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Entscheidung 12 Os 120/07z

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Os120/07z

Entscheidungsdatum

13.12.2007

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 13. Dezember 2007 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Mayrhofer als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Hon.-Prof. Dr. Schroll, Dr. Schwab, Dr. Lässig und Dr. T. Solé als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Wiaderek als Schriftführer, in der Strafsache gegen Mag. Christoph Z***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens des gewerbsmäßigen schweren Betruges nach Paragraphen 146, 147, Absatz eins, Ziffer eins,, Absatz 3, 148, zweiter Fall StGB sowie weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Dr. Markus Z***** sowie über die Berufungen der Staatsanwaltschaft, der Angeklagten Mag. Christoph Z***** und Erich Z***** sowie der Privatbeteiligten Dr. Michael L***** und der L***** Rechtsanwalts GmbH in Liquidation gegen das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck als Schöffengericht vom 21. März 2007, GZ 26 Hv 102/06p-620, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Innsbruck zugeleitet.

Dem Angeklagten Dr. Markus Z***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde Dr. Markus Z***** des teils als Beitragstäter nach Paragraph 12, dritter Fall StGB begangenen Verbrechens des schweren Betruges nach Paragraphen 146, 147, Absatz 3, (A römisch zwei und A römisch vier), des Verbrechens der Untreue nach Paragraph 153, Absatz eins und Absatz 2, zweiter Fall StGB (C römisch zwei), des Vergehens der falschen Beweisaussage vor Gericht nach Paragraph 288, Absatz eins, StGB (F) und des Vergehens der Fälschung eines Beweismittels nach Paragraph 293, Absatz eins, StGB (G 2) schuldig erkannt. Danach haben - soweit für diese Entscheidung von Bedeutung - (A) mit dem Vorsatz, durch das Verhalten der Getäuschten sich, die ihnen zugeordneten Gesellschaften oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, andere durch Täuschung über Tatsachen zu Handlungen, Duldungen oder Unterlassungen verleitet, welche diese oder andere in einem 50.000 Euro übersteigenden Betrag am Vermögen schädigten, nämlich

(A römisch eins) Mag. Christoph Z*****

(A römisch eins 2) zwischen September 2003 und 9. Jänner 2004 in Wörgl und an anderen Orten Verantwortliche der S***** (im Folgenden kurz „S*****") durch die unwahre Behauptung, von den Mitgliedern der Miteigentümergemeinschaft (im Folgenden kurz „MEG") F***** 6 auch im Innenverhältnis mit der Kreditaufnahme beauftragt worden zu sein, dass weiters hinsichtlich eines im ersten Rang bereits eingetragenen grundbücherlichen Pfandrechts der B***** AG in Wien (sogenannte „Ä*****bank" im Folgen kurz „W*****-Bank") eine Löschungsquittung schon vorliege, dieses Pfandrecht gelöscht werde und die S***** als Sicherstellung für ihre Kreditforderung eine Höchstbetragshypothek im ersten Rang erhalte, weiters durch Verschweigen des Umstandes, dass der von ihm vorgeschlagene Treuhänder Dr. Markus Z***** den Treuhandauftrag mangels Löschungsquittung der W*****-Bank nicht werde erfüllen können, zur Gewährung eines Kredites über 1,845.640 Euro an die MEG F***** 6 und Auszahlung der Kreditvaluta an den Treuhänder Dr. Markus Z***** mit einem Schaden von jedenfalls 1,806.432 Euro (Kreditvaluta), wobei er zur Täuschung auch eine falsche Urkunde, nämlich ein gefälschtes Miteigentümerversammlungsprotokoll vom 3. Oktober 2003, benutzte;

