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in Kraft 01.09.1991 – 31.08.1993 · idF BGBl. Nr. 379/1991 Anl. 1/7↗RIS↗
in Kraft 01.09.1993 – 31.01.2001 · aufgehoben durch BGBl. II Nr. 354/1999 Anl. 1/7↗RIS↗
… 9 unveränderte Absätze
B. Ausbildungsbereich Sonderdidaktik
Bildungs- und Lehraufgabe:
Ausgehend von den Kenntnissen der allgemeinen Erziehungs- und Bildungsziele, der speziellen Voraussetzungen der Arbeit im künftigen Berufsfeld (Sonderkindergarten, Heilpädagogische- und Integrationsgruppen im Kindergarten, Frühförderung in Zusammenarbeit mit den Kindertagesheimstätten, Familien, Kliniken, Ambulatorien, Beratungsstellen, Freizeiteinrichtungen und als mobile Sonderkindergärtner und Sonderkindergärtnerinnen) sowie der spezifischen Bedürfnisse, Verhaltens- und Betätigungsweisen entwicklungsgestörter bzw. behinderter Kleinkinder sollen die Schüler die Fähigkeit erwerben, behinderte Kleinkinder zu erziehen, insbesondere ihnen die ihrer Entwicklung und Persönlichkeitsentfaltung entsprechende Förderung und Hilfe angedeihen zu lassen.
Dazu gehört das Planen der Arbeit im umfassenden Sinn sowie im Detail, mit der Gruppe sowie mit dem Einzelkind ebenso wie das Reflektieren von Situationen, Handlungen und Vorgangsweisen, insbesondere im Hinblick auf präventive und prophylaktische Maßnahmen.
Ziel des Unterrichtes in Allgemeiner Sonderdidaktik ist es, spartenübergreifend Gemeinsamkeiten und Unterschiede der didaktischen Bedingungs- und Entscheidungsfelder herauszuarbeiten. Die jeweils spartenspezifische Didaktik orientiert sich schwerpunktmäßig an den sich aus der Behinderung ergebenden speziellen didaktischen Zielsetzungen, Inhalten sowie Methoden (einschließlich Früherziehung und Frühförderung).
Durch das Kennenlernen von unterschiedlichen Methoden und Lernprozessen im Zusammenhang mit bestimmten Inhalten bzw. Problemen soll die Entscheidungsfähigkeit und die Flexibilität des pädagogischen Handelns gefördert werden.
In Fragen der Zusammenarbeit mit den Eltern sowie interdisziplinär mit den anderen Fachleuten im Rahmen des sonderpädagogischen Teams sollen die angehenden Sonderkindergärtner und Sonderkindergärtnerinnen den eigenen Aufgabenbereich wahrnehmen, um später im gemeinsamen Tun sowie in der gegenseitigen Unterstützung die größtmögliche Wirkung für das behinderte Kind zu erreichen.
Lehrstoff:
ALLGEMEINE SONDERDIDAKTIK EINSCHLIESSLICH GRUNDLAGEN DER
FRÜHFÖRDERUNG
1., 2. u. 3. Semester (je 1 Wochenstunde):
Allgemeine Voraussetzungen für die Arbeit der Sonderkindergärtner und Sonderkindergärtnerinnen mit dem entwicklungsgestörten bzw. behinderten Kleinkind. Einblick in verschiedene didaktische Konzepte, Projekte, Modelle und Ansätze, deren Anwendbarkeit (Brauchbarkeit) in Anbetracht der unterschiedlichen Behinderungsarten und -grade bzw. von Mehrfachbehinderungen; allgemeingültige didaktische Prinzipien aus gleicher Sicht; deren Gewichtung und Entsprechung in bezug auf die vorgestellten Konzepte, Projekte, Modelle und Ansätze. Grundlage, Notwendigkeit sowie Zielsetzung der Früherziehung, Frühförderung und Integration aus der Sicht der Didaktik; Stellenwert der Frühförderung; Probleme der Schulvorbereitung und Einschulung des entwicklungsgefährdeten, entwicklungsgestörten bzw. behinderten Kindes (Nahtstellenproblematik).
