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Entscheidung 12 Os 95/19s×

Entscheidung 12 Os 95/19s

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

12Os95/19s

Entscheidungsdatum

12.09.2019

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 12. September 2019 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Solé als Vorsitzenden sowie durch den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Oshidari und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Michel-Kwapinski, Dr. Brenner und Dr. Setz-Hummel in Gegenwart der Schriftführerin Mag. Ruckendorfer in der Strafsache gegen Leunard D***** und einen weiteren Angeklagten wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall, Absatz 4, Ziffer 3, SMG und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Leunard D***** gegen das Urteil des Landesgerichts Linz als Schöffengericht vom 18. Jänner 2019, GZ 20 Hv 95/18y-90, sowie über die Beschwerde des Genannten gegen den zugleich gefassten Beschluss auf Absehen vom Widerruf bedingter Strafnachsicht und Verlängerung der Probezeit den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufung und die Beschwerde werden die Akten dem Oberlandesgericht Linz zugeleitet.

Dem Angeklagten Leunard D***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen Urteil wurde – soweit für die Behandlung der Nichtigkeitsbeschwerde von Bedeutung – Leunard D***** des Vergehens der Vorbereitung von Suchtgifthandel nach Paragraph 28, Absatz eins, (zu ergänzen) erster Satz SMG (A./), je eines Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraph 28 a, Absatz eins, fünfter Fall, Absatz 4, Ziffer 3, SMG (B./I./) und nach Paragraph 28 a, Absatz eins, vierter Fall SMG (B./II./) sowie mehrerer Vergehen des unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften nach Paragraph 27, Absatz eins, Ziffer eins, erster und zweiter Fall, Absatz 2, SMG (B./III./) schuldig erkannt.

Danach haben in L***** und anderen Orten vorschriftswidrig Suchtgift

A./ Leunard D***** und Egzon V***** in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken am 8. Juni 2018 in einer die Grenzmenge übersteigenden Menge (Paragraph 28 b, SMG) mit dem Vorsatz erworben, besessen und befördert, dass es in Verkehr gesetzt werde, und zwar zumindest 31,1 Gramm Heroin (mit einem Reinheitsgehalt von 22,6 % Heroin, ca 1 % Monoacetylmorphin und 1,28 % Acetylcodein), das sie in W***** zum Grammpreis von 35 Euro erwarben und mit einem von Leunard D***** gelenkten PKW nach L***** zum weiteren Verkauf beförderten;

B./ Leunard D***** alleine

römisch eins./ in einer das Fünfundzwanzigfache der Grenzmenge (Paragraph 28 b, SMG) übersteigenden Menge, nämlich zumindest 353,45 Gramm Heroin (mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 22,6 % Heroin, ca 1 % Monoacetylmorphin und 1,28 % Acetylcodein)

– von etwa April 2017 bis 8. Juni 2018 bei mehreren Fahrten teils gemeinsam mit Egzon V***** insgesamt unbekannte Mengen zum Grammpreis von 25 Euro bis 35 Euro in W***** erworben und abzüglich der zum Eigenkonsum aufgewendeten Mengen teils an seinen abgesondert verfolgten „Läufer“ Mehmet B***** zum Verkauf im Raum L***** übergeben, teils das Heroin auch selbst an nachgenannte Abnehmer zum Grammpreis von 60 Euro bis 100 Euro verkauft und anderen unentgeltlich überlassen,

– trotz Inhaftierung weitere Heroinmengen erworben und anderen überlassen, und zwar

1./ von Ende April 2018 bis 8. Juni 2018 insgesamt 2 bis 3 Gramm unentgeltlich an Egzon V*****;

2./ von Ende 2015/Anfang 2016 bis Mitte November 2016 insgesamt 30 Gramm zum Grammpreis von 60 Euro, von Jänner 2018 bis Mitte April 2018 insgesamt 10 Gramm zum Grammpreis von 60 Euro bis 80 Euro und von November 2017 bis Jänner 2018 im Wege des Mehmet B***** weitere 5 Gramm zum Grammpreis von 60 Euro an Mergim M*****;

3./ im Februar 2017 0,1 Gramm unentgeltlich und von Februar 2018 bis Mai 2018 insgesamt 4 bis 5 Gramm zum Grammpreis von 80 Euro an Mustafa G*****;

4./ von März 2018 bis April 2018 insgesamt 4 bis 6 Gramm zum Grammpreis von 100 Euro und 0,1 Gramm unentgeltlich an Lukas S*****;

5./ im März/April 2018 0,25 Gramm unentgeltlich an Hasan Be*****;