(A römisch eins 3) zwischen September 2003 und 8. Jänner 2004 in Wörgl und an anderen Orten Verantwortliche der S***** durch die unwahre Behauptung, von den Mitgliedern der MEG S***** 51 auch im Innenverhältnis mit der Kreditaufnahme beauftragt worden zu sein, weiters dass die S***** als Sicherstellung für ihre Kreditforderung eine Höchstbetragshypothek im ersten Rang erhalte, ferner durch Verschweigen des Umstandes, dass bereits bei der W*****-Bank ein weiterer Kredit aufgenommen und mit dieser Bank ebenfalls die Eintragung eines Höchstbetragspfandrechtes im ersten Rang vereinbart worden war, dass der von ihm vorgeschlagene Treuhänder Dr. Markus Z***** diesbezüglich einen identen, noch nicht erfüllten und vorerst nicht erfüllbaren Treuhandauftrag der W*****-Bank übernommen hatte, zur Gewährung eines Kredites über 920.000 Euro an die MEG S***** 51 und Auszahlung der Kreditvaluta an den Treuhänder Dr. Markus Z***** mit einem Schaden von jedenfalls 895.071,10 Euro (Kreditvaluta), wobei er zur Täuschung auch eine falsche Urkunde, nämlich ein gefälschtes Miteigentümerversammlungsprotokoll vom 3. Oktober 2003, benutzte;

(A römisch eins 5) Ende April - Anfang Mai 2004 in Salzburg und an anderen Orten Verantwortliche der H***** AG zur Gewährung eines Kredites über 900.000 Euro, angeblich für Zwecke der MEG S***** 45, sowie zur Auszahlung der Kreditvaluta teils an den „Treuhänder" Dr. Markus Z*****, teils direkt zur Befreiung von Werklohnansprüchen an beauftragte Unternehmer, wobei er wahrheitswidrig auch als Bevollmächtigter der angeblichen (Noch-)Miteigentümerin Dr. Daniela K***** auftrat und verschwieg, dass diese infolge einer Vertragsaufhebungsvereinbarung sämtliche Vollmachten bereits widerrufen hatte, weiters dass die vereinbarte Einverleibung einer Höchstbetragshypothek über 900.000 Euro im ersten Grundbuchsrang nicht möglich sein werde, zumal er bereits im Jahre 2002 namens der MEG S***** 45 einen Kredit über 760.000 Euro bei der W*****-Bank aufgenommen hatte und mit dieser Bank die Einverleibung eines Höchstbetragspfandrechtes über 910.000 Euro im ersten Grundbuchsrang vereinbart worden war, wobei er zur Täuschung eine falsche Urkunde, nämlich einen Aktenvermerk mit der gefälschten Unterschrift der Miteigentümerin Dr. Daniela K***** und Mag. Charlotte B*****, benutzte, worin diese angeblich ihre Zustimmung zur Kreditaufnahme bekundeten, wodurch ein Schaden von zumindest 900.000 Euro (Kreditvaluta) entstand;

