerisches Gestalten/Képi ábrázolás | 1 | |
Werkerziehung/Gyarkorlati foglalkozás | 1 | |
Leibesübungen/Testnevelés | ![]() ![]() | 6-7 1) |
Spiel/Játék | ||
Gesamtwochenstundenzahl | 20 | |
… 14 unveränderte Absätze
Bemerkungen zur Stundentafel der Vorschulstufe:
1. Die in der Stundentafel für die einzelnen verbindlichen Übungen angeführten Wochenstunden sind als Richtmaß aufzufassen, wobei die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Zeit auf kleinere Lernsequenzen der Lehrerin bzw. dem Lehrer überlassen bleibt.
2. In der Vorschulstufe kann im Rahmen der verbindlichen Übung “Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben” eine besondere Förderung in der Muttersprache des Kindes im Ausmaß von drei Wochenstunden bei Bedarf parallel zum Unterricht in den verbindlichen Übungen bzw. ganz oder teilweise mit diesem gemeinsam geführt werden.
3. Zur Förderung im Hinblick auf einen Wechsel können Förderangebote zur Anwendung kommen, wobei die in der Stundentafel der 1. bis 4. Schulstufe vorgesehene Gesamtwochenstundenzahl nicht überschritten werden soll.
b) Stundentafel der Grundschule
Pflichtgegenstände/Kötelező tantárgyak | Schulstufen und Wochenstunden 1) | |||||
1. | 2. | 3. | 4. | Gesamt | ||
Religion/Hittan | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Sachunterricht/Környezetismeret | 3 | 3 | 3 | 3 | ||
Deutsch, Lesen, | 3 | 3 | 3 | 3 | ||
Schreiben/Német, olvasás, írás | 5 | 5 | 6 | 6 | ||
Ungarisch, Lesen, Schreiben/Magyar, olvasás, írás | 3 | 3 | 3 | 3 | ||
Mathematik/Matematika | 4 | 4 | 4 | 4 | ||
Musikerziehung/Ének zene | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
Bildnerische Erziehung/Rajz | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
Technisches Werken/Technika | ![]() ![]() | 1 | 1 | 1 | 1 | |
Textiles Werken/Textilmunka | ||||||
Leibesübungen/Testnevelés | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Verbindliche Übung/Kötelező gyakorlat | x 2) | x 2) | x 2) | x 2) | ||
Verkehrserziehung/Közlekedési ismeretek | ||||||
Gesamtwochenstundenzahl 1) | 20-23 | 20-23 | 22-25 | 22-25 | 90 | |
Förderunterricht/Felzárkóztato oktatás 3) | ||||||
– fächerübergreifend/tantárgyakat átfogó | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
– Ungarisch/Magyar | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
Unverbindliche Übungen/Nem kötelező gyakorlatok | ||||||
1. Ermächtigung für schulautonome Lehrplanbestimmungen: 4) | ||||||
Chorgesang/Kóruséneklés | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Spielmusik/Játékos zene | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Leibesübungen/Testnevelés | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Darstellendes Spiel/Színjatszás | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Musikalisches Gestalten/Zenei ábrázolás | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Bildnerisches Gestalten/Képi ábrázolás | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Lebende Fremdsprache/Idegen nyelv | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Interessen- und Begabungsförderung/Érdeklődésés tehetségtámogatás | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | (1)–2 | ||
Muttersprachlicher Unterricht/Anyanyelvi oktatás | 2–6 | 2–6 | 2–6 | 2–6 | ||
2. Soweit keine schulautonomen Lehrplanbestimmungen bestehen: | ||||||
Chorgesang/Kóruséneklés | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Spielmusik/Játékos zene | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
Leibesübungen/Testnevelés | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Darstellendes Spiel/Színjátszás | 1 | 1 | 1 | 1 | ||
Musikalisches Gestalten/Zenei ábrázolás | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Bildnerisches Gestalten/Képi ábrázolás | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Lebende Fremdsprache/Idegen nyelv | x 5) | x 5) | 1 | 1 | ||
Interessen- und Begabungsförderung/Érdeklődesés tehetségtámogatás | 2 | 2 | 2 | 2 | ||
Muttersprachlicher Unterricht/Anyanyelvi oktatás | 2–6 | 2–6 | 2–6 | 2–6 | ||
Bemerkungen zur Stundentafel der Grundschule:
1. Die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, vierter Teil, betreffend die Bemerkungen zur Stundentafel der Grundschule gelten mit der Maßgabe, dass in den Z 1 und 3 der Wendung “Deutsch, Lesen, Schreiben” die Wendung “Ungarisch, Lesen, Schreiben” angefügt wird, auch für die oben angeführte Stundentafel.
2. Darüber hinaus ist für jene Kinder, deren Kenntnis in der ungarischen Sprache nicht ausreichend ist, ein Förderunterricht in Ungarisch anzubieten.
3. Soweit in der Stundentafel nur die Mindest- und Höchstzahl des Wochenstundenausmaßes angegeben ist, erfolgt die Festlegung des Stundenausmaßes durch schulautonome Lehrplanbestimmungen; sofern keine schulautonome Festlegung getroffen wird, erfolgt diese durch die Schulbehörde erster Instanz Bildungsdirektion.
4. In den Volksschulen (Volksschulklassen) mit ungarischer und deutscher Unterrichtssprache sind im Übrigen die beiden Sprachen in allen Unterrichtsgegenständen (ausgenommen in Deutsch und Ungarisch) den Vorkenntnissen der Kinder entsprechend nach Möglichkeit in annähernd gleichem Ausmaß zu verwenden.
… 253 unveränderte Absätze
FÜNFTER TEIL
LEHRPLÄNE FÜR DEN RELIGIONSUNTERRICHT
(Bekanntmachung gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes)
a) Katholischer Religionsunterricht
Siehe Bekanntmachung BGBl. Nr. 134/1963, Anlage A, fünfter Teil lit. a in der jeweils geltenden Fassung).
b) Evangelischer Religionsunterricht
Siehe Bekanntmachung BGBl. Nr. 134/1963 (Anlage A, fünfter Teil lit. b in der jeweils geltenden Fassung).
c) Altkatholischer Religionsunterricht
Die im Rahmen der Verordnung des Bundesministeriums für Unterricht vom 4. Juni 1963, BGBl. Nr. 134 (Anlage A, fünfter Teil lit. c in der jeweils geltenden Fassung), bekanntgemachten Lehrpläne für den altkatholischen Religionsunterricht an Volksschulen sind in Anwendung zu bringen. Nach Maßgabe der Möglichkeiten ist auf die sprachliche Differenzierung Rücksicht zu nehmen.
d) Israelitischer Religionsunterricht
Siehe Bekanntmachung, BGBl. Nr. 134/1963 (Anlage A, fünfter Teil lit. d in der jeweils geltenden Fassung).
