Entscheidung 14 Os 81/02
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Dokumenttyp
Entscheidungstext
Entscheidungsdatum
12.11.2002
Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat am 12. November 2002 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Massauer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Mayrhofer, Dr. Holzweber, Dr. Ratz und Dr. Philipp als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Kaller als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Heinz P***** und Siegfried G***** wegen des Verbrechens des versuchten schweren Betruges nach §§ 15, 146, 147 Abs 3 StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Siegfried G***** gegen das Urteil des Landesgerichtes Korneuburg als Schöffengericht vom 17. Oktober 2001, GZ 601 Hv 306/01b-64, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters des Generalprokurators, Generalanwalt Dr. Kirchbacher, des Angeklagten Siegfried G***** und seines Verteidigers Dr. Rast zu Recht erkannt:Der Oberste Gerichtshof hat am 12. November 2002 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Massauer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Mayrhofer, Dr. Holzweber, Dr. Ratz und Dr. Philipp als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Kaller als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Heinz P***** und Siegfried G***** wegen des Verbrechens des versuchten schweren Betruges nach Paragraphen 15, 146, 147, Absatz 3, StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten Siegfried G***** gegen das Urteil des Landesgerichtes Korneuburg als Schöffengericht vom 17. Oktober 2001, GZ 601 Hv 306/01b-64, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters des Generalprokurators, Generalanwalt Dr. Kirchbacher, des Angeklagten Siegfried G***** und seines Verteidigers Dr. Rast zu Recht erkannt:
Spruch
Der Nichtigkeitsbeschwerde wird Folge gegeben, das angefochtene Urteil, das im Übrigen unberührt bleibt, in seinem den Angeklagten Siegfried G***** betreffenden Teil aufgehoben und im Umfang der Aufhebung zu Recht erkannt:
Siegfried G***** wird von der Anklage, er habe am 25. Feber 1997 in Wien im bewussten und gewollten Zusammenwirken mit den Kalkulanten der S***** GmbH Egon H***** und der K***** AG Heinz P***** als Kalkulant der N***** GmbH dadurch, dass sie auf eine reelle Kalkulation für ein Baulos im Zuge des Ausbaues der Schnellbahnlinie S 7 durch die ÖBB über 48 Millionen Schilling zusätzliche 6 Millionen Schilling aufschlugen, nachdem und weil ihnen ihre Vorgesetzten den Umstand einer Bieterabsprache zwischen der aus den oben genannten Unternehmen bestehenden ARGE S 7 einerseits und den weiteren Interessenten andererseits mitgeteilt hatten, dazu beigetragen, dass Franz G***** als Geschäftsführer der S*****, Johann W***** als Verantwortlicher der K***** AG und DI Dr. Peter P***** als Verantwortlicher der N***** GmbH im März 1997 Mitarbeiter der ÖBB durch die Vorspiegelung, das Anbot durch die ARGE S 7 sei im redlichen Wettbewerb zustandegekommen, sohin durch Täuschung über eine Tatsache, zu einer Handlung, und zwar zur Auftragserteilung an die ARGE S 7 um einen Preis von 54,652.156 Schilling zu verleiteten versuchten,
gemäß § 259 Z 3 StPO freigesprochen.gemäß Paragraph 259, Ziffer 3, StPO freigesprochen.
Text
Gründe:
Mit dem angefochtenen Urteil wurden Heinz P***** und Siegfried G***** von dem im Spruch ersichtlichen Vorwurf des Verbrechens des versuchten schweren Betruges als Beitragstäter nach §§ 12 dritter Fall, 15, 146, 147 Abs 3 StGB schuldig erkannt.Mit dem angefochtenen Urteil wurden Heinz P***** und Siegfried G***** von dem im Spruch ersichtlichen Vorwurf des Verbrechens des versuchten schweren Betruges als Beitragstäter nach Paragraphen 12, dritter Fall, 15, 146, 147 Absatz 3, StGB schuldig erkannt.
Rechtliche Beurteilung
Der Angeklagte Siegfried G***** bekämpft das Urteil mit einer auf § 281 Abs 1 Z 5, 9 lit a und Z 9 lit b StPO gestützten Nichtigkeitsbeschwerde, der Berechtigung zukommt.Der Angeklagte Siegfried G***** bekämpft das Urteil mit einer auf Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5, 9, Litera a und Ziffer 9, Litera b, StPO gestützten Nichtigkeitsbeschwerde, der Berechtigung zukommt.
Zutreffend rügt die Beschwerde das Erlöschen des Verfolgungsrechtes (Z 9 lit b) durch Verschweigung in dem gegen diesen Angeklagten geführten Verfahren AZ 15 E Vr 811/98 des Landesgerichtes Korneuburg. Gemäß § 263 Abs 2 StPO hat die geltend gemachte Rechtsfolge (abgesehen vom Fall des § 279 StPO) zur Voraussetzung, dass der Angeklagte in der Hauptverhandlung noch einer anderen Tat beschuldigt wird, als wegen der er angeklagt ist. Gegenstand des gegen Siegfried G***** wegen falscher Beweisaussage vor Gericht nach § 288 Abs 1 und Abs 2 erster Fall StGB geführten, in zweiter Instanz wegen des Aussagenotstands nach § 290 Abs 1 Z 1 StGB (§ 153 Abs 1 StPO) mit Freispruch beendeten Verfahrens war der mit der hier aktuellen Betrugsbeteiligung sachlich verknüpfte Vorwurf der falschen Darstellung der Ereignisse und seiner eigenen Rolle beim Submissionsbetrugsversuch des Franz G*****, sodass insoweit das Verfolgungsrecht des Staatsanwaltes verwirkt wurde. Der Nichtigkeitsbeschwerde war daher Folge zu geben und spruchgemäß zu verfahren. Auf das weitere Beschwerdevorbringen musste nicht mehr eingegangen werden.Zutreffend rügt die Beschwerde das Erlöschen des Verfolgungsrechtes (Ziffer 9, Litera b,) durch Verschweigung in dem gegen diesen Angeklagten geführten Verfahren AZ 15 E römisch fünf r 811/98 des Landesgerichtes Korneuburg. Gemäß Paragraph 263, Absatz 2, StPO hat die geltend gemachte Rechtsfolge (abgesehen vom Fall des Paragraph 279, StPO) zur Voraussetzung, dass der Angeklagte in der Hauptverhandlung noch einer anderen Tat beschuldigt wird, als wegen der er angeklagt ist. Gegenstand des gegen Siegfried G***** wegen falscher Beweisaussage vor Gericht nach Paragraph 288, Absatz eins und Absatz 2, erster Fall StGB geführten, in zweiter Instanz wegen des Aussagenotstands nach Paragraph 290, Absatz eins, Ziffer eins, StGB (Paragraph 153, Absatz eins, StPO) mit Freispruch beendeten Verfahrens war der mit der hier aktuellen Betrugsbeteiligung sachlich verknüpfte Vorwurf der falschen Darstellung der Ereignisse und seiner eigenen Rolle beim Submissionsbetrugsversuch des Franz G*****, sodass insoweit das Verfolgungsrecht des Staatsanwaltes verwirkt wurde. Der Nichtigkeitsbeschwerde war daher Folge zu geben und spruchgemäß zu verfahren. Auf das weitere Beschwerdevorbringen musste nicht mehr eingegangen werden.
Anmerkung
E67603
14Os81.02
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2002:0140OS00081.02.1112.000
Dokumentnummer
JJT_20021112_OGH0002_0140OS00081_0200000_000