… 7 unveränderte Absätze
Spezielle Erfordernisse hinsichtlich der unterschiedlichen Organisation der didaktischen Arbeit je nach Art des beruflichen Einsatzes in diversen Funktionen mit jeweils besonderen Voraussetzungen sowie speziell sich ergebenden Schwerpunkten.
Methoden und Maßnahmen der Zusammenarbeit mit Eltern (Kontaktnahme, Erstgespräch, Aussprache, Beratungsgespräch, Eingewöhnungsmodus ua.);
Vertrautmachen der Eltern mit speziellen Fördermaßnahmen und -zielen;
Formen der Mitarbeit von Eltern ua. Methoden und Maßnahmen der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern, Ärzten, Therapeuten, Psychologen, Lehrern. Spezielle Teammodelle zur Durchführung. Positive und negative Einflüsse der Interventionen von Helfern auf die Familie als Ganzes.
Basale Bedeutung der für die Persönlichkeitsentfaltung unerläßlichen Aspekte der Arbeit mit dem entwicklungsgestörten bzw. behinderten Kind wie Umweltoffenheit, Spontaneität, Emotionalität, Sozialität, Kreativität und Wertverhalten.
Berufsbild, Selbstverständnis und Rolle der Sonderkindergärtner und Sonderkindergärtnerinnen im sonderpädagogischen Team, im Kindergarten, im Sonderkindergarten, in der heilpädagogischen Gruppe bzw. Integrationsgruppe, in der Arbeit mit der Familie des Kindes sowie in der Gesellschaft. Notwendigkeit der Supervision.
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT LERN- UND
GEISTIG BEHINDERTEN KLEINKINDERN
1., 2. und 4. Semester (je 2 Wochenstunden),
3. Semster (Anm.: richtig: Semester) (1 Wochenstunde):
Überblick über die möglichen Verursachungen, Erscheinungsbilder und Verlaufsformen geistiger Behinderungen (verschiedenster Schweregrade) als Voraussetzung für die Entwicklung von Erziehungs- und Bildungsstrategien.
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Spezielle Erfordernisse hinsichtlich der Raumgestaltung, des Tagesablaufs und des Spielangebots als Rahmen für die Erziehung und Bildung des lern- und geistig behinderten Kleinkindes im Kindergarten. Kenntnis der Erziehungs- und Bildungsbereiche als Grundlage für die didaktisch-methodische Vorbereitung und das praktische, pädagogische Vorgehen in der Gruppe. Förderung der Motorik und Sensorik, sozio-emotionale Erziehung, Sprachanbahnung, musische Erziehung, kognitive Bildung einschließlich Denkförderung sowie lebenspraktische Erziehung.
Aufbereiten der Bildungsinhalte in kleinsten Teilschritten, ausgehend vom unmittelbaren Erfahrungsbereich des einzelnen Kindes, im Rahmen der Langzeitplanung und der Kurzzeitvorbereitung; Ausarbeitung von Förderplänen sowie Führung von Entwicklungsbögen für einzelne Kinder.
Didaktisch-methodisches Vorgehen im Hinblick auf das Auffassungsvermögen, die Rückstände oder Ausfälle in der geistigen Entwicklung des Kindes: Herausstellen der Grundelemente und Grundstrukturen der jeweiligen Gegebenheiten im Sinne eines Durchschaubarmachens; Auswahl wesentlicher Bildungsinhalte aus der Fülle des möglichen Angebotes; Berücksichtigung des kindadäquaten Tempos bei der Aufnahme und Verarbeitung. Durch Gewöhnung bzw. Übung und Wiederholung soll das Kind ein Handlungsinventar erwerben sowie das Gelernte in aktives Verhalten umsetzen.