6./ von April 2017 bis April 2018 insgesamt zumindest 232 Gramm zum Grammpreis von überwiegend 80 Euro bis 100 Euro und insgesamt 10 Gramm unentgeltlich an Lisa und Helene E*****;

7./ von Juni 2017 bis März 2018 insgesamt 9 bis 11 Gramm zum Grammpreis von 80 Euro an Sami Ba*****;

8./ im Mai 2018 0,2 Gramm unentgeltlich an Galip Y***** und eine Person namens „Melanie“;

9./ von Mitte 2016 bis Mitte November 2016 insgesamt 20 Gramm zum Grammpreis von 100 Euro und von Herbst 2017 bis Mai 2018 insgesamt 10 Gramm zum Grammpreis von 100 Euro an Wolfgang A*****;

10./ von Anfang 2016 bis Sommer 2016 insgesamt 15 Gramm zum Grammpreis von 50 Euro an Verena K*****;

11./ vor dem 8. Juni 2018 0,3 Gramm zum Gesamtpreis von 30 Euro an Soner Ki*****;

12./ im Frühjahr 2018 im Wege des Mehmet B***** 1,5 Gramm an eine Person namens „Kerim“;

römisch zwei./ in einer die Grenzmenge (Paragraph 28 b, SMG) übersteigenden Menge anderen zum Kauf angeboten, nämlich 32 Gramm Heroin (mit einem Reinheitsgehalt von zumindest 22,6 % Heroin, ca 1 % Monoacetylmorphin und 1,28 % Acetylcodein), und zwar

1./ im Mai 2018 einer Person namens „Melanie“ 10 Gramm zum Grammpreis von 60 Euro;

2./ im Sommer 2016 der Verena K***** 2 Gramm zum Grammpreis von 50 Euro;

3./ im April 2018 dem Mirsad Ve***** 20 Gramm zum Grammpreis von 80 Euro;

römisch drei./ von zumindest 15. März 2017 bis 8. Juni 2018 ausschließlich zum persönlichen Gebrauch erworben und besessen, und zwar 0,5 bis 1 Gramm Heroin pro Monat sowie im März/April 2018 eine geringe Menge Kokain.

Rechtliche Beurteilung

Dagegen richtet sich die auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5 a, StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Leunard D*****.

Ziffer 5 a, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO will als Tatsachenrüge nur geradezu unerträgliche Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen und völlig lebensfremde Ergebnisse der Beweiswürdigung durch konkreten Verweis auf aktenkundige Beweismittel (bei gleichzeitiger Bedachtnahme auf die Gesamtheit der tatrichterlichen Beweiswerterwägungen) verhindern. Tatsachenrügen, die außerhalb solcher Sonderfälle auf eine Überprüfung der Beweiswürdigung abzielen, beantwortet der Oberste Gerichtshof ohne eingehende eigene Erwägungen, um über den Umfang seiner Eingriffsbefugnisse keine Missverständnisse aufkommen zu lassen (RIS-Justiz RS0118780 und RS0119583).

Diesen Anfechtungsrahmen verfehlt der Beschwerdeführer mit dem Hinweis darauf, dass die Zeugen Mustafa G*****, Lukas S*****, Helene und Lisa E*****, Wolfgang A*****, Mergim M***** sowie Sami Ba***** bezüglich des vom Beschwerdeführer bezogenen Heroins in der Hauptverhandlung deutlich geringere Mengen angaben als noch bei ihrer polizeilichen Vernehmung. Vielmehr wendet er sich mit diesem Vorbringen nach Art einer im kollegialgerichtlichen Verfahren nicht zulässigen Berufung wegen des Ausspruchs über die Schuld (Paragraph 283, Absatz eins, StPO) gegen die Beweiswürdigung der Tatrichter, die sämtliche vom Beschwerdeführer angeführten Abweichungen in den Aussagen berücksichtigten (US 25, 26, 27 f, 30, 31, 32).

Die Nichtigkeitsbeschwerde war daher bereits bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO), woraus die Zuständigkeit des Oberlandesgerichts zur Entscheidung über die Berufung und die – nach Paragraph 

498 Absatz 3, dritter Satz StPO als erhoben zu betrachtende – Beschwerde folgt (Paragraphen 285 i, 498, Absatz 3, letzter Satz StPO).

Der Kostenausspruch gründet sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Textnummer

E126162

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2019:0120OS00095.19S.0912.000

Im RIS seit

02.10.2019

Zuletzt aktualisiert am

02.10.2019

Dokumentnummer

JJT_20190912_OGH0002_0120OS00095_19S0000_000