Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 2.Juni 1992 durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Piska als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Walenta, Dr. Rzeszut, Dr. Hager und Dr. Schindler als weitere Richter, in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Lendl als Schriftführer, in der Strafsache gegen Helmut P***** wegen des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach § 88 Abs. 1 und 4, erster Fall, StGB über die von der Generalprokuratur gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15, erhobene Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters des Generalprokurators, des Generalanwaltes Dr. Wasserbauer, und des Verteidigers Dr. Lock, jedoch in Abwesenheit des Angeklagten zu Recht erkannt:Der Oberste Gerichtshof hat am 2.Juni 1992 durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Piska als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Walenta, Dr. Rzeszut, Dr. Hager und Dr. Schindler als weitere Richter, in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Lendl als Schriftführer, in der Strafsache gegen Helmut P***** wegen des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach Paragraph 88, Absatz eins und 4, erster Fall, StGB über die von der Generalprokuratur gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15, erhobene Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters des Generalprokurators, des Generalanwaltes Dr. Wasserbauer, und des Verteidigers Dr. Lock, jedoch in Abwesenheit des Angeklagten zu Recht erkannt:
Spruch
Das Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15, verletzt, soweit damit zu dem mit Urteil des Bezirksgerichtes Mistelbach vom 25.Mai 1988, GZ U 29/88-9, ergangenen Schuldspruch des Helmut P***** (neuerlich) nachträglich eine Strafe ausgesprochen wurde, das Gesetz in der Bestimmung des § 15 Abs. 1 JGG.Das Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15, verletzt, soweit damit zu dem mit Urteil des Bezirksgerichtes Mistelbach vom 25.Mai 1988, GZ U 29/88-9, ergangenen Schuldspruch des Helmut P***** (neuerlich) nachträglich eine Strafe ausgesprochen wurde, das Gesetz in der Bestimmung des Paragraph 15, Absatz eins, JGG.
Dieses Urteil, das im übrigen unberührt bleibt, wird in diesem Ausspruch und im Strafausspruch aufgehoben, und es wird die Sache zur Strafneubemessung (unter Bedachtnahme gemäß § 31 StGB auf das Urteil des Kreisgerichtes Korneuburg vom 11.April 1991, GZ 12 c E Vr 133/91-6) an das Bezirksgericht Stockerau verwiesen.Dieses Urteil, das im übrigen unberührt bleibt, wird in diesem Ausspruch und im Strafausspruch aufgehoben, und es wird die Sache zur Strafneubemessung (unter Bedachtnahme gemäß Paragraph 31, StGB auf das Urteil des Kreisgerichtes Korneuburg vom 11.April 1991, GZ 12 c E römisch fünf r 133/91-6) an das Bezirksgericht Stockerau verwiesen.
Text
Gründe:
Mit Urteil des Bezirksgerichtes Mistelbach vom 25.Mai 1988, GZ U 29/88-9, wurde der am 6.September 1970 geborene (damals noch jugendliche) Helmut P***** des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach § 88 Abs. 1 und Abs. 4 erster Fall StGB schuldig erkannt. Gemäß § 13 (Abs. 1) JGG aF wurden Ausspruch und Vollziehung der Strafe unter Bestimmung einer dreijährigen Probezeit vorläufig aufgeschoben. Das Urteil erwuchs am 30. Mai 1988 in Rechtskraft (S 65).Mit Urteil des Bezirksgerichtes Mistelbach vom 25.Mai 1988, GZ U 29/88-9, wurde der am 6.September 1970 geborene (damals noch jugendliche) Helmut P***** des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach Paragraph 88, Absatz eins und Absatz 4, erster Fall StGB schuldig erkannt. Gemäß Paragraph 13, (Absatz eins,) JGG aF wurden Ausspruch und Vollziehung der Strafe unter Bestimmung einer dreijährigen Probezeit vorläufig aufgeschoben. Das Urteil erwuchs am 30. Mai 1988 in Rechtskraft (S 65).