SECHSTER TEIL
BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER VERBINDLICHEN ÜBUNGEN DER VORSCHULSTUFE
Für Sachbegegnung, Verkehrserziehung, Sprache und Sprechen, Mathematische Früherziehung, Singen und Musizieren, Rhythmisch-musikalische Erziehung, Bildnerisches Gestalten, Werkerziehung, Leibesübungen und Spiel gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, sechster Teil, mit der Maßgabe, daß der Unterricht den Vorkenntnissen der Kinder entsprechend nach Möglichkeit in annähernd gleichem Ausmaß in ungarischer und deutscher Sprache zu erteilen ist.
SIEBENTER TEIL
BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER PFLICHTGEGENSTÄNDE DER GRUNDSCHULE (MIT AUSNAHME DER VORSCHULSTUFE)
Für den Sachunterricht, Deutsch, Lesen, Mathematik, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Schreiben, Werkerziehung und Leibesübungen gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, siebenter Teil, mit der Maßgabe, daß der Unterricht (ausgenommen in Deutsch, Lesen und Schreiben) den Vorkenntnissen der Kinder entsprechend nach Möglichkeit in annähernd gleichem Ausmaß in ungarischer und deutscher Sprache zu erteilen ist.
Ungarisch, Lesen, Schreiben
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Ungarischunterricht hat die Aufgabe, die Schüler – unter Berücksichtigung der individuellen Lernvoraussetzungen – in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zu zwischenmenschlicher Verständigung im mündlichen und schriftlichen Bereich durch Lernen mit der ungarischen und über die ungarische Sprache zu fördern.
Im einzelnen geht es darum,
–
die individuelle Sprache des Kindes zur Standardsprache zu erweitern; auch bei Schülern mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen ist von Anfang an Zweisprachigkeit zu ermöglichen;
–
den richtigen Sprachgebrauch im mündlichen und schriftlichen Bereich zu üben und zu festigen;
–
zum Lesen und zur Auseinandersetzung mit dem Gelesenen anzuregen;
–
einen kreativen Sprachgebrauch zu ermöglichen und zu fördern;
–
einige Grundeinsichten in Funktion und Struktur der ungarischen Sprache gewinnen zu lassen;
–
auf die Schönheit der ungarischen Sprache und den Wert der Zweisprachigkeit hinzuweisen;
–
einfache Arbeits- und Lerntechniken zu vermitteln, die in zunehmendem Maße zu selbständigem Bildungserwerb befähigen.
Der Unterrichtsgegenstand Ungarisch, Lesen, Schreiben/Ungarisch, Lesen gliedert sich in folgende Teilbereiche:
–
Sprechen/Beszédgyakorlat
–
Lesen/Olvasás
–
Schreiben/Írás
–
Verfassen von Texten/Fogalmazás
–
Rechtschreiben/Helyesírás
–
Sprachbetrachtung/Szövegelemzés
Diese Aufgliederung in Teilbereiche verdeutlicht Sachstrukturen und die stoffliche Linienführung des Lehrplans, soll aber keinesfalls einer sinnvollen Vernetzung von Lernbereichen entgegenstehen und ermöglicht daher dem Lehrer einen kindgemäßen und sachgerechten Unterricht. Gleiches gilt für den die Grundleistungen der Kinder sichernden Lehrplanteil „Elementarer Spracherwerb”, der ebenfalls in die oben angeführten Teilbereiche zu integrieren ist.
Sprechen ist einer der wichtigsten Teilbereiche des Ungarischunterrichts, gliedert sich in fünf Aufgabenfelder und umfaßt grundlegende und langfristige Ziele. Wesentliche Aufgabe des Teilbereiches Sprechen ist es, die Bereitschaft und Fähigkeit der Schüler zur mündlichen Kommunikation allmählich zu erhöhen und sie zu einem möglichst sicheren Gebrauch der Standardsprache zu führen.
Der Leseunterricht auf der Grundstufe I hat die Aufgabe, den Schülern grundlegende Lesefertigkeiten zu vermitteln und damit die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten zu ermöglichen. Zunehmend erfahren die Schüler das Lesen als einen bedeutenden Zugang zur Kultur der Ungarn im Burgenland und der gesamten ungarischen Kultur, insbesondere als ein wesentliches Mittel zur Informationsgewinnung und zur Unterhaltung.
Im Leseunterricht auf der Grundstufe II sollen die Schüler erfahren, daß sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen über ihre realen Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und für andere vertiefen sowie sich und andere informieren und unterhalten können.
Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedenster Art dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schüler zu erweitern und zu festigen.
Aufgabe des Schreibunterrichts ist es, die Schüler zum Gebrauch grundlegender konventioneller grafischer Zeichensysteme anzuleiten. Dabei sollen sie erfahren, daß Schreiben eine Form der Kommunikation und Dokumentation ist. Im besonderen soll der Schreibunterricht zur sicheren Beherrschung des ungarischen Schriftsystems führen.
Im Teilbereich Verfassen von Texten sollen sich die Schüler auf der Grundlage ihrer Mitteilungsbereitschaft und der erworbenen Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben zunehmend selbständig schriftlich äußern, und zwar sowohl ichbezogen, zB über Erlebnisse, Beobachtungen, als auch partnerbezogen, zB Wünsche, Fragen; auf der Grundstufe II auch sachbezogen.
Aufgabe des Rechtschreibunterrichts ist es, die Schüler zu normgerechtem Schreiben zu motivieren, grundlegende Rechtschreibkenntnisse zu vermitteln und in der Folge ihr Rechtschreibkönnen kontinuierlich zu erweitern, sie zum Erkennen und Anwenden einfacher Regeln zu führen und ihnen eine möglichst geläufige Nachschlagetechnik zu vermitteln.
Aufgabe der Sprachbetrachtung ist es, allmählich wachsende Einsichten in Funktion und Struktur der ungarischen Sprache zu vermitteln und zunehmend begrifflich zu sichern.
Lehrstoff:
Grundstufe I (1. und 2. Schulstufe)
Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 2. Schulstufe gelten:
–
beim Erzählen und Mitteilen anderer bewußt zuhören und sich zu Gehörtem äußern können;
–
in verschiedenartigen Situationen sprachlich angemessen handeln;
beim Gespräch
–
sich in verschiedenen Gesprächsformen beim Sprechen, Hören und Verstehen einander zuwenden;
–
einsehen, daß Miteinander-Sprechen geregelt werden muß und daher einfache Gesprächsregeln vereinbaren und beachten;
–
in der Schule erworbene Sprechformen und sprachliche Mittel allmählich auch im Gespräch anwenden;
bei der Sprachübung (Erweiterung der Sprachfähigkeit)
–
den Wortschatz auf verschiedenen Ebenen (Wortbedeutung, Wortfeld, Wortfamilie, Oberbegriffe usw.) erweitern;
–
über häufig gebrauchte Satzmuster verfügen und allmählich zur Standardsprache hingeführt werden;
bei der Sprechübung (Deutliches Sprechen)
–
Laute richtig bilden sowie Wörter und Texte gut artikulieren können;
–
ausdrucksvoll sprechen können.