Fördermöglichkeiten beim schwerst/mehrfach behinderten Kleinkind (basale Stimulation, nonverbale Kommunikation).
Im Hinblick auf familiengerechte Frühförderung: Planung, Durchführung und kritische Überprüfung spezifischer Fördermethoden, deren Anwendung in Übereinstimmung mit den Förderintentionen der Eltern. Aufbau, Ziel und Verlauf einer heilpädagogischen Frühberatung unter Berücksichtigung individueller Erziehungsverhältnisse.
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT VERHALTENSAUFFÄLLIGEN KLEINKINDERN
1. Semester (,2 Wochenstunden)., 3. und 4. Semester:
Überlegungen zu Raumgestaltung, Tagesablauf, Alltagsroutine und Spielangebot im Hinblick auf sich ergebende Verhaltensprobleme und den positiven Umgang damit sowohl im Kindergarten als auch im Sonderkindergarten.
„Heilende Kräfte im kindlichen Spiel'' Spiel”: Möglichkeiten der Anwendung der Prinzipien der nichtdirektiven Spieltherapie; der diagnostische und therapeutische Wert verschiedener spontaner Spielabläufe (Funktions-, Rollen-, Rezeptions-, Konstruktions- und Destruktionsspiel); unterstützende Maßnahmen zur Stabilisierung von sozialen Verhaltensweisen; regressive Tendenzen als therapeutische Möglichkeiten; Umgang mit elementarem Material (Wasser, Ton, Sand, Licht ua.), das Bilderbuch als besonderes Medium (Identifikation, „Anderssein'' „Anderssein” als Positivum, sprachliche, emotionale und soziale Aspekte ua.).
Das Beobachten gruppendynamischer Prozesse, der Stellung des Einzelkindes in der Gruppe; Erkennen der Ansatzpunkte bzw. Signale im Verhalten des Kindes ; Einstellung einer didaktisch-methodisch überlegten Vorgangsweise (Förderplan) und Führung von Entwicklungsbögen für einzelne Kinder.
Die Bedeutung des sozialen Umfeldes für das verhaltensauffällige Kind, die sich daraus ergebende Notwendigkeit der Teamarbeit (Sonderkindergärtner, Sonderkindergärtnerinnen, Kindergärtner, Kindergärtnerinnen der Integrationsgruppe im Kindergarten, Therapeut, Kindergartenhelfer, Kindergartenhelferin, Konsiliararzt ua.) sowie der Stellenwert der Elternarbeit (Kontakt zur Familie, Beratung, Eltern als Cotherapeuten, Elternrunden ua.). Exemplarische Darstellung gezielter praktischer Hilfen, zB in der Arbeit mit Anfallskindern, mit mutistischen Kindern ua. Möglichkeiten der Verhaltensänderung durch Abbau von Unsicherheit und Aggressivität bei Angstbewältigung, Konzentrationsschwierigkeiten, Integrationsproblemen ua. in und durch die Gruppe sowie in der Einzelarbeit mit dem Kind. Probleme, die sich aus der direkten Konfrontation mit dem verhaltensauffälligen Kleinkind in „akuten Situationen' Situationen` ergeben. Praktische Hilfen (Interventionstechniken zum Unterbrechen von Verhaltensschemata, zur positiven Stützung, zur Kontrolle der eigenen Emotionen ua.).
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT SPRACHBEHINDERTEN KLEINKINDERN
1., 2., 3. und 4. Semester (je 2 Wochenstunden):
Methoden, Mittel und Maßnahmen zur Förderung des sprachlich auffälligen Kleinkindes im Vorfeld der Sprachtherapie:
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Kontaktherstellung zum Sprachheilpädagogen; Überwindung von Hemmungen beim Umgang mit Dingen; Initiieren von Imitationsverhalten; Anhebung der Konzentrationsfähigkeit; Verbesserung der sensorischen Unterscheidungsfähigkeit.