In der Folge wurde Helmut P***** mit dem (am 15.April 1991 in Rechtskraft erwachsenen - S 95) Urteil des Einzelrichters des Kreisgerichtes Korneuburg vom 11.April 1991, GZ 12 c E Vr 133/91-6, des Verbrechens des Diebstahls durch Einbruch nach den §§ 127, 129 Z 1 StGB schuldig erkannt und "unter nachträglicher Straffestsetzung zu U 29/88 des Bezirksgerichtes Mistelbach" (§§ 15, 16 JGG) zu einer für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehenen Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt.In der Folge wurde Helmut P***** mit dem (am 15.April 1991 in Rechtskraft erwachsenen - S 95) Urteil des Einzelrichters des Kreisgerichtes Korneuburg vom 11.April 1991, GZ 12 c E römisch fünf r 133/91-6, des Verbrechens des Diebstahls durch Einbruch nach den Paragraphen 127, 129, Ziffer eins, StGB schuldig erkannt und "unter nachträglicher Straffestsetzung zu U 29/88 des Bezirksgerichtes Mistelbach" (Paragraphen 15, 16, JGG) zu einer für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehenen Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt.
Helmut P***** wurde schließlich mit dem Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15 (in der Fassung des Berichtigungsbeschlusses vom 23. März 1992 - ON 26), wegen des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach § 88 Abs. 1 und 4 erster Fall StGB (Tatzeit 31. März 1990) unter (abermaligem) nachträglichen Strafausspruch zum Urteil des Bezirksgerichtes Mistelbach vom 25.Mai 1988, GZ U 29/88-9, zu einer Geldstrafe verurteilt.Helmut P***** wurde schließlich mit dem Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15 (in der Fassung des Berichtigungsbeschlusses vom 23. März 1992 - ON 26), wegen des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach Paragraph 88, Absatz eins und 4 erster Fall StGB (Tatzeit 31. März 1990) unter (abermaligem) nachträglichen Strafausspruch zum Urteil des Bezirksgerichtes Mistelbach vom 25.Mai 1988, GZ U 29/88-9, zu einer Geldstrafe verurteilt.
Rechtliche Beurteilung
Im Sinn der von der Generalprokuratur zur Wahrung des Gesetzes erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde trifft es zu, daß das am 3. Mai 1991 in Rechtskraft erwachsene (S 79) Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15, soweit damit zu dem im Strafverfahren zu AZ U 29/88 des Bezirksgerichtes Mistelbach ergangenen Schuldspruch die Strafe nochmals nachträglich ausgesprochen wurde, das Gesetz in der Bestimmung des § 15 Abs. 1 JGG verletzt, war doch im Zeitpunkt dieses Urteils die gesetzlich nur einmal zulässige nachträgliche Straffestsetzung bereits mit dem oben bezeichneten Urteil des Kreisgerichtes Korneuburg ausgesprochen worden.Im Sinn der von der Generalprokuratur zur Wahrung des Gesetzes erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde trifft es zu, daß das am 3. Mai 1991 in Rechtskraft erwachsene (S 79) Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 29.April 1991, GZ U 114/90-15, soweit damit zu dem im Strafverfahren zu AZ U 29/88 des Bezirksgerichtes Mistelbach ergangenen Schuldspruch die Strafe nochmals nachträglich ausgesprochen wurde, das Gesetz in der Bestimmung des Paragraph 15, Absatz eins, JGG verletzt, war doch im Zeitpunkt dieses Urteils die gesetzlich nur einmal zulässige nachträgliche Straffestsetzung bereits mit dem oben bezeichneten Urteil des Kreisgerichtes Korneuburg ausgesprochen worden.
Da nach Lage des Falles eine bei der Strafbemessung für den Beschuldigten nachteilige Auswirkung dieser Gesetzesverletzung nicht auszuschließen ist, war in Stattgebung der von der Generalprokuratur zur Wahrung des Gesetzes erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde der in Rede stehende Strafausspruch des Bezirksgerichtes Stockerau aufzuheben und insgesamt spruchgemäß zu entscheiden.
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1992:0110OS00052.9206.0602.0
Dokumentnummer
JJT_19920602_OGH0002_0110OS00052_9200006_000