Eigene Gefühle und Empfindungen äußern sowie die anderer wahrnehmen und verstehen (trösten, beruhigen, Hilfe anbieten) | |
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe
–
eine möglichst anhaltende Lesemotivation entwickelt haben;
–
in der Lage sind, altersgemäße Texte geläufig zu lesen;
–
den Sinn dieser Texte erfassen können;
–
sich mit Texten in einfacher Weise auseinandersetzen können.
Den nachfolgend genannten Grundleistungen kommt als Voraussetzung für den Erstleseunterricht im engeren Sinn besondere Bedeutung zu (siehe dazu auch diesbezügliche didaktische Grundsätze).
Unabhängig von der gewählten Methode und Ausgangsschrift umfaßt der Erstleseunterricht im eigentlichen Sinn der Grundstufe I mehrere Teilschritte, wobei ihre Reihenfolge keine bindende methodische Abfolge ausdrückt. | |
Stellungnahmen, Fragen, Weiterführen usw. | |
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe
–
Buchstaben, Ziffern und Zeichen in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form aus der Vorstellung schreiben können (dies schließt nicht aus, daß die Schüler mit dem Schreiben der Druckschrift vertraut gemacht werden);
–
kurze Texte gut lesbar schreiben können;
–
Ansätze zu einer geläufigen Schrift erkennen lassen.
Darüber hinaus orientiert sich der Schreibunterricht am Lehrstoff des Lehrplans der Volksschule, siebenter Teil.
Als Schwerpunkte der einzelnen Aufgabenfelder können bis zum Ende der 2. Schulstufe angesehen werden:
–
Freude am Verfassen von Texten entwickeln;
–
sich je nach Situation verschiedener Textsorten bedienen (Mitteilungen, Notizen, Fragen, Antworten, ...);
–
eigene Erlebnisse, Beobachtungen und ähnliches in kurzen Sätzen aufschreiben;
–
über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte schreiben.
– andere unterhalten oder Anteil nehmen lassen (zB eigene Erlebnisse aufschreiben, damit sie andere lesen können) – andere informieren (zB durch Mitteilungen oder einfache Beschreibungen) – an andere appellieren (zB durch Bitten, Wünsche, Anfragen, Einladungen) – sich etwas notieren (zB Merkzettel, Verzeichnis) | |
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe
–
einen begrenzten Wortschatz gründlich geübt haben und möglichst sicher beherrschen;
–
sich einiger Strategien bedienen können, um zu normgerechtem Schreiben zu gelangen;
–
einige grundlegende Kenntnisse der Großschreibung, der Interpunktion und der Trennung erworben haben.
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 2. Schulstufe
–
Interesse am bewußten Umgang mit Sprache entwickeln.
Grundstufe II (3. und 4. Schulstufe)
Als Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Aufgabenfelder bis zum Ende der 4. Schulstufe gelten:
–
sprachliche Ausdrucksformen allmählich bewußt einsetzen;
–
durch aufmerksames Zuhören Sachverhalte, Gedanken und die Lage anderer erfassen;
–
verschiedenartige Situationen einschätzen und sprachlich angemessen bewältigen;
–
relativ selbständig partner-, sach- und problembezogene Gespräche in verschiedenen Formen führen;
–
Gesprächsregeln formulieren, begründen, beachten;
–
im Sinne des „sozialen Lernens” und des Unterrichtsprinzips des „interkulturellen Lernens” beachten, daß man in der Regel in der Sprache antwortet, in der man angesprochen wird;
–
einfache Gesprächstechniken kennen und situationsgerecht anwenden;
–
in der Schule erworbene Sprech- und Sprachformen im Gespräch anwenden;
–
einen grundlegenden Wortschatz inhaltlich erschlossen und begrifflich verfügbar haben;
–
zunehmende Sicherheit im Gebrauch der Standardsprache erlangt haben;
–
Sicherheit im ausdrucksvollen und lautrichtigen Sprechen gewinnen.
– mit jemandem Kontakt aufnehmen – trösten, wünschen, fordern, richtigstellen – einem anderen zustimmen, die Meinung eines anderen anerkennen – die eigene Meinung begründen und vertreten | |
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe
– ihr Lesen zunehmend an persönlichen Interessen orientieren;
– altersgemäße Texte selbständig lesen und inhaltlich erschließen können;
– durch die Auseinandersetzung mit Texten deren Absichten, Wirkungen und dergleichen erkennen können;
– vorbereitete Texte sinngestaltend vorlesen können.
– Lesen und Vortragen von Kinderreimen, Gedichten, Geschichten und anderes mehr unter besonderer Beachtung der Klangstruktur und der Sprechpausen – Auswendiglernen und Vortragen von Gedichten | |
Schrift und Schriftzeichen sowie einfache Möglichkeiten des Layouts im Alltag | Briefe, Einladungen, Plakate, Schülerzeitungen, ... herstellen |
Schrift und Schriftzeichen als Verständigungsmittel und als Bildelemente | ... auch Blockschrift und Gemischtantiqua; Buchstaben auch stempeln, schablonieren, ausschneiden, zerschneiden und anders zusammensetzen, aufkleben |
Bewusstes Wahrnehmen von Schrift und Schriftzeichen in der engeren Umwelt | Plakate, Lichtreklamen, Geschäftsaufschriften, Zeitungsköpfe, Embleme, Fernsehsignets, ... |
Fantasievolles Anwenden von Schrift, Schriftzeichen und Skripturalem | Skripturale Kritzeleien; übernommene, variierte oder frei erfundene Schriftzeichen; unterschiedlichste Materialien und Werkzeuge; ein- und mehrfärbig |
Als Schwerpunkte bis zum Ende der 4. Schulstufe gelten:
–
eine anhaltende Freude am Verfassen von Texten entwickeln;
–
eigene Erlebnisse, Beobachtungen, Dialoge, Erfundenes und ähnliches aufschreiben;
–
Mitteilungen, Aufforderungen, Wünsche, Hinweise, Anleitungen, Aufträge und ähnliches aufschreiben;
–
über Personen, Tiere, Gegenstände, Handlungsabläufe und Sachverhalte in ganzen Sätzen und in Stichwörtern schreiben;
–
Einzelbilder und Bildfolgen schriftlich versprachlichen sowie Texte ergänzen und verändern;
–
Briefe, Grußkarten und ähnliches zu verschiedenen Anlässen schreiben;
–
Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes, Gefühltes und Gedachtes in eigenen Worten (ganze Sätze oder Stichworte) schriftlich wiedergeben.