Notwendigkeit und Möglichkeiten der Einbeziehung bzw. der Mitarbeit von Kindergärtnern und Kindergärtnerinnen und Eltern - sowie speziell der HNO-Ärzte und der Zahnärzte - bei diversen Maßnahmen der Sprachförderung.
Selektiver Einsatz von sprachfördernden Spielen und Spielgaben, insbesondere auch von Bildern und Bilderbüchern; Anleitung zur Herstellung einfacher Übungsmaterialien.
Methoden zur Überprüfung der Sprache beim Kleinkind: Beobachtung der Spontansprache, Feststellung der sprachlichen Ausfälle, Erhebung des Entwicklungsstandes von Artikulation, Wortschatz, Satzbau ua.; schriftliche Aufzeichnungen der Überprüfungsergebnisse; Führung von Entwicklungsbögen für einzelne Kinder.
Möglichkeiten der Erkennung von Sprachauffälligkeiten im frühen Lebensalter in Abgrenzung zu den entwicklungsbedingten Eigentümlichkeiten der Sprache des Kleinkindes. Überblick über die primären und sekundären Sprachentwicklungsstörungen als Voraussetzung für die Behandlung der häufigsten Sprach- und Sprechstörungen im Kleinkindalter (verzögerte Sprachentwicklung, Dysgrammatismus, Dyslalie, Rhinophonie, Stottern, Poltern ua.). Methodischer Ansatz bei psychogen verursachten Sprachschwierigkeiten und -störungen.
Kenntnis der unterschiedlichen Therapieverfahren auch im Hinblick auf die jeweils spezifische Problematik im Zusammenhang mit anderen Behinderungsarten (Mehrfachbehinderung).
Anleitung zur Anwendung technischer Geräte für die sprachheilpädagogische Arbeit.
Planung und Darstellung der Therapie, deren Verlauf, Kontrolle und Auswertung.
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT KÖRPERBEHINDERTEN KLEINKINDERN
1. und 2. Semester (je 2 Wochenstunden), 3. und 4. Semester:
Konzeption des Gruppenraumes entsprechend den Bedürfnissen körperbehinderter Kleinkinder; Einplanung spezieller Vorrichtungen für einzelne Kinder (therapeutische Behelfe).
… 5 unveränderte Absätze
Eingebaut in den Tagesablauf methodische Hilfen zur Förderung der Selbständigkeit in lebenspraktischen Bereichen (Essen, An- und Ausziehen, Aufsuchen der Toilette ua.).
Behinderungsadäquates Spiel- und Beschäftigungsmaterial für Einzel- und Gruppenaktivitäten. Methoden und Maßnahmen zur gezielten Förderung der Grob- und Feinmotorik (Grundbewegungsmuster wie Lageveränderung, Fortbewegung, Handgeschicklichkeit, Artikulation ua.) im Rahmen der Bildungs- und Erziehungsarbeit. Ganzkörperliches Erfahren von Begriffen, bevor sie aufs Zweidimensionale im Zeichen umgesetzt werden. Stellenwert der verschiedenen Spielformen (insbesondere der Konstruktionsspiele, Zeichnen, Malen, Werken ua.), der rhythmisch-musikalischen sowie der musikalischen Erziehung. Anleitung zur Herstellung von spezialisierten Spielmaterialien und Behelfen für körperbehinderte Kleinkinder.
Überblick über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Einbeziehung therapeutischer Elemente in die praktische Erziehungsarbeit (therapiegerechtes Erzieherverhalten); interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team.
Erstellung der thematischen Vorbereitung und der Langzeitplanung sowie Ausarbeitung von Erziehungs- und Bildungsstrategien. Führung von Entwicklungsbögen für einzelne Kinder.