(A römisch eins 11) im Dezember 2002 in Salzburg und an anderen Orten Verantwortliche der W*****-Bank zur Gewährung eines Kredites in Höhe von 710.000 Euro an die MEG S***** 29 und Auszahlung der Kreditvaluta an den Treuhänder Dr. Markus Z*****, indem er die Einräumung einer Höchstbetragshypothek über 850.000 Euro im ersten Rang zusicherte, hiebei aber verschwieg, dass die bereits im ersten Rang eingetragene Höchstbetragshypothek der S***** AG nicht löschungsfähig war, weiters durch die unwahre Behauptung, auch Dr. Otmar W***** sei Miteigentümer und werde für den Kredit anteilsmäßig haften, und durch Verschweigen, dass die Kreditvaluta gar nicht für Zwecke der MEG S***** 29 Verwendung finden sollte, wobei er zur Täuschung auch eine gefälschte Urkunde, nämlich ein gefälschtes Protokoll über die konstituierende Miteigentümerversammlung vom 23. Dezember 2002 benützte, wodurch ein Schaden von jedenfalls 700.000 Euro (Kreditvaluta) entstand; (A römisch eins 12) im Jänner 2004 in Wörgl und an anderen Orten Verantwortliche der S***** durch das Verschweigen des Umstandes, dass die C***** GmbH bereits im Sommer 2003 einen Kredit über 513.340 Euro im Zusammenhang mit dem „Objekt Z***** in Salzburg" bei der W*****-Bank aufgenommen und der Bank die Einverleibung einer Höchstbetragshypothek von 650.000 Euro im ersten Grundbuchsrang zugesagt hatte sowie dass der Treuhänder Dr. Markus Z***** einen diesbezüglich identen Treuhandauftrag bereits zugunsten der W*****-Bank übernommen und noch gar nicht erfüllt hatte, zur Gewährung eines weiteren Darlehens für dieses Projekt in Höhe von 460.000 Euro gegen Einverleibung einer Höchstbetragshypothek in Höhe von 598.000 Euro gleichfalls im ersten Grundbuchsrang sowie zur Auszahlung der Kreditvaluta von 460.000 Euro an den Treuhänder Dr. Markus Z*****;

(A römisch zwei) Dr. Markus Z*****

(A römisch zwei 1) am 17. September 2004 in Innsbruck und an anderen Orten durch die wahrheitswidrigen Behauptungen, er sei gar nicht in „strafrechtlich relevante Vorgänge verwickelt" und werde binnen 14 Tagen seine Tätigkeit als Anwalt wieder aufnehmen, mit der Darlehenssumme könnten „seine Probleme gänzlich gelöst" werden und er sei in der Lage, das Darlehen bis längstens 15. Juni 2005 verzinst zurückzuführen, sowie durch das Verschweigen des Umstandes, dass er sein gesamtes Vermögen bereits mit schriftlicher Erklärung vom 14. September 2004 an Dr. Michael L***** verpfändet und seine Anteile an der L***** GmbH unentgeltlich an seinen einstigen Kanzleipartner abgetreten hatte, somit durch das Verschweigen seiner gänzlichen Vermögenslosigkeit, und durch Täuschung über die Werthaltigkeit einer Bürgen- und Zahlerhaftung Erich Z*****s Peter G***** zur Gewährung eines Darlehens von 120.000 Euro;

(A römisch zwei 2) als Beitragstäter (Paragraph 12, dritter Fall StGB) (A römisch zwei 2a) zur oben bei A römisch eins 2 beschriebenen Tat des Mag. Christoph Z***** beigetragen, indem er den Treuhandauftrag der S***** annahm, hiebei aber verschwieg, dass er diesen Auftrag weder erfüllen könne noch wolle, weil mangels einer Löschungsquittung der W*****-Bank eine Eintragung der zugesagten Höchstbetragshypothek im ersten Rang in absehbarer Zeit nicht möglich gewesen sei, er den Treuhanderlag aber ohnedies auch ohne Vorliegen der Treuhandbedingung an Mag. Christoph Z***** und Erich Z***** auszahlen werde;

(A römisch zwei 2b) zur oben bei A römisch eins 3 beschriebenen Tat des Mag. Christoph Z***** beigetragen, indem er den Treuhandauftrag der S***** annahm, hiebei aber verschwieg, dass er einen diesbezüglich identen Treuhandauftrag bereits gegenüber der W*****-Bank angenommen und diesen noch nicht erfüllt hatte, wobei auch die W*****-Bank über ein im ersten Rang einzutragendes Höchstbetragspfandrecht verfügte, und er den Treuhanderlag ohnedies auch ohne Vorliegen der Treuhandbedingung an Mag. Christoph Z***** zur weiteren Verwendung auszahlen werde;