– Wichtiges von weniger Wichtigem bzw. Unwichtigem unterscheiden | |
– Gedanken ordnen und damit Möglichkeiten des Textaufbaues erkennen | |
– Gedanken möglichst klar, genau, anschaulich und folgerichtig sprachlich ausdrücken und darstellen | |
– Texte zu einer Erfahrungsgrundlage gemeinsam erarbeiten | |
– einfache schriftliche Muster funktionsgerecht anwenden | |
– vor allem, um andere zu unterhalten oder Anteil nehmen zu lassen | |
– vor allem, um andere zu informieren | |
– vor allem, um an andere (um eventuell auch an sich selbst) zu appellieren | |
– vor allem, um etwas für sich zu notieren | |
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe
–
einen allgemein gebrauchten, aber begrenzten Schreibwortschatz gründlich geübt haben und möglichst sicher beherrschen;
–
einige grundlegende Phänomene und Probleme der Rechtschreibung kennen, zB die Fälle der Großschreibung, der Interpunktion sowie der Bezeichnung von Vokallänge und Vokalkürze;
–
sich aus dem gesicherten Schreibwortschatz die Schreibung anderer Wortformen bzw. anderer Wörter erschließen und Regelmäßigkeiten bewußtmachen; daraus erarbeitete einfache Regeln formulieren und anwenden.
Einfache Wortfamilien; der Wortstamm als Hilfe | |
Bei der Unterrichtsarbeit ist anzustreben, daß die Schüler bis zum Ende der 4. Schulstufe
–
Wortarten unterscheiden und auch mit der ungarischen Fachbezeichnung benennen können;
–
erste Einsichten in Wortbildung und Wortbedeutung gewinnen.
3. Schulstufe
– Zeitwörter als Wörter zur Benennung von Tätigkeiten, Vorgängen und Zuständen | |
– Namenwörter als Wörter zur Benennung von Menschen, Tieren, Pflanzen, Dingen, Gedanken und Vorstellungen | |
– Eigenschaftswörter zur Kennzeichnung von Eigenschaften | |
– Zusammensetzen von Wörtern | |
– Sammelnamen | |
– Wortfamilien | |
4. Schulstufe
Elementarer Spracherwerb
Für jene Schüler, die mit geringen Kenntnissen der ungarischen Sprache in die Volksschule mit ungarischer bzw. ungarischer und deutscher Unterrichtssprache eintreten, sind zunächst folgende Grundleistungen zu sichern.
Im Sinne des elementaren Spracherwerbs sind
–
die Schüler zu befähigen, möglichst bald dem Unterricht folgen zu können,
–
die Kommunikationsfähigkeit anzubahnen und
–
die Motivation zur Beschäftigung mit der ungarischen Sprache grundzulegen und zu vertiefen.
Diese Zielsetzungen stehen in engem Zusammenhang und beeinflussen einander. Der Lehrplanteil „Elementarer Spracherwerb” soll – unterstützend – die Begegnung mit der ungarischen Sprache in einer lustbetonten und zwanglosen Atmosphäre herbeiführen, die Freude der Kinder am Erlernen der ungarischen Sprache wecken und somit im allgemeinen eine positive Haltung gegenüber der ungarischen Sprache aufbauen.
Sprachliche Kommunikation muß als konkrete Tätigkeit anhand von Themen, Situationen und Aktivitäten (Lieder, Rätsel, Reime, Spiele ...) erfahren werden, die auf die unmittelbaren Interessen des Kindes Bezug nehmen. Denn für das Kind ist es unnatürlich und schwierig, Sprache von ihrem Verwendungszweck zu trennen.
Die Schüler sollen in ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur zwischenmenschlichen Verständigung im mündlichen (und schriftlichen) Bereich gefördert werden.
Da der Erwerb einer weiteren Sprache ein den Menschen in seiner Gesamtheit bewegender Prozeß ist und Kommunikation immer soziales Verhalten einschließt, ist das bewußt geplante Lernen von kooperativen Verhaltensweisen unabdingbar. Darüber hinaus soll eine offene, aufgeschlossene Haltung der Volksgruppe und ihrer Kultur gegenüber angestrebt werden.
Elementarer Spracherwerb soll den Aufbau von Hörverstehen und mündlicher Kommunikationsfähigkeit zum Schwerpunkt haben. Leseverstehen und Schreiben als eigenständige Fertigkeiten sind im jeweiligen Unterrichtsgegenstand zu vermitteln. Das Schriftbild kann jedoch lernunterstützend eingesetzt werden, sobald das Klangbild abgesichert ist.
Durch Ausnützen natürlicher Kommunikationssituationen in der Klasse sollen die Schüler lernen, sprachlich zu handeln und die Unterrichtsarbeit mitzugestalten (zB Vorschläge machen, Wünsche vorbringen, Nichtverstehen äußern, um Wiederholung bitten usw.).
Weiters sollen die Schüler auf Alltagssituationen vorbereitet werden, die sich aus den Unterrichtsthemen ergeben. Das Rollenspiel wird dabei besondere Bedeutung haben und die Kinder zum Gebrauch der ungarischen Sprache in Alltagssituationen ermutigen.
Die Schüler sollen möglichst bald in der Lage sein,
–
die Anweisungen und Anleitungen des Lehrers zu verstehen,
–
einfache Äußerungen im Rahmen der erarbeiteten Gesprächsstoffe zu erfassen sowie
–
einfache Hörtexte über Medien zu erfassen, sofern sie an Bekanntes anschließen.
Die Schüler sollen möglichst bald in der Lage sein, spontan und in einfachster Form
–
Kontakte mit Lehrern und Mitschülern aufzunehmen, Informationen zu geben und einzuholen, Gefühle und Wünsche zum Ausdruck zu bringen,
–
einfache Gespräche zu führen sowie
–
am Unterricht aktiv teilzunehmen.
Ausgehend von Unterrichtssituationen und einfachen Alltagssituationen, die sich aus den verschiedenen Themen ergeben, soll der Schüler lernen, sprachliche Äußerungen anderer zu verstehen, und ermutigt werden, eigene Sprechabsichten mit einfachsten Mitteln zu verwirklichen.
Hörverstehen und Sprechfertigkeit müssen sich vorerst am Unterrichtsgeschehen orientieren (Anweisungen, Anleitungen, Fragen zum Unterricht usw.). In weiterer Folge können sie im Rahmen der im Lehrplan vorgesehenen Erfahrungs- und Lernbereiche realisiert werden: Unterricht, Klassenzimmer, Schulsachen; Familie und Freunde, Alltag zu Hause, Feste; Einkaufen; Arbeit und Freizeit; Essen und Trinken; Kleidung; Zeit; Wetter; Reisen; Tiere uä.