Im Hinblick auf familienbegleitende Frühförderung: Planung, Durchführung und kritische Überprüfung spezifischer Fördermethoden, deren Anwendung in Übereinstimmung mit den Förderintentionen der Eltern. Aufbau, Ziel und Verlauf einer heilpädagogischen Frühberatung mit Berücksichtigung individueller Erziehungsverhältnisse.
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT HÖRGESCHÄDIGTEN KLEINKINDERN
2. und 3. Semester (je 1 Wochenstunde), 4. Semester:
Einführung in die Erlebniswelt des hörgeschädigten (schwerhörigen und gehörlosen) Kleinkindes unter Berücksichtigung der Beeinträchtigung der Entwicklung: Erfahrungserschwerung durch Verminderung oder Ausfall von akustischen Umweltsignalen (Einengung bzw. Verarmung des auditiven Wahrnehmungsfeldes), insbesondere auch der sprachlichen Information; Gefahr der sozialen Isolierung infolge Kommunikationsschwierigkeiten und der psychischen Verarmung durch die Kontakterschwerung zu Bezugspersonen; Gefahr von Folgeschäden, wenn nicht rechtzeitig auf Grund von Früherfassung und Frühförderung adäquate Erziehungs- und Bildungsstrategien einsetzen (insbesondere Sprachlosigkeit sowie psychische Störungen als folgenschwerste Sekundärschädigungen).
… 8 unveränderte Absätze
Didaktisch-methodisches Vorgehen im Hinblick auf Spracherwerb:
Erlernen des Absehens (Aufbau eines Absehwortschatzes);
Artikulationsübungen (Lautbildung, Stimmbildung, Sprachkorrektur);
Anbilden von einfachen Sprachformen, die Spontanäußerungen ermöglichen.
Didaktisch-methodisches Vorgehen im Hinblick auf Nutzbarmachung von Hörresten (substitutive Methode): Hörtraining, insbesondere auch Unterstützung des Absehens durch elektro-akustisch verstärkte Höreindrücke; Übungen zur Nutzung des Tastsinnes (Abfühlen von Vibrationen).
Förderung des hörgeschädigten Kleinkindes durch rhythmische Erziehung, durch Übungen zur Lockerung des Sprechapparates und Aufbau von Gestaltungsmitteln beim Sprechen (Akzentuierung, Sprechtempo, Lautstärke, Sprechrhythmus, Sprechmelodie).
Anlage und Führung notwendiger schriftlicher Aufzeichnungen (Langzeitplanung, thematische Vorbereitung, Entwicklungsbögen für einzelne Kinder).
Wege und Maßnahmen zur Vermittlung eines der Realität entsprechenden Weltbildes: Förderung der Orientierung in der auf Hören eingestellten Umwelt; Kompensation sprachabhängiger Erfahrungsdefizite durch Erziehung zu selbständigem Handeln; Aufbau einfacher kommunikativer Verhaltensformen für den Umgang mit Hörenden und Gehörlosen; sprachbegleitende Gebärde; Einführung in Gebärdensprache und Manualsysteme; didaktisch-methodische Möglichkeiten der individuellen lautsprachlichen Förderung auch bei zusätzlicher Behinderung des Einzelkindes; Sonderprobleme der Arbeit mit mehrfachbehinderten bzw. aphasischen Kleinkindern einzeln und in der Gruppe; Selektion der Bildungs- und Erziehungsangebote entsprechend dem hörbehinderten Kleinkind sowie Entwicklung und Einsatz spezifischer Mittel zur lautsprachlichen Förderung im Rahmen dieser Angebote; Verwendung von Wahrnehmungshilfen (elektroakustische Hörhilfen, Indikatoren, computergestützte Therapieprogramme) für die Mobilisierung der Funktionsreste des Gehörs bzw. für die Sprachausbildung. Methodische Anleitung der Eltern zur Hausspracherziehung.