(A römisch zwei 2c) zur oben bei A römisch eins 5 beschriebenen Tat des Mag. Christoph Z***** beigetragen, indem er anlässlich der Übernahme des Treuhandauftrags den Verantwortlichen der H***** AG gegenüber verschwieg, den Treuhandauftrag, insbesondere die Einverleibung der Höchstbetragshypothek über 900.000 Euro im ersten Grundbuchsrang, nicht erfüllen zu können, zumal er bereits im Jahre 2002 einen identen Treuhandauftrag gegenüber der W*****-Bank übernommen und auch für diese eine Höchstbetragshypothek über 910.000 Euro im ersten Grundbuchsrang noch einzutragen hatte, weiters durch Verschweigen des Umstandes, dass er den Treuhanderlag ohnedies ohne Vorliegen der Treuhandbedingungen an Mag. Christoph Z***** ausfolgen werde und Dr. Daniela K***** ihm gegenüber die erteilte Vollmacht bereits widerrufen hatte;

(A römisch zwei 2d) zur oben bei A römisch eins 11 beschriebenen Tat des Mag. Christoph Z***** beigetragen, indem er anlässlich der Übernahme des Treuhandauftrags den Verantwortlichen der W*****-Bank gegenüber verschwieg, den Treuhandauftrag nicht erfüllen zu können, weil die bereits im ersten Rang eingetragene Höchstbetragshypothek der S***** AG nicht löschungsfähig war und er den Treuhanderlag ohnedies auch ohne Vorliegen der Treuhandbedingungen auszahlen werde; (A römisch zwei 2e) zur oben bei A römisch eins 12 beschriebenen Tat des Mag. Christoph Z***** beigetragen, indem er den Treuhandauftrag der S***** annahm, hiebei aber verschwieg, dass er einen diesbezüglich identen Treuhandauftrag bereits gegenüber der W*****-Bank angenommen und diesen noch nicht erfüllt hatte, wobei auch die W*****-Bank über ein im ersten Rang einzutragendes Höchstbetragspfandrecht verfügte, und er den Treuhanderlag ohnedies auch ohne Vorliegen der Treuhandbedingungen an Mag. Christoph Z***** zur weiteren Verwendung auszahlen werde;

(A römisch vier) Mag. Christoph Z***** und Dr. Markus Z***** im bewussten und gewollten Zusammenwirken als Mittäter am 17. September 2004 in Innsbruck und an anderen Orten Othmar S***** zur Gewährung eines Darlehens von 200.000 Euro an sie, wobei sie ihre Schuldenlast und völlige Vermögenslosigkeit - insbesondere infolge der nur wenige Tage zuvor zwecks Schadensgutmachung unentgeltlich geschehenen Vermögensabtretungen und -verpfändungen an Dr. Michael L***** - verschwiegen, wodurch ein Schaden von 200.000 Euro entstand; (C) eine durch Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, wissentlich missbraucht und dadurch anderen Personen einen insgesamt 50.000 Euro übersteigenden Vermögensnachteil zugefügt, nämlich

(C römisch zwei) Dr. Markus Z*****

(C römisch zwei 1) zwischen 3. Oktober 2001 und 30. Dezember 2002 in Salzburg, indem er den vom Käufer Armin P***** für den Ankauf der Wohnungen Top 8, 9 und 10 am Objekt S***** 29 treuhändig auf seinem Anderkonto erlegten Kaufpreis von insgesamt 1,162.765,35 Euro an Mag. Christoph Z***** bzw die von ihm geführte C***** GmbH teils in bar, teils durch Überweisung ausfolgte, bevor eine Lastenfreistellung des Kaufobjektes erfolgt oder sichergestellt worden war, sowie zwischen 27. März und 30. Juni 2002 eine ihm von der Bank zugunsten des Investors Armin P***** ausgestellte und überlassene Bankgarantie über 581.382,67 Euro ungenützt verfallen ließ, wodurch ein Schaden jedenfalls in Höhe des an Mag. Christoph Z***** ausbezahlten Kaufpreises von 1,162.765,35 Euro entstand;

