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Entscheidung 13 Os 155/98×

Entscheidung 13 Os 155/98

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

13Os155/98

Entscheidungsdatum

11.11.1998

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 11. November 1998 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon. Prof. Dr. Brustbauer als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Markel, Dr. Schindler, Dr. Rouschal und Dr. Ratz als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Cihlar als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Hannes R***** wegen des Vergehens des Betruges nach Paragraph 146, StGB, AZ U 776/97d des Bezirksgerichtes Liesing, über die vom Generalprokurator erhobene Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes gegen den Beschluß des Bezirksgerichtes Liesing vom 30. Dezember 1997, GZ U 776/97d-6, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters des Generalprokurators, Generalanwalt Dr. Fabrizy, jedoch in Abwesenheit des Verurteilten, zu Recht erkannt:

Spruch

Der Beschluß des Bezirksgerichtes Liesing vom 30. Dezember 1997, GZ U 776/97d-6, auf Absehen vom Widerruf der mit Strafverfügung des Bezirksgerichtes Zell am See vom 20. Oktober 1994, GZ 4 U 81/94-6, gewährten bedingten Strafnachsicht und Verlängerung der Probezeit verletzt Paragraph 53, Absatz 2, erster Satz StGB und Paragraph 498, StPO.

Er wird aufgehoben und der zugrundeliegende Antrag der Staatsanwaltschaft vom 18. Dezember 1997 abgewiesen.

Text

Gründe:

Mit rechtskräftig gewordener Strafverfügung des Bezirksgerichtes Zell am See vom 20. Oktober 1994, GZ 4 U 81/94-6, wurde Hannes R***** des Vergehens der fahrlässigen Körperverletzung nach Paragraph 88, Absatz eins, StGB schuldig erkannt und zu einer gemäß Paragraph 43, Absatz eins, StGB für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehenen Geldstrafe verurteilt. Nach Ablauf der Probezeit sprach das Bezirksgericht Zell am See mit Beschluß vom 11. Dezember 1997, GZ 4 U 81/94-9, gemäß Paragraph 497, StPO (Paragraph 43, Absatz 2, StGB) aus, daß die bedingte Nachsicht der Strafe endgültig geworden ist. Dieser Beschluß erwuchs bisher nicht in Rechtskraft, weil er dem Bezirksanwalt nicht mitgeteilt wurde. Die vorangehende Zustimmung des Bezirksanwalts zur endgültigen Strafnachsicht nimmt diesem nicht die Beschwerde gegen einen hernach in diesem Sinn ergangenen Beschluß.

Rechtliche Beurteilung

Mit rechtskräftiger Strafverfügung des Bezirksgerichtes Liesing vom 30. Dezember 1997, GZ U 776/97d-6, wurde Hannes R***** wegen eines in der Probezeit begangenen Vergehens zu einer Geldstrafe verurteilt, vom Widerruf der erwähnten bedingten Strafnachsicht abgesehen und - ohne zeitliche Bestimmung - die Probezeit verlängert, worin der Generalprokurator zutreffend eine Verletzung der Paragraph 498, StPO vergleiche Mayerhofer StPO4 Paragraph 498, ENr 7), Paragraph 53, Absatz 2, erster Satz StGB erblickt.

Da sich die aufgezeigten Gesetzesverletzungen zum Nachteil des Verurteilten auswirken, ist ein Vorgehen des Obersten Gerichtshofes gemäß Paragraph 292, letzter Satz StPO geboten.

Anmerkung

E52259 13D01558

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:0130OS00155.98.1111.000

Dokumentnummer

JJT_19981111_OGH0002_0130OS00155_9800000_000