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT SEHGESCHÄDIGTEN KLEINKINDERN
2. und 3. Semester (je 1 Wochenstunde), 4. Semester:
Einführung in die Erlebniswelt des sehgeschädigten (sehbehinderten bzw. blinden) Kleinkindes unter Berücksichtigung der Beeinträchtigungen der Entwicklung: Das Problem der Erfahrungserschwerung durch die Verminderung bzw. den Ausfall von visuellen Umweltsignalen (Einengung bzw. Verarmung des visuellen Wahrnehmungsfeldes); Einschränkung der sozialen Kontaktmöglichkeiten, Kommunikationsschwierigkeiten und damit zusammenhängende psychische Probleme; Gefahr von Folgeschäden, wenn nicht rechtzeitig auf Grund von Früherfassung und Frühförderung gezielte Erziehungs- und Bildungsstrategien einsetzen.
… 7 unveränderte Absätze
Didaktisch-methodisches Vorgehen im Hinblick auf die Nutzbarmachung des Rest-Sehvermögens.
Methoden der Kompensation der Ausfälle durch Ausnutzung anderer Sinnesbereiche.
Spezielle Arbeitsbehelfe, inklusive technischer Geräte, zB für das Schieltraining.
Wege und Maßnahmen zur Vermittlung möglichst realitätsnaher Umwelterfahrungen; hierauf abzielend Überlegungen zur Raumgestaltung und zur Planung des Tagesablaufs; spezifische Strategien zur Förderung der Selbständigkeit im lebenspraktischen Bereich, der Aktivität und Mobilität; Aufbereitung der Bildungsinhalte und -angebote; Hilfen zum Abbau allenthalben auffälliger Verhaltensmuster.
Berücksichtigung der Unterscheidung, Abstufung bzw. Abgrenzung von Entwicklungs- und Erziehungsproblemen sehbehinderter bzw. blinder Kinder bei der didaktisch-methodischen Planung der Gruppenarbeit.
Anlage und Führung notwendiger schriftlicher Aufzeichnungen (Langzeitplanung, thematische Vorbereitung, Entwicklungsbögen für einzelne Kinder). Methodische Anleitung und Stützung der Eltern im Hinblick auf die Erziehung zur Selbständigkeit in der Lebensbewältigung.
RHYTHMISCH-MUSIKALISCHE ERZIEHUNG DES BEHINDERTEN KLEINKINDES
Rhythmik:
1., 2. und 3. Semester (je 1 Wochenstunde):
Bedeutung der rhythmisch-musikalischen Erziehung für die Arbeit in den einzelnen Sparten der Sonderpädagogik insbesondere als eine auf ganzheitliche Erziehung gerichtete Methode (Bildung der Gesamtpersönlichkeit) sowie deren therapeutische Möglichkeiten in der Einzel- und Gruppenarbeit. Rhythmisch-musikalische Erziehung als Hilfe zum Abbau von Aggression und Spannung, von Kommunikations- und Konzentrationsschwäche; Möglichkeiten des spontanen Reagierens und Anpassens (bei einem Minimum an verbaler Steuerung); Bedeutung der rhythmisch-musikalischen Erziehung in der Sprachheilpädagogik und der Arbeit mit körperbehinderten Kleinkindern.
Zielsetzung, Anwendung, Grundelemente und Grundhaltungen dieser Methode sowie Übungsarten, Übungsmaterial ua. aufbauend auf den bereits erworbenen Grundkenntnissen. Methodisches Aufgliedern und Realisieren des Prinzips der rhythmisch-musikalischen Erziehung. Verständnis für die Modifikation des Übungsgutes für behinderte Kleinkinder. Sensibilisierung - durch Eigenerfahrung - für die differenzierte Beobachtung, Analyse und Auswertung.
Erweiterung der Kenntnis einschlägiger Fachliteratur.
Musik:
1. und 4. Semester (je 1 Wochenstunde):
Überblick über Grundlagen, Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten der Musik; die Bedeutung der Musiktherapie als wichtige nonverbale Behandlungsmethode auch für Kleinkinder.