Jó reggelt! Jó napot! Jó estét! Jo éjszakát! Szervusz! Szia! Viszontlátásra! ... vagyok. A nevem ... Ez a testvérem (a barátom, ...) A neve ... Eljössz a ...? Igen, eljövök. Sajnos, nem tudok eljönni. (nur als Phrase) Halló! (Itt) ... beszél. Hogy vagy? Jól vagy? Köszönöm, jól vagyok. Sajnos, beteg (rosszul, fáradt, ...) vagyok. Kérem, merre van a ...? Bocsánat. | |
Segíthetek? Kérem, segíts! (nur als Phrase) Állj fel! Ülj le! Állj meg! Gyere ide! Menj oda! Mutasd meg a ... ! | |
Ez a te ...? Igen. Nem. Milyen a ...? Milyen színű a ...? Mi a ... magyarul/németűl. Én ... éves vagyok/... lakom. Ki vagy te? Ki ő Mi vagy te? Mi ő? Hány éves vagy? Hány éves ...(ő)? Igen, tudom. Sajnos, nem tudom. (ev. nur als Phrase) Hol van a ...? itt – ott; ... -ban/-ben; a ... Hány óra van? ... óra van. Tudsz ... -ni? Igen, tudok. Nem, nem tudok. Hány/Mennyi ... ez? Mennyibe kerül a ...? Sajnos, nem értettem! Kérem, mondd mégegyszer! (nur als Phrase) | |
Igen/Nem. Nem (olvasok, ...). Nem, nincs ... Szabad ...? | |
Szeretek .../Nem szeretek ... Szeretem a .../Nem szeretem a ... Ez (nagyon) jó (finom, szép, ...) Mit kérsz? Kérek egy ... Nagyon jó. Szuper. Örülök neki. (nur als Phrase) Köszönöm (szépen). Sajnálom. | |
Állj(atok) fel! Ülj(etek) le! Vedd (elő) a könyvedet (füzetedet, ...)! Mutass rá! Mutasd meg a ...! Figyelj ide! Köszönj(etek)! Csendet kérek! Mondd hangosabban! Olvasd hangosabban! Gyere ki a táblához! Törüld le a táblát! Olvasd el, amit írtal! Nyisd ki az ajtót! Csukd be az ablakot! Add ide a ...! | |
Ki tudja? Ki nem tudja? Ki nem végezett még? Ki akar ...? Ki tud ...? | |
… 127 unveränderte Absätze
Redemittel werden ganzheitlich erfahren und erlebt. Von einer Vorgabe grammatikalischer Regeln ist abzusehen.
Die Unterrichtsarbeit hat sich an einem Grundwortschatz zu orientieren, der nach den Kriterien der Themenbezogenheit, des leicht Erlernbaren sowie unter Berücksichtigung des für den Aufbau mündlicher Kommunikationsfähigkeit notwendigen Zeitaufwandes festzulegen ist. Die Erweiterung des Wortschatzes erfolgt im zweisprachigen Unterricht bzw. Ungarischunterricht.
Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der beiden Fertigkeiten Hörverstehen und Sprechen sind die Schulung des Gehörs und die Pflege der Aussprache. Im Sinne einer intensiven Ausspracheschulung ist auf die individuellen Schwierigkeiten einzugehen.
DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE:
Die Unterrichtssituation im Unterrichtsgegenstand „Ungarisch, Lesen, Schreiben” bzw. „Ungarisch, Lesen” wird in der Regel dadurch gekennzeichnet sein, daß die Kinder über äußerst heterogene Sprachkenntnisse verfügen.
Im Unterricht sollen Situationen geschaffen werden, in denen die Kinder die ungarische Sprache allmählich auch aktiv gebrauchen können. Es sind daher didaktische Verfahren zu bevorzugen, die den Kindern ausreichend Gelegenheit zur Begegnung mit der ungarischen Sprache geben.
Der Ungarischunterricht leistet einen wesentlichen Beitrag zur persönlichen Entwicklung des Kindes, wenn es durch didaktische Maßnahmen gelingt, sowohl die Rezeptivität der Kinder als auch ihre Ausdrucksfähigkeit zu fördern und zu steigern. Dazu ist es notwendig, eine Atmosphäre zu schaffen, die von einer breiten Akzeptanz geprägt ist (zB mit der einkalkulierten Möglichkeit, Fehler machen zu dürfen und aus Irrtümern zu lernen).
Diese Überlegungen beziehen sich zunächst auf den Unterrichtsgegenstand „Ungarisch, Lesen, Schreiben” bzw. „Ungarisch, Lesen”, gelten aber auch für jene Unterrichtsgegenstände, die an Schulen bzw. in Klassen mit Deutsch und Ungarisch als Unterrichtssprachen zweisprachig unterrichtet werden. Sie umfassen außerdem Teilbereiche und Teilfähigkeiten im Sprachbereich.
Ausgangspunkt für sprachliches Lernen sowie für eine gezielte Förderung der kindlichen Sprachentwicklung in der Grundschule sind die individuellen sprachlichen Vorerfahrungen der Kinder. Schulanfänger weisen in bezug auf Sprechen sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen auf. Um sprachliche Hemmungen zu vermeiden bzw. abzubauen, soll das Hinführen zu den Formen der Standardsprache behutsam und keinesfalls unter Leistungsdruck erfolgen.
Vielfältige Anregungen zum Sprechen sowie eine einfühlsame Anleitung zum richtigen Sprachgebrauch werden die Sprechfähigkeit der Kinder erweitern. Durch Sprechübungen soll die Artikulation und Intonation der Kinder geübt und verbessert werden. Dabei ist allerdings strikt darauf zu achten, daß solche Übungen nicht ausschließlich linguistische Ziele verfolgen, sondern auf kommunikative Ziele hin orientiert werden.
Als Hochform des Sprechens stellt das Gespräch hohe Anforderungen an alle Teilnehmer. Es setzt daher die Schaffung eines entsprechenden Gesprächsklimas voraus. Dies erfolgt einerseits durch die äußeren Bedingungen, unter denen das Gespräch stattfindet, wie etwa Gestaltung des Klassenraumes (Sitzordnung, Gruppenbildung, Beleuchtung usw.) oder den Einsatz von Medien (zB: Musik, Dias, Overheadfolien, Bilder und ähnliches mehr). Andererseits ist die Schaffung eines entsprechenden Gesprächsklimas eine wesentliche Voraussetzung. Dazu zählen unter anderem: grundsätzliches Akzeptieren und Ermutigen von Äußerungen der Schüler, auch wenn diese von der Sprachnorm abweichen, Maßnahmen zur ausgewogenen Gesprächsbeteiligung aller Kinder, aktives Zuhören des Lehrers und Verringerung seines Sprechanteils zugunsten der Kinder.
Sprachübung gründet auf dem Sprachkönnen, das der Schüler in seiner Familie und seiner sprachlichen Umwelt erworben hat. Wesentlich ist, daß sich das Hinführen zur Hochsprache ohne Bruch vollzieht. Für die Erweiterung der kindlichen Sprachfähigkeit ist es wichtig, daß Gesprächsthemen aus der Erfahrungswelt und dem Interessenbereich der Kinder entnommen werden. Jede Abwertung der Herkunftssprache der Kinder ist dabei zu vermeiden. Für die Entwicklung ihrer Sprachfähigkeit brauchen die meisten Schüler gezielte Sprachübung, jedoch sollten mechanisierende Übungsformen möglichst vermieden werden.