(C römisch zwei 2) am 1. März 2002 in Innsbruck und an anderen Orten als Treuhänder durch zweckfremde und vor Erfüllung der Treuhandauflagen erfolgte Überweisung folgender Beträge aus einem Treuhanderlag von der W*****-Bank, nämlich des der MEG F***** 6 zur Konto-Nr ***** gewährten Fremdwährungskredites, und zwar

(C römisch zwei 2a) 17,184.075,92 S (1,248.815,50 Euro) auf das Konto Nr ***** bei der O***** AG in Salzburg, zuzuordnen der Z***** GmbH, wodurch ein Schaden von jedenfalls 17,184.075,92 S (1,248.815,50 Euro) entstand;

(C römisch zwei 2b) 8,000.000 S (581.382,68 Euro) auf ein Konto Nr. ***** bei der O***** AG Salzburg, lautend auf Eva-Sabine Z*****, geschiedene Ehefrau des Erstangeklagten, zwecks Tilgung eines zur Finanzierung eines Liegenschaftserwerbes in Seeham/Salzburg aufgenommenen Kredites, wodurch ein Schaden von jedenfalls 8,000.000 S (581.382,68 Euro) entstand;

(C römisch zwei 3) zwischen 20. August 2002 und Ende 2002 in Salzburg, indem er den von der Käuferin Irina W***** für den Ankauf der Wohnung Top 6 am Objekt S***** 29 treuhändig auf seinem Anderkonto erlegten Kaufpreis von insgesamt 207.150 Euro an Mag. Christoph Z***** bzw die von ihm geführte C***** GmbH teils in bar, teils durch Überweisung ausfolgte, bevor eine Lastenfreistellung des Kaufobjektes erfolgt oder sichergestellt worden war, wodurch ein Schaden jedenfalls in Höhe des ausbezahlten Kaufpreises von 207.150 Euro entstand; (C römisch zwei 4) zwischen 27. bzw 28. August 2002 und Ende 2002 in Salzburg, indem er den von den Käuferinnen Verena N***** und Dr. Patrizia G***** für den Ankauf der Wohnung Top 5 am Objekt S***** 29 treuhändig auf seinem Anderkonto erlegten Kaufpreis in Höhe von insgesamt 181.700 Euro an Mag. Christoph Z***** bzw die von ihm geführte C***** GmbH, teils in bar, teils durch Überweisung ausfolgte, bevor eine Lastenfreistellung des Kaufobjektes erfolgt oder sichergestellt worden war, wodurch ein Schaden jedenfalls in Höhe des ausbezahlten Kaufpreises von 181.700 Euro entstand; (C römisch zwei 5) am 31. Dezember 2002 in Innsbruck und an anderen Orten in der Kreditsache der MEG S***** 45, indem er von der auf sein Treuhandkonto von der W*****-Bank treuhändig erlegten Kreditvaluta von 750.000 Euro zumindest einen Betrag von 730.000 Euro bar behob und an Mag. Christoph Z***** als Geschäftsführer der C***** GmbH ausfolgte, bevor die auferlegten Treuhandbedingungen, nämlich insbesondere die Einverleibung des Eigentumsrechtes der Miteigentümer der MEG S***** 45 sowie des vereinbarten Höchstbetragspfandrechtes der W*****-Bank über 910.000 Euro im ersten Grundbuchsrang überhaupt vorlagen oder auch nur sichergestellt waren, sowie innerhalb der im Treuhandauftrag gesetzten Frist weder die Einverleibung des Eigentumsrechtes der Mitglieder der MEG S***** 45 noch jene der Höchstbetragshypothek im Grundbuch veranlasste, wodurch ein Schaden jedenfalls von 730.000 Euro entstand;

