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Entscheidung 14 Os 48/06z×

Entscheidung 14 Os 48/06z

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Strafrecht

Geschäftszahl

14Os48/06z

Entscheidungsdatum

13.06.2006

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 13. Juni 2006 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Holzweber als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Philipp, Hon. Prof. Dr. Schroll, Hon. Prof. Dr. Kirchbacher und Mag. Hetlinger als weitere Richter in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Bauer als Schriftführerin in der Strafsache gegen Jürgen M***** und weitere Angeklagte wegen des Verbrechens des Raubes nach Paragraph 142, Absatz eins, StGB und weiterer strafbarer Handlungen über die Nichtigkeitsbeschwerden und die Berufungen der Angeklagten Jürgen M***** und Helmut G***** gegen das Urteil des Landesgerichtes Linz als Jugendschöffengericht vom 19. Jänner 2006, GZ 21 Hv 212/05t-56, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss

gefasst:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerden werden zurückgewiesen.

Zur Entscheidung über die Berufungen werden die Akten dem Oberlandesgericht Linz zugeleitet.

Den Angeklagten Jürgen M***** und Helmut G***** fallen auch die Kosten des bisherigen Rechtsmittelverfahrens zur Last.

Text

Gründe:

Mit dem angefochtenen, auch in Rechtskraft erwachsene Schuldsprüche betreffend den Mitangeklagten Markus R***** enthaltenden Urteil wurden Jürgen M***** des Vergehens der Körperverletzung nach Paragraphen 12, dritter Fall, 83 Absatz eins, StGB (römisch eins.b) und des Verbrechens der Hehlerei nach Paragraph 164, (Absatz 2,,) Absatz 4, (dritter Fall) StGB (römisch eins.c.), Helmut G***** des Verbrechens des Raubes nach Paragraph 142, Absatz eins, StGB (römisch eins.a), der Vergehen der Körperverletzung nach Paragraph 83, Absatz eins, StGB (römisch zwei. und römisch drei.) sowie Markus R***** des Verbrechens des Raubes nach Paragraph 142, Absatz eins, StGB (römisch eins.a) und der Vergehen der Körperverletzung nach Paragraph 83, Absatz eins, StGB (römisch zwei. und römisch vier.1 und 2) schuldig erkannt.

Danach haben Jürgen M*****, Helmut G***** und Markus R***** in Linz römisch eins.a) Helmut G***** und Markus R***** in bewussten und gewolltem Zusammenwirken in der Nacht zum 28. 10. 2005 mit Gewalt gegen eine Person einem anderen fremde bewegliche Sachen mit dem Vorsatz, sich oder einen Dritten durch deren Zueignung unrechtmäßig zu bereichern, weggenommen, indem sie auf Zubair A***** einschlugen und eintraten, sodass er zu Sturz kam, und ihm eine Herrenarmbanduhr in unbekanntem Wert, ein Handy im Wert von ca 165 Euro sowie 65 Euro Bargeld abnahmen, wobei das Opfer nicht näher feststellbare Verletzungen, jedenfalls aber Rissquetschwunden im Bereich des Kopfes erlitt;

b) Jürgen M***** zur im Schuldspruch römisch eins.a) umschriebenen Tathandlung des Helmut G***** und des Markus R***** nämlich, dass sie auf Zubair A***** einschlugen und eintraten, wodurch das Opfer nicht näher feststellbare Verletzungen, jedenfalls aber Rissquetschwunden im Bereich des Kopfes erlitt, somit zum Vergehen der Körperverletzung nach Paragraph 83, Absatz eins, StGB dadurch beigetragen, dass er sich hinter das Opfer stellte, seine Hände auf das Opfer legte und damit seine Zustimmung und jederzeitige Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen, signalisierte, woraufhin Helmut G***** und Markus R***** dem Zubair A***** Schläge und Tritte versetzten, sowie

c) dadurch, dass er den aus der Tathandlung des Helmut G***** und des Markus R***** zu. römisch eins.a) stammenden Bargeldbetrag von 15 Euro annahm, eine aus dem Verbrechen des Raubes stammende Sache an sich gebracht, welche durch eine mit einer 5 Jahre erreichenden oder übersteigenden Freiheitsstrafe bedrohten Handlung erlangt worden war, wobei Jürgen M***** die Tathandlung des Helmut G***** und des Markus R***** zu römisch eins.a) beobachtet hatte und somit die Umstände kannte, die diese Strafdrohung begründen;

