Gründe:
[1] Soweit im Verfahren über die Nichtigkeitsbeschwerde relevant wurde * W* mit dem angefochtenen, auf dem Wahrspruch der Geschworenen beruhenden Urteil des Verbrechens nach § 3g VG schuldig erkannt. Die Geschworenen haben die hiezu in Richtung des Verbrechens nach § 3g VG gestellte Hauptfrage I bejaht. [1] Soweit im Verfahren über die Nichtigkeitsbeschwerde relevant wurde * W* mit dem angefochtenen, auf dem Wahrspruch der Geschworenen beruhenden Urteil des Verbrechens nach Paragraph 3 g, VG schuldig erkannt. Die Geschworenen haben die hiezu in Richtung des Verbrechens nach Paragraph 3 g, VG gestellte Hauptfrage römisch eins bejaht.
[2] Danach hat er sich in M* und an anderen Orten Österreichs auf andere als die in den §§ 3a bis 3 f VG bezeichnete Weise im nationalsozialistischen Sinn betätigt, indem er sich als eine den Nationalsozialismus befürwortende Person präsentierte und ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus als zeitgemäß darstellte, und zwar im Zeitraum 21. November 2017 bis 13. Juli 2020 durch Versenden folgender Nachrichten über den Kommunikationsdienst WhatsApp [2] Danach hat er sich in M* und an anderen Orten Österreichs auf andere als die in den Paragraphen 3 a bis 3 f VG bezeichnete Weise im nationalsozialistischen Sinn betätigt, indem er sich als eine den Nationalsozialismus befürwortende Person präsentierte und ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus als zeitgemäß darstellte, und zwar im Zeitraum 21. November 2017 bis 13. Juli 2020 durch Versenden folgender Nachrichten über den Kommunikationsdienst WhatsApp
1) an die 39 Mitglieder der WhatsApp-Gruppe „VENEDIGERPASS“:
a) am 11. Dezember 2017 und 11. November 2019 jeweils einen Text mit der Überschrift „EU-Weihnachtsgedicht“ mit folgendem Inhalt: „Vom Arbeitsamt da komme ich her, offene Stellen gibt es nicht mehr. Überall auf den Stufen und Kanten, sitzen Asylanten mit ihren Verwandten. Und draußen vor verschlossenem Tor stehen geduldig die Österreicher davor. Und wie ich so geh am Rathaus vorbei, da sehe ich nur Leute aus der Türkei. Die Feilschen und füllen mit Geld ihre Taschen, da gucken wir dumm, wir einheimische Flaschen! Dann fahr ich nach Hause mit dem Bus, vor mir sitzt ein wohlgedeutschter Russ. Und wie ich da sitze und Zeitung lese, kommt noch ein geflohener Vietnamese. Ich stolpere nach Hause, in den Vorraum hinein, brechen gerade über den Garten Ostkriminelle ein. Auch an Renten ist nichts mehr zu holen, wir kommen ja nicht aus Rumänien oder Polen. Liebe Regierung, komm sei unser Gast und gib uns Österreichern die Hälfte von dem, was für Asylanten und Aussiedler du übrig hast. Der Ali hat Kohle, das Hassan hat Drogen, wir Österreicher zahlen und werden betrogen!!!“,
b) am 31. Dezember 2017, ein Schwarz-Weiß-Foto von Adolf Hitler, der auf einem Schlitten sitzt, samt dem Text „GUTEN RUTSCH FROINDE!“,
c) am 17. Jänner 2018 ein Schwarz-Weiß-Foto, das Adolf Hitler inmitten mehrerer junger Frauen zeigt, samt dem Text „Bachelor 1933“,
d) am 17. Jänner 2018 ein Bild eines Mannes, mutmaßlich mit Down-Syndrom, der einen Zettel mit dem Text „zum Glück bin ich kein Neger“ hochhält,
e) am 2. April 2018 eine Fotomontage, bestehend aus einem grauen Schuh der Marke „Adidas“, wobei der Schuh an der Seite anstatt der typischen drei Streifen ein Hakenkreuz aufweist, mit dem Schriftzug „adidas REICH“, der Überschrift „nur in den Größen 39–45 erhältlich; Aktion 'Heiler Fuß'“ und einem dem Unternehmen „Deichmann“ nachempfundenen Logo, wobei das typische „D“ durch ein „R“ sowie das Wort „Deichmann“ durch „Reichmann“ ersetzt wurde,