(C römisch zwei 6) im Oktober 2003 in Innsbruck und an anderen Orten die gegenüber der S***** im Zusammenhang mit einer Kreditgewährung an die Z***** OEG übernommene Treuhandverpflichtung vom 21. Oktober 2003, den zugezählten Kreditbetrag von 225.000 Euro nur für Zwecke der grundbücherlichen Durchführung des Liegenschaftskaufes betreffend zwei Wohnungseigentumsobjekte in Innsbruck, J***** 1, zu halten sowie damit zusammenhängend die Eintragung einer Höchstbetragshypothek im ersten Range zu erwirken, indem er ohne Vorliegen der Treuhandbedingungen vom Treuhandkonto aus

(C römisch zwei 6a) am 24. Oktober 2003 einen Betrag von 119.822,29 Euro auf ein Konto der Z***** OEG überwies und

(C römisch zwei 6b) am 27. Oktober 2003 restliche 105.177,71 Euro bar behob und dem Erstangeklagten übergab;

(C römisch zwei 7) im Zusammenhang mit der zu A römisch eins 3 und A römisch zwei 2 b beschriebenen Tat am 22. Dezember 2003 in Wörgl und an anderen Orten als bereits im Dezember 2001 berufener Treuhänder auch der W*****-Bank (im Zusammenhang mit der Kreditgewährung an die MEG S***** 51), wobei er den bezughabenden Treuhandauftrag, nämlich Einverleibung eines Höchstbetragspfandrechtes zugunsten der W*****-Bank im ersten Rang, noch nicht erfüllt hatte, durch Übernahme einer weiteren Treuhandschaft auch für die S***** und Eingehen einer Verpflichtung, nämlich auch deren Höchstbetragspfandrecht im ersten Rang einverleiben zu lassen, sowie durch Beantragung der Intabulierung des Höchstbetragspfandrechtes der S***** im ersten Rang, welche tatsächlich am 17. September 2004 durchgeführt wurde, sodass das Höchstbetragspfandrecht der W*****-Bank nicht mehr erstrangig einverleibt werden konnte, wodurch ein Schaden jedenfalls in Höhe der ausbezahlten Kreditvaluta von 1,061.515,74 Euro entstand; (C römisch zwei 8) im Mai und Juli 2004 in Innsbruck unter Verletzung der Treuhandbedingungen durch Behebung nachstehender Treuhandbeträge (Kaufpreise) zum Nachteil ungenannt gebliebener Klienten der Rechtsanwaltskanzlei vom Treuhand- bzw Anderkonto der L***** GmbH und Ausfolgung der Gelder an den Erst- und Drittangeklagten, nämlich (C römisch zwei 8a) am 24. Mai 2004 518.670 Euro,

(C römisch zwei 8b) am 5. Juli 2004 150.000 Euro;

(C römisch zwei 9) im Sommer 2003 in Innsbruck und an anderen Orten im Zusammenhang mit der Abwicklung der Kreditsache „Objekt Z***** in Salzburg" unter Verletzung des Treuhandauftrages der W*****-Bank durch Überlassung des Treuhanderlages von 513.340 Euro an Mag. Christoph Z***** bzw die C***** GmbH, bevor die vereinbarte Eintragung der Höchstbetragshypothek im ersten Grundbuchrang überhaupt veranlasst oder auch nur sichergestellt worden war, wodurch ein Schaden von 513.340 Euro entstand;

(F) Dr. Markus Z***** am 8. Februar 2006 in Innsbruck in der

Strafsache gegen Dr. Michael L***** wegen § 153 Abs 1 und Abs 2

zweiter Fall StGB, AZ 31 Ur 335/05t des Landesgerichtes Innsbruck,

bei seiner förmlichen Vernehmung zur Sache vor dem

Untersuchungsrichter falsch ausgesagt, indem er wahrheitswidrig

angab,

(F 1) „... bei dem Gespräch hinsichtlich der Übernahme der

Eigentumsanteile und der Treuhandvereinbarung hat Dr. L***** gemeint,

dass das so in Ordnung gehe und war damit einverstanden ...";

(F 2) „... diesen Passus (gemeint: dass weder eine schriftliche noch

eine mündliche Vereinbarung zwischen Dr. Michael L***** und Mag.