römisch zwei. Helmut G***** und Markus R***** in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken nach der zu römisch eins. beschriebenen Tathandlung den am Boden liegenden Zubair A***** vorsätzlich verletzt, indem sie neuerlich auf ihn eintraten und einschlugen, wodurch Zubair A***** noch weitere, nicht näher feststellbare Verletzungen in Form von Prellungen erlitt;

römisch drei. Helmut G***** nach der zu römisch zwei. beschriebenen Tathandlung dem Zubair A***** eine Körperverletzung zugefügt, indem er den Flüchtenden mit seinem Motorrad verfolgte, ihn anfuhr und niederstieß, wodurch Zubair A***** zumindest eine Prellung im Bereich des Oberschenkels erlitt;

römisch vier. Markus R***** nachgenannte Personen vorsätzlich am Körper verletzt, und zwar:

1.) am 27. August 2005 den Christian M*****, indem er ihm mit einer um die Faust gewickelten Eisenkette auf den Hinterkopf schlug, ihn sodann verfolgte, gegen einen Pkw drängte und ihm neuerlich einen Schlag gegen den Hinterkopf versetzte, wodurch Christian M***** eine blutende Wunde verbunden mit einer Prellung des Kopfes erlitt;

2.) am 6. Oktober 2005 den Jürgen Sch*****, indem er ihm einen Faustschlag ins Gesicht versetzte, wodurch dieser stürzte, und sodann dem am Boden Liegenden mehrere Fußtritte versetzte, wodurch Jürgen Sch***** eine sichtbare Rötung im Bereich des rechten Auges sowie eine Prellung des Kopfes erlitt.

Rechtliche Beurteilung

Weder bei der Anmeldung der Nichtigkeitsbeschwerde noch bei der Rechtsmittelausführung (welche lediglich den Ausspruch über die Strafe bekämpft) wurde vom Angeklagten Helmut G***** einer der im Paragraph 281, Absatz eins, StPO bezeichneten Nichtigkeitsgründe deutlich und bestimmt bezeichnet, sodass dessen Nichtigkeitsbeschwerde bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen war (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO).

Der auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, 5 a und 9 Litera a, StPO gestützte Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Jürgen M***** kommt keine Berechtigung zu.

Die Mängelrüge (Ziffer 5,) setzt sich lediglich mit einem Teil der umfangreichen Beweiswürdigung des erkennenden Senats zum Schuldspruch römisch eins.b) betreffend den Tatbeitrag des Rechtsmittelwerbers auseinander, sodass die behauptete offenbar unzureichende Begründung schon mangels Berücksichtigung aller vom Erstgericht erwogenen Argumente (US 11 bis 14) ins Leere geht.

Die Tatsachenrüge (Ziffer 5 a,) versucht lediglich aus den Beweisergebnissen andere Schlussfolgerungen als das Schöffengericht zu ziehen, ohne aber damit sich aus den Akten ergebende erhebliche Bedenken gegen die Richtigkeit der dem Schuldspruch römisch eins.b) zugrunde gelegten Tatsachen erwecken zu können.

Die Rechtsrüge (Ziffer 9, Litera a,) zum Schuldspruch römisch eins.b) übergeht die Konstatierungen, dass einerseits es der Beschwerdeführer ernstlich für möglich hielt und sich damit auch abfand, dass sein Verhalten eine Bestärkung des von Helmut G***** und Markus R***** bereits gefassten Tatentschlusses bewirkt und dass andererseits diese Vorgangsweise aus der Sicht der unmittelbaren Täter tatsächlich auch mit einer Bestärkung ihres Tatentschlusses einherging (US 8), sodass von einer im Rechtsmittel - ohne Abstellen auf den gesamten Urteilsinhalt - abgehandelten bloßen Mitwisserschaft bzw stillschweigenden Duldung der Tatausführung keine Rede sein kann. Auch die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten Jürgen M***** war somit bereits bei nichtöffentlicher Beratung sofort zurückzuweisen (Paragraph 285 d, Absatz eins, StPO), woraus die Kompetenz des Gerichtshofes zweiter Instanz zur Entscheidung über die Berufungen folgt (Paragraph 285 i, StPO). Die Kostenentscheidung gründet sich auf Paragraph 390 a, Absatz eins, StPO.

Anmerkung

E81153 14Os48.06z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:0140OS00048.06Z.0613.000

Dokumentnummer

JJT_20060613_OGH0002_0140OS00048_06Z0000_000