Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 16. November 2021 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger als Vorsitzende, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Nordmeyer, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann und Dr. Setz-Hummel LL.M. sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Haslwanter LL.M. in Gegenwart der Schriftführerin Mag. Vizthum in der Strafsache gegen Mag. ***** H***** und einen weiteren Angeklagten wegen des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt nach § 302 Abs 1 StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde des Privatbeteiligten ***** R***** gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 9. Dezember 2020, GZ 62 Hv 61/20y-88, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung denDer Oberste Gerichtshof hat am 16. November 2021 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger als Vorsitzende, den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Hon.-Prof. Dr. Nordmeyer, die Hofrätinnen des Obersten Gerichtshofs Dr. Mann und Dr. Setz-Hummel LL.M. sowie den Hofrat des Obersten Gerichtshofs Dr. Haslwanter LL.M. in Gegenwart der Schriftführerin Mag. Vizthum in der Strafsache gegen Mag. ***** H***** und einen weiteren Angeklagten wegen des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt nach Paragraph 302, Absatz eins, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde des Privatbeteiligten ***** R***** gegen das Urteil des Landesgerichts für Strafsachen Wien als Schöffengericht vom 9. Dezember 2020, GZ 62 Hv 61/20y-88, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Die Nichtigkeitsbeschwerde wird zurückgewiesen.
Dem Privatbeteiligten ***** R***** wird der Ersatz der durch seine ganz erfolglos gebliebene Nichtigkeitsbeschwerde verursachten Kosten des Rechtsmittelverfahrens auferlegt.
Text
Gründe:
[1] Soweit im Verfahren über die Nichtigkeitsbeschwerde relevant wurde mit dem angefochtenen Urteil Mag. ***** H***** (unter anderem) von der wider ihn erhobenen Anklage gemäß § 259 Z 3 StPO freigesprochen, er habe am 22. Februar 2016 in W***** ***** O***** mit dem Vorsatz, durch dessen Befugnisfehlgebrauch ***** R***** in seinem Grundrecht auf Datenschutz nach § 1 Abs 1 DSG zu schädigen, und in dem Wissen, dass O***** seine ihm eingeräumten Befugnisse, als Beamter des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Namen des Bundes als dessen Organ in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte vorzunehmen, durch ohne dienstlichen Bezug getätigte Abfragen missbrauchte, zu ***** R***** betreffenden Abfragen im Strafregister, in der Personenfahndung, in der Personeninformation, im kriminalpolizeilichen Aktenindex, in der erkennungsdienstlichen Evidenz, im KFZ-Zentralregister, im Führerscheinzentralregister, im Gewerbeinformationssystem sowie beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger bestimmt, indem er diese Abfragen bei ***** M***** in Auftrag gab und sie dieser vereinbarungsgemäß an O***** weiterleitete. [1] Soweit im Verfahren über die Nichtigkeitsbeschwerde relevant wurde mit dem angefochtenen Urteil Mag. ***** H***** (unter anderem) von der wider ihn erhobenen Anklage gemäß Paragraph 259, Ziffer 3, StPO freigesprochen, er habe am 22. Februar 2016 in W***** ***** O***** mit dem Vorsatz, durch dessen Befugnisfehlgebrauch ***** R***** in seinem Grundrecht auf Datenschutz nach Paragraph eins, Absatz eins, DSG zu schädigen, und in dem Wissen, dass O***** seine ihm eingeräumten Befugnisse, als Beamter des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Namen des Bundes als dessen Organ in Vollziehung der Gesetze Amtsgeschäfte vorzunehmen, durch ohne dienstlichen Bezug getätigte Abfragen missbrauchte, zu ***** R***** betreffenden Abfragen im Strafregister, in der Personenfahndung, in der Personeninformation, im kriminalpolizeilichen Aktenindex, in der erkennungsdienstlichen Evidenz, im KFZ-Zentralregister, im Führerscheinzentralregister, im Gewerbeinformationssystem sowie beim Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger bestimmt, indem er diese Abfragen bei ***** M***** in Auftrag gab und sie dieser vereinbarungsgemäß an O***** weiterleitete.
[2] Gegen dieses Urteil hat der Privatbeteiligte ***** R***** rechtzeitig das Rechtsmittel der Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet (ON 51). Eine Ausführung der Beschwerdegründe nach Zustellung der Urteilsausfertigung am 3. August 2021 unterblieb.
Rechtliche Beurteilung
[3] Da der Rechtsmittelwerber auch bei der Anmeldung der Nichtigkeitsbeschwerde einen Nichtigkeitsgrund (im Fall [wie hier] der Freispruchsanfechtung durch einen Privatbeteiligten ausschließlich nach § 281 Abs 1 Z 4 StPO [vgl § 282 Abs 2 StPO; siehe auch 14 Os 144/15f; Ratz, WK-StPO § 282 Rz 43 ff]) nicht deutlich und bestimmt bezeichnet hat, war diese bereits bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (§§ 285d Abs 1 Z 1, 285a Z 2 StPO). [3] Da der Rechtsmittelwerber auch bei der Anmeldung der Nichtigkeitsbeschwerde einen Nichtigkeitsgrund (im Fall [wie hier] der Freispruchsanfechtung durch einen Privatbeteiligten ausschließlich nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 4, StPO [vgl Paragraph 282, Absatz 2, StPO; siehe auch 14 Os 144/15f; Ratz, WK-StPO Paragraph 282, Rz 43 ff]) nicht deutlich und bestimmt bezeichnet hat, war diese bereits bei der nichtöffentlichen Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraphen 285 d, Absatz eins, Ziffer eins, 285 a, Ziffer 2, StPO).
[4] Die Kostenentscheidung beruht auf § 390a Abs 1 zweiter Satz StPO. [4] Die Kostenentscheidung beruht auf Paragraph 390 a, Absatz eins, zweiter Satz StPO.
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2021:0140OS00046.21B.1116.000
Dokumentnummer
JJT_20211116_OGH0002_0140OS00046_21B0000_000