Christoph Z***** bestünde) muss ich damals übersehen haben. Ich wollte lediglich bestätigen, dass keine schriftliche Treuhandvereinbarung besteht. Eine mündliche hat es sehr wohl gegeben

...";

(G)

(G 2) Dr. Markus Z***** im Sommer 2005 in Innsbruck und an anderen Orten ein falsches Beweismittel hergestellt, wobei er mit dem Vorsatz handelte, dass es in einem gerichtlichen Verfahren, nämlich in der Strafsache gegen Dr. Michael L***** wegen Paragraph 153, Absatz eins und Absatz 2, zweiter Fall StGB, AZ 31 Ur 335/05t des Landesgerichtes Innsbruck, gebraucht werde, indem er eine mit 26. Juli 2005 datierte „eidesstättige Erklärung" verfasste und unterfertigte, worin er inhaltlich unrichtig bestätigte, dass - sinngemäß zusammengefasst - zwischen Dr. Michael L***** und Dr. Markus Z***** einerseits und Mag. Christoph Z***** andererseits mündlich vereinbart worden sei, dass erstere als Treuhänder für Mag. Christoph Z***** auftreten und dessen Liegenschaftsanteil an der K*****, Innsbruck, im Eigentum und Besitz des Mag. Christoph Z***** verbleibe.

Rechtliche Beurteilung

Der dagegen, gestützt auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, 5, 5 a und 9 Litera b, StPO, erhobenen Nichtigkeitsbeschwerde kommt keine Berechtigung zu. Die Verfahrensrüge (Ziffer 4,) bemängelt die Abweisung des Antrags auf Einvernahme und Ladung dreier Zeuginnen zum Beweis dafür, dass der Angeklagte eine psychische Wesensveränderung durchlaufen habe, welche ursächlich auf den von der Familie, insbesondere von seinem Vater Erich Z***** sowie seinem Bruder Mag. Christoph Z*****, ausgeübten Druck zurückzuführen sei, und er unter dem massiven Einfluss seines Vaters (des Drittangeklagten) und seines Bruders (des Erstangeklagten) gestanden sei (S 219 ff/XXVII). Das Erstgericht wies diesen Beweisantrag zu Recht mit der Begründung ab, dass das Begehren kein schuld- oder entscheidungswesentliches Thema anspreche, zumal eine völlige Zurechnungsunfähigkeit des Beschwerdeführers nie behauptet worden sei.

Auf die erst in der Beschwerde vorgebrachten Argumente für die angestrebte Beweiserhebung war nicht weiter einzugehen, weil die Berechtigung des Antrags stets auf den Antragszeitpunkt bezogen zu prüfen ist. Im Übrigen strebt der Nichtigkeitswerber mit diesem unzulässigen neuen Rechtsmittelvorbringen lediglich einen Erkundungsbeweis an, ohne darzutun, weshalb die über einen Krankheitszustand aussagenden Zeuginnen zur subjektiven Tatseite des Rechtsmittelwerbers berichten können sollten.

Die Mängelrüge (Ziffer 5,) greift lediglich einzelne Sätze der Urteilsbegründung heraus, ohne die umfassenden Erwägungen der Tatrichter (US 205 bis 218) in ihrer Gesamtheit zu berücksichtigen. Entgegen dem Beschwerdevorbringen bedurfte die gleichfalls aus dem Zusammenhang gerissene Passage der Einlassung des Erstangeklagten Mag. Christoph Z*****, wonach gegenüber dem Nichtigkeitswerber „niemals die Karten auf den Tisch gelegt wurden", keiner eigenständigen Erwägung, deponierte doch der Erstangeklagte in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass er über die Beweggründe des Handelns seines Bruders keine Auskunft mehr geben könne (S 115/XXVII). Soweit der Nichtigkeitswerber einen Teil der Verantwortung des Drittangeklagten als erörterungsbedürftig erachtet, wonach dieser ihm gegenüber keine Bedenken geäußert habe, wird damit nicht auf die innere Tatseite des Nichtigkeitswerbers Bezug genommen, zumal der Vater des Zweitangeklagten in dieser Aussage ausdrücklich darauf abstellte, dass Dr. Markus Z***** wegen seiner Erkrankung und fehlender psychischer Belastbarkeit geschont werden sollte (S 131/XXVII).