Selbsterfahrung mit Musik (aktiv und rezeptiv) und elementaren Musikinstrumenten, Musizierpraxis nach therapeutischen Gesichtspunkten zur Förderung des kommunikativen und sozialintegrativen Verhaltens, der Spontaneität und Kreativität, der Stützfunktionen und des Ausdrucksvermögens: Improvisation, der musikalische Dialog, Lied und Bewegung, Malen mit Musik ua. Anleitung zum Erfinden von Liedern, Musikgeschichten, musikalischen Untermalungen ua.
BILDNERISCHES GESTALTEN ZUR FÖRDERUNG
ENTWICKLUNGSGESTÖRTER UND BEHINDERTER KLEINKINDER
3. Semester (2 Wochenstunden):
Ästhetische Erziehung verstanden als Förderung im kognitiven, kreativen und sozial-emotionalen Bereich; von daher Erkennen der Bedeutung von bildnerischer Betätigung als Lernmöglichkeit sowie auch als Ausgleichs-, Sozialisations- und Integrationsfaktor; das Aufspüren von Möglichkeiten bildnerischen Gestaltens für behinderte Kleinkinder und das Aufbereiten von Techniken entsprechend der Individuallage des einzelnen Kindes; behinderungsadäquate Hilfen von seiten des Erziehers.
Vorstufen zum bildnerischen Gestalten in Form einfacher Funktionsspiele mit verschiedenartigen Materialien; Hinführen zum Konstruieren; Förderung im Malen, Zeichnen, Drucken, Reißen, Falten, Schneiden, Kleben ua. (vielfältige Möglichkeiten der Variation) sowie im Werken mit sogenanntem „wertlosen'' „wertlosen” Material, Naturmaterial, Textilien, Holz, Folie ua.
Didaktische Grundsätze:
… 5 unveränderte Absätze
Der Unterricht in den jeweiligen Teilbereichen soll mit entsprechenden fachlichen Erkenntnissen des theoretischen Ausbildungsbereiches verknüpft und in enger Verbindung mit der Praxis erarbeitet werden, um den Transfer auf die praktischen beruflichen Aufgaben im Sonderkindergarten und bei Frühförderung zu sichern. Der Gefahr der zu einseitigen Betrachtung bzw. einer Überbewertung des therapeutischen gegenüber dem pädagogischen Auftrag ist entgegenzuwirken, und zwar im Sinne einer möglichst allseitigen Erziehung und Bildung auch der behinderten Kleinkinder sowie im Hinblick auf potentielle Integrationsbemühungen.
Um Anschaulichkeit und Effektivität zu sichern, sind Demonstrationen (unter Einbeziehung von Medien) sowie auch die direkte Arbeit mit behinderten Kleinkindern zu nützen, gemäß den Prinzipien des Individualisierens und der Gruppenarbeit, aber unter strikter Wahrung des notwendigen pädagogischen Taktes. Etwaige Exkursionen und Hospitationen sollen unter der Leitung des Fachbetreuers stehen. Eine fallweise Gestaltung des Unterrichtes als Blockseminar kann sich aus der Eigenart einzelner Lehrinhalte bzw. der Verfügbarkeit außerschulischer Experten als notwendig erweisen. Die Möglichkeiten der Einbeziehung von Eltern in der jeweils gebotenen Art (von der bloßen Beratung bis zur Unterstützung der Arbeit) sind wahrzunehmen.
Selbstaktivität und Selbsterfahrung in den musischen Fächern sollen die Sensibilität für kreative Ausdrucksfähigkeit und die Eigenständigkeit fördern, auch im Hinblick auf die ebenfalls notwendige Feinfühligkeit und den Erfindungsreichtum im Umgang mit entwicklungsgestörten bzw. behinderten Kleinkindern in deren sozialem Umfeld.
Das Interesse an berufsbezogener Literatur und selbständiger Weiterbildung ist zu fördern.
