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Entscheidung 14 Os 147/07k×

Entscheidung 14 Os 147/07k

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

14Os147/07k

Entscheidungsdatum

04.12.2007

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 4. Dezember 2007 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Holzweber als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Philipp und Hon.-Prof. Dr. Schroll und die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofes Mag. Hetlinger und Mag. Fuchs in Gegenwart des Richteramtsanwärters Mag. Wiaderek als Schriftführer in der Strafsache gegen Aleh F***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens des gewerbsmäßig schweren Diebstahls durch Einbruch nach Paragraphen 127, 128, Absatz eins, Ziffer 4, 129, Ziffer eins und Ziffer 2, 130, dritter und vierter Fall StGB und einer anderen strafbaren Handlung über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Aleh F***** und Alexandr K***** sowie die Berufungen des Angeklagten Dimytri K***** und der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch als Schöffengericht vom 12. Juli 2007, GZ 23 Hv 164/07m-47, und über die Beschwerden der Angeklagten Dimytri K***** und Alexandr K***** gegen den gemeinsam mit dem Urteil gefassten Beschluss (Paragraph 494 a, Absatz eins, Ziffer 4, StPO) nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerden werden zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen und die Beschwerden werden die Akten dem Oberlandesgericht Innsbruck zugeleitet.

Den Angeklagten Aleh F***** und Alexandr K***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen (einen unangefochten gebliebenen Schuldspruch des Angeklagten Dmitriy M***** und rechtskräftige [Teil-]Freisprüche sämtlicher Angeklagten enthaltenden) Urteil wurden Aleh F*****, Dimytri K***** und Alexandr K***** jeweils des Verbrechens des gewerbsmäßig schweren Diebstahls durch Einbruch nach Paragraphen 127, 128, Absatz eins, Ziffer 4, 129, Ziffer eins und Ziffer 2, 130, dritter und vierter Fall StGB, Aleh F***** und Dimytri K***** als Beteiligte nach Paragraph 12, dritter Fall StGB schuldig erkannt.

Danach haben Aleh F*****, Dmitriy M*****, Dimytri K***** und Alexandr K***** am 13. Mai 2007 in R***** gemeinsam - Aleh F***** als Beteiligter durch Bereithalten und Lenken des Fluchtautos und Dimytri K***** als Beteiligter durch Aufpasserdienste und Verladen der Beute - fremde bewegliche Sachen in einem 3.000 Euro übersteigenden Wert, nämlich 7.485 Euro Bargeld, drei Paar näher bezeichnete Sportschuhe, drei näher bezeichnete Rucksäcke, 112 Paar näher bezeichnete Socken, Berechtigten der Firma S***** durch Eindringen in das Objekt B***** nach gewaltsamen Aufbrechen der Hintereingangstüre mit Flachwerkzeugen und Öffnen eines Tresors mit einem im Umkleideraum entdeckten, somit widerrechtlich erlangten Schlüssel, mithin durch Einbruch, mit dem Vorsatz weggenommen, sich durch deren Zueignung unrechtmäßig zu bereichern, wobei sie den Diebstahl in der Absicht begangen haben, sich durch die wiederkehrende Begehung von schwerem Einbruchsdiebstahl eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen. Die dagegen von Aleh F***** und Alexandr K***** jeweils aus Ziffer 5 a, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO erhobenen Nichtigkeitsbeschwerden sind nicht berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

Der Nichtigkeitsgrund der Ziffer 5 a, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO greift seinem Wesen nach erst, wenn Beweismittel, die in der Hauptverhandlung vorkamen oder vorkommen hätten können und dürfen, nach allgemein menschlicher Erfahrung gravierende Bedenken gegen die Richtigkeit der bekämpften Urteilsannahmen aufkommen lassen, mit anderen Worten intersubjektiv gemessen an Erfahrungs- und Vernunftsätzen eine unerträgliche Fehlentscheidung qualifiziert nahelegen. Eine über die Prüfung erheblicher Bedenken hinausgehende Auseinandersetzung mit der Überzeugungskraft von Beweisergebnissen - wie sie die Berufung wegen Schuld des Einzelrichterverfahrens einräumt - wird dadurch nicht ermöglicht (Ratz, WK-StPO Paragraph 281, Rz 481, 490).

Indem die Tatsachenrügen beider Angeklagten nach ausführlichem Referat tatrichterlicher Urteilsannahmen gegen die vom Erstgericht zur - die Subsumtion nach Paragraph 130, dritter und vierter Fall StGB tragenden - Konstatierung, wonach die Angeklagten den Diebstahl in der Absicht verübt haben, sich durch die wiederkehrende Begehung von schwerem Einbruchsdiebstahl eine fortlaufende Einnahme zu verschaffen (US 12 f), angeführten plausiblen Erwägungen (etwa Planung, Art der Durchführung, Ortsauswahl, finanzielle Situation und Vorstrafenbelastung bei Alexandr K*****; US 16, 18) unter Zugrundelegung eigenständiger Beweiswertüberlegungen jeweils mit der Behauptung remonstrieren, das Schöffengericht hätte entsprechende Feststellungen nicht treffen und „Gewerbsmäßigkeit nach Paragraph 130, StGB" verneinen müssen, zielen sie bloß auf eine Überprüfung der Beweiswürdigung außerhalb der dargestellten Sonderfälle ab. Die Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerden bereits bei der nichtöffentlichen Beratung (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO) hat die Zuständigkeit des Oberlandesgerichtes Innsbruck zur Entscheidung über die Berufungen und die teils implizierten (Paragraph 498, Absatz 3, dritter Satz StPO) Beschwerden zur Folge.

Die Kostenersatzpflicht der Angeklagten Aleh F***** und Alexandr K***** gründet sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Anmerkung

E86136 14Os147.07k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2007:0140OS00147.07K.1204.000

Dokumentnummer

JJT_20071204_OGH0002_0140OS00147_07K0000_000