Im Übrigen lassen diese Einwände die Erwägungen des Schöffengerichtes zur teilweise geständigen Verantwortung des Zweitangeklagten (US 205 f; US 208 f) sowie die Überlegungen zu den vorgeworfenen Tathandlungen des Beschwerdeführers außer Acht, welche er ohne Beteiligung des Erst- und Drittangeklagten zu verantworten hat (Schuldsprüche F und G 2). Darüber hinaus setzten sich die Tatrichter inhaltlich mit dem vom Beschwerdeführer selbst vorgebrachten - zu den erwähnten Aussagen der Mitangeklagten entsprechend korrespondierenden - Vertrauen auf die Redlichkeit des Erst- und Drittangeklagten auseinander, wiesen aber diese leugnende Einlassung als unglaubwürdig zurück (US 210 ff).

In der Tatsachenrüge (Ziffer 5 a,) wiederholt der Beschwerdeführer zunächst die bereits zur Mängelrüge vorgebrachte Kritik, ohne damit sich aus den Akten ergebende erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Ausspruch über die Schuld zugrunde liegenden entscheidenden Tatsachen aufzuzeigen. Dass der Beschwerdeführer angeblich vergleiche demgegenüber die Erwägungen zur eigenen Bereicherung des Rechtsmittelwerbers bei den Schuldsprüchen A römisch zwei 1 und A römisch vier - US 218) keinen eigenen finanziellen Vorteil aus den inkriminierten Handlungen zog, vermag selbst bei den einen Bereicherungsvorsatz voraussetzenden Taten angesichts der Urteilsfeststellungen, wonach Dr. Markus Z***** im Rahmen eines familiären Zusammenwirkens agierte, ebenso wenig derartige Bedenken hervorzurufen, wie ein nach Aufkommen der ersten diverse Malversationen betreffenden Verdachtsmomente von ihm verübter Selbstmordversuch.

Die unter einem ausgeführte Aufklärungsrüge nennt kein einziges Beweismittel, welches im Zuge amtswegiger Erforschung noch in das Verfahren einzubringen gewesen wäre. Überdies legt der Beschwerdeführer nicht dar, weshalb er an einer entsprechenden Antragstellung gehindert gewesen wäre vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 480).

In der Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera b,) behauptet der Nichtigkeitswerber hinsichtlich des Schuldspruchs C römisch zwei 8 das Vorliegen tätiger Reue, indem er die diesem Strafaufhebungsgrund entgegenstehenden Urteilsannahmen, wonach er die Gelder zur Schadensgutmachung teilweise aus neuen Straftaten lukrierte (US 172 ff; 178 ff; 228 f), ausdrücklich in Abrede stellt. Solcherart geht er nicht von den zur Ausführung dieses materiellrechtlichen Nichtigkeitsgrundes maßgeblichen Urteilskonstatierungen aus.

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO). Daraus folgt die Kompetenz des Gerichtshofes zweiter Instanz zur Entscheidung über die Berufungen (Paragraph 285 i, StPO).

Die Kostenentscheidung stützt sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Anmerkung

E86303 12Os120.07z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:0120OS00120.07Z.1213.000

Dokumentnummer

JJT_20071213_OGH0002_0120OS00120_07Z0000_000