BEWEGUNGSERZIEHUNG ZUR FÖRDERUNG ENTWICKLUNGSGESTÖRTER UND
BEHINDERTER KLEINKINDER
3. Semester (2 Wochenstunden), 4. Semester:
Bewegungserziehung verstanden als Förderung der Bewegungsmöglichkeiten entwicklungsgestörter und behinderter Kleinkinder unter Bedachtnahme auf die adäquate Befriedigung ihrer Bewegungsbedürfnisse: mit einzelnen Kindern und in der Gruppe, im Bereich der Grob- sowie der Feinmotorik; Ausschöpfung der sich ergebenden Lernmöglichkeiten im emotional-sozialen, kognitiven und kreativen Bereich, dh. auch als Ausgleichs-, Sozialisations- und Integrationsfaktor im Unterschied zu den ganz speziellen Zielsetzungen bewegungstherapeutischer Maßnahmen.
… 12 unveränderte Absätze
Überblick über die spezifischen Probleme der Bewegungserziehung bei verschiedenen Behinderungsarten und -graden.
Lösende, dehnende bzw. kräftigende Übungen, zu gestalten je nach Behinderungsart und Individuallage, sowie Übungen zur Förderung der motorischen Eigenschaften (Koordination, Reaktion, Konzentration, Kondition).
Bewegungsaufgaben für den Bereich der motorischen Fertigkeiten mit Zielsetzungen, die ausdrücklich Freiraum gewähren für vielfältige Varianten bei spontanem Erproben.
Die Bedeutung des Ordnungsrahmens, dessen bewußte Veränderung zur Anregung produktivkreativer Einfälle und Lösungen im Bewegungsbereich; Auswerten solcher Spielideen und -varianten für weiterführende und/oder komplexere Übungsformen und -situationen.
Erwerben von Kenntnissen und Fertigkeiten in der Verwendung von standardisierten Geräten und Behelfsgeräten, deren Auswahl im Hinblick auf Veränderbarkeit und möglichst freie Verfügbarkeit.
Bedeutung des regelmäßigen Angebots von Übungseinheiten, Auffinden von Möglichkeiten des Einbaues kurzer Übungssequenzen in den Tagesablauf ohne weitläufige Vorbereitungen. Im orthopädischen Bereich Haltungsübungen (Schwerpunkte: Wirbelsäule, Füße); Gleichgewichtsaufgaben zur Verbesserung von Haltungsgefühl und Haltungsaufbau.
Didaktische Grundsätze:
Der Unterricht ist mit den fachlichen Erkenntnissen des theoretischen Ausbildungsbereiches zu verknüpfen und in enger Verbindung mit der Praxis zu erarbeiten, um den Transfer auf die praktischen beruflichen Aufgaben der Sonderkindergärtner und Sonderkindergärtnerinnen zu sichern und die möglichst allseitige Erziehung und Bildung des entwicklungsgestörten bzw. behinderten Kleinkindes zu gewährleisten.
Demonstrationen (unter Einbeziehung von Medien), Exkursionen und Hospitationen sollen unter der Leitung eines Fachbetreuers stehen. Eine fallweise Gestaltung des Unterrichts als Blockseminar kann sich aus der Eigenart einzelner Lehrinhalte bzw. der Verfügbarkeit außerschulischer Experten als notwendig erweisen.
Die Möglichkeiten der Einbeziehung von Eltern in der jeweils gebotenen Art (von der Beratung und Stützung bis zu deren aktiver Unterstützung der sonderpädagogischen Arbeit) sind wahrzunehmen.
Selbstaktivität und Selbsterfahrung sollen das Interesse für die Anliegen der Bewegungserziehung fördern sowie zur praktischen Erprobung mit Kleinkindern, einzeln und in der Gruppe, ermutigen.
Das Interesse an berufsbezogener Literatur und selbständiger Weiterbildung ist zu fördern, auch im Hinblick auf die methodische Weiterentwicklung auf diesem Gebiet.