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Entscheidung 13 Os 134/01×

Entscheidung 13 Os 134/01

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

13Os134/01

Entscheidungsdatum

07.11.2001

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 7. November 2001 durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon. Prof. Dr. Brustbauer als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Rouschal, Dr. Schmucker, Dr. Habl und Dr. Ratz als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Emsenhuber als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Jochen K***** und andere Angeklagte wegen des Vergehens der Körperverletzung nach Paragraph 83, Absatz eins, StGB und anderer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Jochen K*****, Eduard E***** und Egon P***** gegen das Urteil des Landesgerichtes Ried im Innkreis als Schöffengericht vom 9. Juli 2001, GZ 10 römisch fünf r 636/99-123, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerden werden zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Linz zugeleitet.

Den Angeklagten fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Jochen K*****, Eduard E***** und Egon P***** wurden - teils als Beitragstäter - des Vergehens der Körperverletzung (I/1, II/1 und III/1) und des Verbrechens der versuchten Erpressung nach Paragraphen 15, 144, Absatz eins, StGB (I/2, II/2 und III/2), zudem K***** des Vergehens nach Paragraph 50, Absatz eins, Ziffer eins, WaffG und E***** des Vergehens der versuchten Bestimmung zur falschen Beweisaussage vor Gericht nach Paragraphen 12, zweiter Fall, 15, 288 Absatz eins, StGB (II/3) schuldig erkannt.

Danach haben in V*****

I/1, II/1 und III/1. Eduard E***** und Egon P***** dem Patrick Ko***** am 21. Juli 2000 durch Fußtritte und Faustschläge Hautabschürfungen im Bereich der Stirn, der rechten Wange, der Nase, am Rücken und an beiden Unterarmen, eine Prellung des Schädels, des rechten Jochbeins im Bereich der knöchernen Begrenzung beider Augenhöhlen, eine Zerrung der Halsmuskulatur und eine Bindehautblutung im Bereich beider Augen zugefügt, nachdem Jochen K***** Mitte Juli P***** dazu aufgefordert hatte;

I/2, II/2 und III/2. Eduard E***** über Aufforderung des Jochen K***** am 21. Juli 2000 Patrick Ko***** durch die Erklärung, wenn er nicht binnen einer Woche 50.000 S an K***** bezahle, würde er weitere Schläge erhalten, mithin durch gefährliche Drohung, zu einer Handlung zu nötigen versucht, die diesen am Vermögen geschädigt hätte, wozu Egon P***** durch Beteiligung an der vorstehend geschilderten Körperverletzung beitrug, während alle drei mit auf unrechtmäßige Bereicherung gerichtetem Vorsatz handelten;

I/3. Jochen K***** von 1999 bis 12. September 2000 "eine Faustfeuerwaffe" des Kalibers 9 mm mit der Nr. HB 1466, mithin eine genehmigungspflichtige Schusswaffe, unbefugt besessen;

II/3. Eduard E***** Anfang Juni 2001 dadurch, dass er Patrick Ko***** ein vorbereitetes Schriftstück vorlegte und ihn aufforderte, dessen Inhalt entsprechend in der zum AZ 10 römisch fünf r 636/99 beim Landesgericht Ried im Innkreis stattfindenden Hauptverhandlung insbesondere auszusagen, er habe E***** als Schwulen bezeichnet und von ihm lediglich einen Schlag mit der flachen Hand ohne Verletzungsfolgen erhalten, zu bestimmen versucht, als Zeuge vor Gericht bei seiner förmlichen Vernehmung zur Sache falsch auszusagen.

Die von K***** aus Ziffer 5 a,, von E***** aus Ziffer 5,, von P***** aber aus Ziffer 5, 5 a und 9 Litera a, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobenen Nichtigkeitsbeschwerden verfehlen ihr Ziel.

