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Entscheidung 12 Os 59/08f×

Entscheidung 12 Os 59/08f

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Os59/08f

Entscheidungsdatum

19.06.2008

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 19. Juni 2008 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Mayrhofer als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Schroll, Dr. Schwab, Dr. Lässig und Dr. T. Solé als weitere Richter, in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Puttinger als Schriftführer, in der Strafsache gegen Murat D***** und andere Angeklagte wegen der Verbrechen des Raubes nach Paragraph 142, Absatz eins, StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Abd El Hamid G***** gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Jugendschöffengericht vom 31. Jänner 2008, GZ 141 Hv 178/07s-100, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung werden die Akten dem Oberlandesgericht Wien zugeleitet.

Dem Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen, hinsichtlich weiterer Angeklagter rechtskräftig gewordenen Urteil wurde Abd El Hamid G***** des Verbrechens des Raubes nach Paragraph 142, StGB schuldig erkannt. Danach hat er im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit Murat D*****, Pir A***** und dem abgesondert verfolgten Aydin I***** sowie einem noch unbekannten weiteren Täter am 23. September 2007 in Wien dadurch, dass Pir A***** Johann K*****, Dominic Kr***** und Mehmet Ki***** zur Übergabe von Zigaretten und zur Herausgabe ihrer „Handys" aufforderte, Mehmet Ki***** einen Stoß mit der Hand versetzte und ihn zum Verlassen des Tatorts aufforderte, sowie Aydin I*****, Murat D*****, Pir A***** und Abd El Hamid G***** sowie der unbekannte Täter sodann Dominic Kr***** und Johann K***** umringten und wiederholt die Herausgabe ihrer „Handys" forderten, Aydin I***** Johann K***** ein „Handy", welches dieser in seiner Hand festhielt, unter Anwendung von Körperkraft aus der Hand riss, Abd El Hamid G***** Johann K***** einen Rucksack von den Schultern riss und diesen gegen den Widerstand nach Bargeld und Wertgegenständen durchsuchte, Pir A***** Dominic Kr***** am Arm packte, ihn zurückzerrte und ihm gewaltsam seine Umhängetasche über den Kopf zog und diese nach Bargeld und Wertgegenständen durchsuchte, Personen mit Gewalt bzw durch gefährliche Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben (Paragraph 89, StGB) fremde bewegliche Sache mit dem Vorsatz, sich durch deren Zueignung unrechtmäßig zu bereichern, weggenommen und zwar

  1. Litera a
    Johann K***** ein „Handy" im Wert von ca 200 EUR;
  2. Litera b
    Dominic Kr***** ein „Handy" im Wert von 300 EUR.

Rechtliche Beurteilung

Gegen dieses Urteil richtet sich die auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 10 a, StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde, der keine Berechtigung zukommt. Die Kritik am Unterbleiben einer Verfahrensbeendigung nach dem 11. Hauptstück der StPO stützt sich auf die isolierte Wiedergabe eines Teils der Urteilsbegründung, wonach Abd El Hamid G***** an der ihm angelasteten Tat bloß in untergeordneter Weise beteiligt war (US 50), auf die den Urteilsannahmen vergleiche US 18 f in Verbindung mit US 41 und 45) widerstreitende Behauptung, der Beschwerdeführer habe mit der Abnahme der „Handys" nichts zu tun gehabt, sowie darauf, dass der Rechtsmittelwerber die Ansprüche der Privatbeteiligten aus freien Stücken (richtig: zum Teil; vergleiche S 189/III) anerkannt habe, sodass davon auszugehen sei, eine diversionelle Maßnahme wäre ausreichend, um den Angeklagten von weiteren strafbaren Handlungen abzuhalten. Indem der Nichtigkeitswerber die ihm angelasteten Tathandlungen zum Teil ausblendet und damit nicht vom gesamten festgestellten Sachverhalt ausgeht, orientiert sich die Diversionsrüge nicht an den für die Rechtsmittelausführung maßgeblichen gesamten Urteilsannahmen und verfehlt damit eine prozessgemäße Darstellung vergleiche Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 659).

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO). Daraus folgt die Kompetenz des Oberlandesgerichts Wien zur Entscheidung über die Berufung (Paragraph 285 i, StPO).

Die Kostenentscheidung stützt sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Anmerkung

E88068 12Os59.08f

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2008:0120OS00059.08F.0619.000

Zuletzt aktualisiert am

12.08.2008

Dokumentnummer

JJT_20080619_OGH0002_0120OS00059_08F0000_000