Diesen Faktoren hat der Lehrplanabschnitt „Elementarer Spracherwerb” insofern gerecht zu werden, als er differenzierte Lernangebote im kommunikativen Bereich vorsieht und in allen sprachlichen Lernsituationen das Vertrauen des Kindes in seine eigene Sprechfähigkeit weckt und stärkt.
Dabei sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden:
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Authentische Materialien sind bevorzugt zu verwenden, da sie von der Lebenssituation des Kindes ausgehen und neben Sprache auch Träger kultureller und landeskundlicher Inhalte sind.
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Das entdeckende Lernen ist besonders zu fördern, insbesondere dann, wenn es um die Erweiterung des Ausdrucksvermögens und des Wortschatzes geht.
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Fehler entsprechen den Etappen des Lernprozesses und sollen daher keinesfalls so kritisiert und ausgebessert werden, daß sie sich negativ auf die Lernmotivation des Kindes auswirken.
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Die Kinder sollen im Unterricht Sprachsituationen vorfinden, die auch außerhalb der Schule auftreten.
Grundlegende Bedeutung kommt auch der Lehrersprache zu. Beim Sprechen wird der Lehrer beachten, daß seine Sprechmuster einerseits die kindliche Sprachentwicklung anregen, andererseits aber die sprachlichen Äußerungen des Lehrers von den Kindern verstanden werden müssen.
Schulanfänger weisen in bezug auf den Teilbereich Lesen sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen auf. Diesen hat der Leseunterricht durch differenzierte Lernangebote gerecht zu werden. Jedenfalls ist dem Erwerb der für das Lesenlernen im engeren Sinn erforderlichen Grundleistungen durch jeden einzelnen Schüler besondere Beachtung zu schenken, dh. erst wenn der einzelne Schüler (Schülergruppe) die für das Lesenlernen erforderlichen Voraussetzungen erreicht hat, ist mit dem Erstleseunterricht (Leselehrgang) zu beginnen. Erstleseunterricht hat sowohl den Erwerb dieser Grundlagen als auch das Lesenlernen im engeren Sinn in geeigneten Lernsituationen und durch entsprechende Lernmittel zu ermöglichen. Dem Kind ist ausreichend Lernzeit zur Verfügung zu stellen und dem Selbstentdecken genügend Raum zu geben.
Übungen zur Steigerung der Lesefähigkeit und Lesefertigkeit sollen abwechslungsreich sein und so lebendig wie möglich in den Unterricht eingebaut werden. Lesevergnügen und Sinnerfassung sollen den Unterricht von Anfang an leiten, wobei auch ganzheitliches („naives”, „erratendes”) Lesen zum Tragen kommt (zB Lesen von Kinderreimen, die die Kinder auswendig können; Namenskärtchen der Kinder, Aufschriften, Plakate, Ge- und Verbotstafeln).
Der Übergang vom Erstleseunterricht zum weiterführenden Lesen wird – abhängig vom individuellen Leselerntempo – für die einzelnen Kinder zu verschiedenen Zeitpunkten erfolgen. Deshalb werden einerseits die Übungen zur Steigerung der Lesefertigkeit bis zum Ende der Grundstufe I und darüber hinaus durchgeführt und andererseits die Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten für einzelne Kinder schon frühzeitig ermöglicht.
Im Leseunterricht auf der Grundstufe II sollen die Schüler zunehmend erfahren, daß sie durch Lesen und durch die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen über ihre realen Lebenserfahrungen hinaus das Verständnis für sich selbst und andere vertiefen, sowie sich und andere informieren und unterhalten können.
Die vielfältige Begegnung und Auseinandersetzung mit Texten verschiedener Art dient der Anbahnung der Lesemündigkeit. In diesem Zusammenhang ist auch die Lesefertigkeit der Schüler zu erweitern und zu festigen.
In der Regel hat das Kind bereits vor seinem Schuleintritt Erfahrungen im Umgang mit Schreibmaterial gesammelt. Es darf aber nicht übersehen werden, daß die Schreibmuskulatur, der Stützapparat der Schreibhand, die Bewegungssteuerung und die Koordinationsfähigkeit des Schulanfängers für den Schreibunterricht nicht voll entwickelt sind und daß der jeweils erreichte Entwicklungsstand dieser Bereiche innerhalb einer Schulklasse oft erhebliche Unterschiede aufweist.
Daraus ergibt sich für den Erstschreibunterricht die Notwendigkeit einer gründlichen Vorschulung und Differenzierung. Durch sie soll der Schüler auf den eigentlichen Schreibvorgang sowie auf das Erfassen der Funktion der Schrift vorbereitet werden. Kinder mit ausgeprägter Linkshändigkeit dürfen nicht gezwungen werden, mit der rechten Hand zu schreiben. In Grenzfällen kann jedoch der Lehrer das Schreiben mit der rechten Hand behutsam anregen. Auf der Grundstufe II ergibt sich als zusätzliche Zielsetzung auch der kreative Umgang mit Schrift.
Aufbauend auf die Vorkenntnisse der Kinder sind die ungarischen Schriftzeichen, die von der deutschen Schreibweise abweichen (zB: A, a, E, e, I, i, O, o, Ü, ü, Gy, gy, Ny, ny, Ty, ty usw.) besonders zu üben.
Ausgehend von den unterschiedlichen Vorkenntnissen der Kinder, dem soziokulturellen Umfeld der Schule und dem Sprachmilieu in der Familie, kann die Alphabetisierung
Dieser Lernbereich geht von der Mitteilungsbereitschaft des Kindes und dessen Bedürfnis aus, etwas schriftlich festzuhalten.
Hier wirken verschiedentliche Teilleistungen unmittelbar ineinander, und zwar vor allem das Sprechen, das Schreiben und das Rechtschreiben. Das Verfassen von Texten stellt daher sehr hohe Ansprüche an das Kind.
Grundsätzlich wird zunächst vom Wortschatz des Kindes und seiner Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit auszugehen sein. Da auch die Ausgangslage und der Lernverlauf der Schüler in diesem Teilbereich individuell sehr unterschiedlich sind, müssen die Anforderungen an Umfang und Selbständigkeit der Niederschriften und die Fördermaßnahmen im Unterricht entsprechend den Sprachkenntnissen differenziert werden.
Die Texte der Schüler dürfen auf der Grundstufe I keinesfalls hinsichtlich ihrer rechtschreibmäßigen Mängel eingeschätzt bzw. beurteilt werden. Jede schriftliche Arbeit muß so organisiert werden, daß die Schüler während der Niederschrift, jedenfalls aber vor der Abgabe im Zweifelsfall lexikalische Lösungswege einschlagen können. Auf der Grundstufe I können die Schüler auch zB dem Lehrer ihre eigenen Geschichten ansagen.
Auf unsichere Schreibungen und häufige Rechtschreibfehler wird im Rechtschreibunterricht einzugehen sein.