Rechtliche Beurteilung

Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Jochen K*****:

Aus den von den Tatrichtern ausgewerteten Telefongesprächen zwischen K***** und E*****, in denen von einer "Strafe" für Ko***** und vom Auftrag an E*****, P***** - der Ko***** "zusammenschlagen" werde - mitzunehmen und Ko***** "einen Spitz zu geben", die Rede war sowie aus der für glaubwürdig erachteten Aussage des Ko***** über die Art des Zusammenwirkens von E***** und P***** am 21. Juli 2000 ergeben sich keine erheblichen Bedenken gegen die Feststellungen (Ziffer 5 a,), dass der Beschwerdeführer die beiden Mitangeklagten zu Körperverletzung und versuchter Erpressung (I/1 und 2) veranlasst hat.

Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Eduard E*****:

Die gegen die Annahme eines auf unrechtmäßige Bereicherung gerichteten Vorsatzes zu II/2 erhobene Mängelrüge (Ziffer 5,) spricht der Aussage Ko*****, dem K***** zwar möglicherweise einige tausend Schilling, keineswegs aber den Betrag von 50.000 S zu schulden, beweiswürdigend die Überzeugungskraft ab. Solcher Art gelangt sie nicht zu gesetzeskonformer Darstellung. Weil sich Ko***** an den genauen Wortlaut der Aufforderung des Beschwerdeführers zur Zahlung dieses Betrages nicht erinnern konnte, aber auch weil der Begriff "Schuld" in der Umgangssprache keineswegs auf rechtlich einwandfreier Grundlage beruhenden Zahlungsverpflichtungen vorbehalten ist, bedurfte dieses Wort des Zeugen keiner gesonderten Erörterung. Welche für den Angeklagten günstigen Schlüsse einzelne Bekundungen des Zeugen über Telefonkosten, Wareneinsatz und Umsatz zugunsten des Beschwerdeführers ermöglicht hätten, macht die Beschwerde nicht deutlich. Mit möglichen Fehlern in den Aufzeichnungen des Zeugen sowie mit der Aussage des K***** und mit einer von diesem vorgelegten Aufstellung über angebliche Außenstände Ko***** hat sich das Schöffengericht gar wohl auseinandergesetzt vergleiche US 15 f). Aktenwidrig ist die Behauptung, den im letzten Absatz der US 16 erwähnten Gesprächsprotokollen sei zu entnehmen, die von Ko***** verlangten 50.000 S verstünden sich als Ausgleich einer "Schuld" von insgesamt 60.000 S vergleiche Bd römisch eins, Seiten 61, 63, 365, 367, 379). Der Vorwurf fehlender Begründung übergeht schließlich die zum Bereicherungsvorsatz angestellten Erwägungen vergleiche insb US 17).

Zur Nichtigkeitsbeschwerde des Egon P*****:

Es begründet keine "Aktenwidrigkeit" (Ziffer 5, letzter Fall), wenn das Schöffengericht den Aussagen von K***** und E***** den Glauben versagt und aus jener des Zeugen Ko***** dem Prozessstandpunkt des Beschwerdeführers zuwiderlaufende Feststellungen getroffen hat. Das weitere Vorbringen der Mängelrüge und die dieser vorangestellte Tatsachenrüge (Ziffer 5 a,) erschöpfen sich in einem unzulässigen Angriff auf die Beweiswürdigung der Tatrichter, ohne erhebliche Bedenken an den Konstatierungen zu wecken.

Die Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerden bereits in nichtöffentlicher Sitzung (Paragraph 285 d, Absatz eins, Ziffer eins und Ziffer 2, StPO) hat die Zuständigkeit des Oberlandesgerichtes Linz zur Entscheidung über die Berufungen zur Folge (Paragraph 285 i, StPO).

Die Kostenersatzpflicht der Angeklagten gründet auf Paragraph 390 a, StPO.

Anmerkung

E63794 13D01341

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2001:0130OS00134.01.1107.000

Dokumentnummer

JJT_20011107_OGH0002_0130OS00134_0100000_000