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Entscheidung 2 Nc 26/20a×

Entscheidung 2 Nc 26/20a

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

2Nc26/20a

Entscheidungsdatum

14.09.2020

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Hofrat Dr. Musger als Vorsitzenden sowie die Hofräte und Hofrätinnen Dr. Solé, Dr. Nowotny, Mag. Malesich und Mag. Pertmayr als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei DI E***** K*****, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gahleitner & Partner OG in Wien, gegen die beklagten Parteien 1. Univ.-Prof. DDr. h.c. H***** K*****, und 2. Dr. C***** S*****, beide vertreten durch Gruböck & Lentschig Rechtsanwälte OG in Baden, wegen 308.300 EUR, aufgrund der Befangenheitsanzeige des ***** vom 7. August 2020 im Revisionsverfahren AZ *****, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

***** ist als Mitglied des ***** Senats im Verfahren über die außerordentliche Revision der beklagten Parteien zu AZ ***** befangen.

Text

Begründung:

Für die Behandlung des im Spruch genannten Rechtsmittels ist nach der Geschäftsverteilung der ***** Senat des Obersten Gerichtshofs zuständig. ***** ist Mitglied dieses Senats.

Am 7. August 2020 zeigte er Gründe für seine Befangenheit an (Paragraph 22, GOG). Er erachte sich subjektiv als befangen, weil er sich bei der Zweitbeklagten, einer Ärztin, in laufender Behandlung befinde.

Rechtliche Beurteilung

Die Befangenheitsanzeige ist begründet.

Ein Richter ist nach Paragraph 19, Ziffer 2, JN befangen, wenn bei objektiver Betrachtung ein zureichender Grund vorliegt, seine Unbefangenheit in Zweifel zu ziehen, wenn also eine Hemmung zu unparteiischer Entscheidung durch sachfremde psychologische Motive gegeben ist (RS0046052). Bei der Selbstanzeige einer Befangenheit durch den Richter ist unter Beachtung des Interesses am Ansehen der Justiz kein strenger Prüfungsmaßstab anzulegen und grundsätzlich die Befangenheit zu bejahen vergleiche zuletzt 2 Nc 7/20g; RS0045943 [T3]).

Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt. Die angezeigte Nahebeziehung könnte zu einer Voreingenommenheit führen, die eine unbefangene Willensbildung verhindern könnte.

Textnummer

E129445

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2020:0020NC00026.20A.0914.000

Im RIS seit

27.10.2020

Zuletzt aktualisiert am

02.11.2020

Dokumentnummer

JJT_20200914_OGH0002_0020NC00026_20A0000_000