Der Lehrer hat geeignete Schreibgelegenheiten zu schaffen bzw. aufzugreifen. Hier kommen sowohl ichbezogene Texte (Erlebnisse, Beobachtungen, ...) als auch partnerbezogene Texte (Mitteilungen, Fragen, Wünsche, ...) in Betracht.
Auch auf der Grundstufe II bildet die Mitteilungsbereitschaft des Kindes eine wesentliche Grundlage für das Verfassen von Texten. Es wird ebenfalls vom Wortschatz des Kindes und seiner Ausdrucks- und Kommunikationsfähigkeit auszugehen sein und die Teilleistungen in den Bereichen Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben zu berücksichtigen sein. Deshalb sind sowohl das eigentliche Verfassen von Texten wie dessen begleitende Übungen entsprechend den individuellen Lernerfordernissen zu differenzieren.
Entsprechend der Steigerung ihrer Fähigkeiten im Sprechen, Schreiben und Rechtschreiben sollen sich die Schüler in kontinuierlicher Fortführung der Arbeit auf der Grundstufe I selbständig immer angemessener ich-, partner- und sachbezogen schriftlich äußern.
Das Erlernen der Rechtschreibung ist ein komplexer Vorgang, der in engem Zusammenhang mit anderen Teilbereichen des Ungarischunterrichts steht.
Diese Teilbereiche wären:
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Sprechen: Bevor sich die Kinder die normgerechte Schreibung eines Wortes einprägen können, müssen sie seine Bedeutung verstehen.
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Erstlesen: Um Wörter normgerecht schreiben zu können, müssen Lautbestandteile und deren Abfolge wahrgenommen werden.
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Schreiben, Lesen: Außerdem müssen Lauten Schriftzeichen und Schriftzeichen Laute zugeordnet werden.
Im Rechtschreibunterricht wird bereits auf der Grundstufe I großer Wert auf Üben und sicheres Beherrschen eines begrenzten Schreibwortschatzes gelegt, das heißt, daß eine oberflächliche Aneignung möglichst vieler Wörter zu vermeiden ist. Dieser begrenzte Schreibwortschatz ergibt sich unter anderem aus dem aktiven und passiven Wortschatz der Kinder, aus Themen, die im Bereich „Verfassen von Texten” bearbeitet werden und aus häufig in der ungarischen Sprache benutzten Wörtern.
Wörter sollen in den verschiedenen Zusammensetzungen, in unterschiedlichen Textvarianten und in vielseitigen Lernsituationen geübt werden. Für den Lernprozeß sind folgende Komponenten wesentlich:
Bloß eindimensionale Vermittlungsweisen können demnach diese Aufgabe nicht lösen.
Durch Zusammenstellung gleichartiger Formen können bestimmte Einzelphänomene der Rechtschreibung bewußtgemacht werden. Die Vermittlung der Interpunktion ist in engem Zusammenhang mit der Sprachbetrachtung zu sehen.
Auf der Grundstufe II soll die gründliche Vermittlung eines begrenzten Schreibwortschatzes fortgesetzt werden. Durch vielseitige methodische Maßnahmen wird sich auf der Grundlage dieses Wortschatzes die Rechtschreibfähigkeit der Schüler erweitern.
Das wiederholte Zusammenstellen gleichartiger Formen soll zu ersten Bildungen von Regeln führen, die von den Schülern auch angewendet werden.
Die Vermittlung einer möglichst geläufigen Nachschlagetechnik führt in der Regel dazu, daß sich die Schüler an den Gebrauch des Wörterbuches als verläßliche Hilfe bei ihren Rechtschreibproblemen schneller und leichter gewöhnen.
Die Verwendung eines Wörterbuches ist auch bei den Schularbeiten zu ermöglichen.
Grundstufe I
Voraussetzung für das Gewinnen von Einsichten in Sprachstrukturen ist eine gewisse Sicherheit im Gebrauch der Sprache. Da zudem die Fähigkeit zur Abstraktion und Begriffsbildung bei den meisten Schülern der Grundstufe I noch auf konkrete Erfahrungen angewiesen und daher begrenzt ist, kommt der Sprachbetrachtung geringere Bedeutung zu als der Erweiterung der Sprachfähigkeit. Sprachbetrachtung ist überall dort angebracht, wo es gelingt, die Freude am Spracherleben und am Umgang mit sprachlichen Elementen zu fördern. Dies schließt die Überbetonung grammatischer Begriffsbildung aus.
Grundstufe II
Auch auf der Grundstufe II ist die Voraussetzung für das Gewinnen von Einsichten in Sprachstrukturen eine gewisse Sicherheit im Gebrauch der Sprache.
Da sich die Fähigkeit zur Abstraktion und Begriffsbildung erst auf der Grundstufe II entsprechend entwickelt, bleibt Sprachbetrachtung mit Ausnahme der Beobachtung einiger leicht zu erfassender sprachlicher Erscheinungen der Unterrichtsarbeit der 3. und 4. Schulstufe vorbehalten; aber auch hier ist das Lernziel nicht das Beherrschen einer vordergründigen Begrifflichkeit.
Sprachbetrachtung erfolgt möglichst im Rahmen solcher Unterrichtsformen, die Gespräche über Sprache ermöglichen und bei denen die Kinder Einsichten in Sprachstrukturen durch Entdecken, Ordnen und Vergleichen gewinnen. Dabei wird sowohl die gesprochene als auch die geschriebene Sprache zum Gegenstand der Betrachtung.
Fachbegriffe werden erst dann eingeführt, wenn die Schüler durch vielfältigen Umgang mit Sprachmaterial eine Sprachform in ihrer Funktion erkannt haben. Werden Fachbegriffe ohne entsprechende Einsicht, also zu früh, verwendet, bleiben sie leere Worthülsen.
Auf der 4. Schulstufe sind die wichtigsten Fachbegriffe zu sichern. Jedoch ist auch auf dieser Schulstufe die Überbetonung grammatischen Begriffswissens zu vermeiden.
Auf der vierten Schulstufe vier Schularbeiten im Schuljahr.
Elementarer Spracherwerb
Elementarer Spracherwerb ist im Sinne eines differenzierten Ungarischunterrichtes eine Art „Sprachlehrgang” des Ungarischen, der integrativ zu führen ist und keine zusätzliche Unterrichtsveranstaltung darstellt. Die Übungsformen sind nicht ausschließlich Aufgabe im Rahmen des „Elementaren Spracherwerbs”, sondern vielmehr auf den gesamten zweisprachigen Unterricht auszudehnen. Damit wird bereits von Anfang an Ungarisch als Zielsprache angestrebt und als Unterrichtssprache verwendet.