f) am 6. Mai 2018 eine mutmaßlich in einer Aufzuchthalle für Puten erstellte Videoaufnahme, wobei eine Stimme dreimal lautstark „Sieg“ schreit und durch die Laute der Tiere der Eindruck hervorgerufen wird, es werde „Sieg Heil“ geschrien,
g) am 9. Juni 2018 eine Fotomontage, zeigend Adolf Hitler und einen Rasierer, der jeweils auf der linken und rechten Seite einen „Klingenteil“, in der Mitte jedoch einen Freiraum hat, sodass beim Rasieren der typische Oberlippenbart Adolf Hitlers entstehen würde, samt dem Text „Gillette Fusion; Führer Edition“,
h) am 17. Juli 2018 eine Videomontage, bestehend aus einem Zusammenschnitt einer Rede von Adolf Hitler, in der dieser „den deutschen Jungen der Zukunft“ beschreibt (schlank, rank, flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl) und daran anschließend eine Rede der deutschen Bundestagsabgeordneten * G* (B90/Grüne), in der diese ausführt, dass „Jungs natürlich auch Glitzernagellack verwenden oder Einhornstaub versprühen dürfen“,
i) am 9. November 2018 ein Foto eines Prospekts der deutschen Reichspost betreffend die Großglockner Hochalpenstraße mit einem aufgedruckten Reichsadler samt „Lorbeerkranz“ und Hakenkreuz in den Krallen,
j) am 31. Dezember 2018 und 31. Dezember 2019 ein Schwarz-Weiß-Foto von Adolf Hitler, der auf einem Schlitten sitzt, samt dem Text „Guten Rutsch Kameraden“,
k) am 20. April 2020, dem Geburtstag von Adolf Hitler, ein Schwarz-Weiß-Foto, das Adolf Hitler mit erhobener rechter Hand zeigt, samt dem Text „WER HAT DENN HEUT GEBURTSTAG“,
l) am 24. Februar 2020 eine Videomontage, bestehend aus einem Zusammenschnitt mehrerer Propagandavideos des NS-Regimes, wobei zum Musikstück „Humba Tätärä“ abwechselnd Adolf Hitler mit Gefolge, eine jubelnde Menschenmenge und marschierende Wehrmachtstruppen zu sehen sind, sodass der Eindruck erweckt wird, Adolf Hitler und die jubelnde Menschenmenge skandieren die Buchstaben „H-U-M-B-A“,
m) am 13. Juli 2020 ein Foto einer Glasflasche mit einem Etikett, das eine grafische Darstellung eines Soldaten zeigt sowie die Aufschrift „Reichsradler“ und einen Reichsadler mit einem kreuzähnlichen Symbol in der Mitte des „Lorbeerkranzes“;
2) an * Gä*:
a) am 21. November 2017 eine Videomontage, bestehend aus einer mit dramatischer Musik unterlegten Aufnahme eines Flugzeugs der Wehrmacht, das eine Bombe abwirft, gefolgt von einer mit orientalischer Musik unterlegten Aufnahme eines plötzlich explodierenden, dem islamischen Kulturkreis zuzurechnenden Gebäudes, wiederum gefolgt von einer mit moderner Musik unterlegten historischen Aufnahme von Adolf Hitler, der zu tanzen scheint,
b) am 31. Dezember 2017 ein Bild marschierender Wehrmachtsoldaten samt dem Text „Der Deutsche rutscht nicht, sondern marschiert ins neue Jahr“,
c) am 31. Dezember 2017 ein Schwarz-Weiß-Foto von Adolf Hitler, der eine mit Hakenkreuzen versehene Feuerwerk-Rakete anzündet, samt dem Text „Happy New Year“,
d) am 24. Mai 2018 ein mit dem deutschen Marsch „Erika“ unterlegtes Video, zeigend einen VW Käfer mit Hakenkreuzen auf beiden Fahrzeugseiten;
3) an den Nutzer „R*“ am 24. Mai 2018 und 5. Februar 2020 ein mit dem deutschen Marsch „Erika“ unterlegtes Video, zeigend einen VW Käfer mit Hakenkreuzen auf beiden Fahrzeugseiten;
4) an * Gi*
a) am 24. Mai 2018 ein mit dem deutschen Marsch „Erika“ unterlegtes Video, zeigend einen VW Käfer mit Hakenkreuzen auf beiden Fahrzeugseiten,
b) am 25. Mai 2018 ein Foto eines goldfarbenen Steinziegels mit einer Prägung in Form eines Hakenkreuzes, der Zahl „1939“ sowie einem Ornament in Form einer Edelweißblüte.