Das Lehren einer weiteren Sprache wird nur dann erfolgreich vor sich gehen, wenn das Unterrichtsgeschehen nicht ausschließlich vom Lehrer dominiert wird. Es ist darauf zu achten, daß auf den vom Lehrer gesteuerten Aufbauunterricht schülerzentrierte Arbeitsformen folgen, um die Aktivität der Schüler sicherzustellen und die Sprechzeit zu erhöhen. Folgende schülerzentrierte Arbeitsformen bieten sich an:
Die Schüler arbeiten zu zweit, in kleinen Gruppen, alle Schüler bewegen sich gleichzeitig im Klassenzimmer, und jedes Kind führt mit verschiedenen Partnern einfache Gespräche. Schüler mit guten ungarischen Sprachkenntnissen können als Helfer eingesetzt werden.
Die Beachtung des Prinzips der Anschaulichkeit ist für den Lehrplanabschnitt „Elementarer Spracherwerb” besonders wichtig.
Als Medien kommen in Betracht: Gegenstände, Tuchtafelbilder, Tafelskizzen, Folien, Wandbilder, Wort- und Bildkarten, Kassetten, Spiele usw. Darüber hinaus spielt das Verknüpfen von Sprechen und Handeln unter Einbeziehung von Gestik und Mimik eine wichtige Rolle. Die bereits erarbeiteten ungarischen Bezeichnungen bzw. Aufschriften im Klassenraum sind zu verwenden.
Die Korrektur von Fehlern beim Sprechen ist stets behutsam, aber konsequent durchzuführen, wobei der Lehrer die Rolle eines Helfers einnimmt. Es ist jedoch entscheidend, daß die Schüler in Transfersituationen spüren, daß sie auch frei agieren können, ohne daß Korrekturen durch den Lehrer vorgenommen werden, soweit nicht die Kommunikation beeinträchtigt wird.
Auf eine gezielte und ausreichende Wiederholung ist zu achten. Insbesondere muß darauf Bedacht genommen werden, daß der bisher gelernte Sprachschatz verwendet bzw. erweitert wird (Transfer).
„Elementarer Spracherwerb” ist Teil des täglichen Unterrichts, bis die Schüler befähigt sind, dem Unterricht in Ungarisch zu folgen.
Der Schüler wird wesentlich mehr verstehen, als er sprachlich produzieren kann. Hörverstehen entwickelt sich durch das Verstehen der Äußerungen des Lehrers und jener Schüler, die über gute Ungarischkenntnisse verfügen. Es kann auch über Medien (Kassetten) geschult werden.
Die Sprechfertigkeit der Kinder wird anhand authentischer, altersgemäßer Minidialoge geschult, wobei die Verwendung der gesprochenen Sprache zu beachten ist. Die Schüler reproduzieren und variieren die Dialoge nach der Darbietung in Partnerarbeit.
Nicht das bloße auswendige Aufsagen von Minidialogen ist als Ziel anzustreben, sondern die Anbahnung der spontanen Verwendung der ungarischen Sprache in den für den Unterricht charakteristischen Situationen.
Es ist darauf zu achten, daß ein möglichst natürliches Sprechtempo eingehalten wird, das die Grundlage für eine gute Aussprache, Wortbildung und Intonation bildet.
Die Schulung der Gehörs und die Pflege der Aussprache sind eine sehr wichtige Aufgabe des „Elementaren Spracherwerbs”. Die Schüler sollen lernen, die für das Ungarische charakteristischen Laute und Lautfolgen richtig zu hören und wiederzugeben.
Die unrichtige Artikulation von Phonemen kann zur Störung der Verständigung führen; insofern sind sinnunterscheidende Laute bzw. Lautoppositionen besonders zu üben:
Zu beachten ist, daß die Schüler im Lehrplanteil „Elementarer Spracherwerb” vor allem durch Nachsprechen lernen sollen. Der Lehrer spricht im normalen Sprechtempo vor, die Schüler hören zu, beobachten die Mundstellung des Lehrers und sprechen nach. Dem Lehrer kommt dabei besondere Vorbildwirkung zu. Eine gute Möglichkeit, Ausspracheschulung attraktiv zu gestalten, ergibt sich durch die Verwendung von kurzen Reimen, die eine größere Anzahl der zu übenden Laute enthalten. Auch das Zusammenstellen von Reimpaaren oder das Erfinden von Klangbildern bereitet den Schülern viel Spaß. Ergänzend dazu sind Rollenspiele (zB mit Handpuppen) zur Schulung der Sprachmelodie (Fragen, Verwunderung, Begeisterung usw.) nützlich; gleichzeitig werden die Schüler dadurch auf Kommunikationssituationen vorbereitet.
Der Lese- und Schreibunterricht bleibt dem jeweiligen Unterrichtsgegenstand vorbehalten. Dabei erworbene Kenntnisse können im „Elementaren Spracherwerb” genutzt und gefestigt werden.
Der Wortschatz soll kontextuell (im Wortfeld, im sinnvollen Satz) dargeboten und geübt werden. Realia, Bildmaterial, Gestik und Mimik usw. unterstützen die Bedeutungsvermittlung.
Das Qualitative hat generell Vorrang vor dem Quantitativen. Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Wörter zu vermitteln, sondern einen kleinen, sorgfältig ausgewählten Wortschatz zu erarbeiten, zu üben und im Unterricht vielfältig anzuwenden.
Dem Spielerischen und Musischen kommt auch im „Elementaren Spracherwerb” besondere Bedeutung zu. Reime, Lieder und Lernspiele sind äußerst wirkungsvolle Motivationsträger. Die aus dem zweisprachigen Unterricht bekannten Übungsformen sollen auch hier Anwendung finden.
Das Erleben der Sprache in Verbindung mit spielerischer Tätigkeit vermittelt den Kindern ein Erfolgsgefühl und fördert die Bereitschaft zu weiterem Spracherwerb.
Werden Äußerungsmuster nicht mit Hilfe von Spielen erarbeitet, bieten sich im „Elementaren Spracherwerb” Reihenübungen sowie Frage- und Antwortketten an. Die Übungen sind dem sprachlichen Niveau der Schüler anzupassen.
ACHTER TEIL
BILDUNGS- UND LEHRAUFGABE SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER VERBINDLICHEN ÜBUNG VERKEHRSERZIEHUNG IN DER GRUNDSCHULE
Für die verbindliche Übung Verkehrserziehung gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, achter Teil, mit der Maßgabe, daß der Unterricht den Vorkenntnissen der Kinder entsprechend nach Möglichkeit in annähernd gleichem Ausmaß in ungarischer und deutscher Sprache zu erteilen ist.
NEUNTER TEIL
BILDUNGS- UND LEHRAUFGABEN SOWIE LEHRSTOFF UND DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE DER UNVERBINDLICHEN ÜBUNGEN
Für die unverbindlichen Übungen gelten die Bestimmungen des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule, neunter Teil, mit der Maßgabe, daß der Unterricht den Vorkenntnissen der Kinder entsprechend nach Möglichkeit in annähernd gleichem Ausmaß in ungarischer und deutscher Sprache zu erteilen ist.
Für die unverbindliche Übung Lebende Fremdsprache gelten die Bestimmungen des achten Teils des jeweiligen Lehrplanes der Volksschule.


