Rechtstracker.at
Entscheidung 3 Ob 530/51×

Entscheidung 3 Ob 530/51

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

3Ob530/51

Entscheidungsdatum

31.10.1951

Kopf

SZ 24/293

Spruch

Auf Superädifikate kann nur nach den Paragraphen 249, ff. EO. Exekution geführt werden, nicht aber durch Zwangsverwaltung.

Entscheidung vom 31. Oktober 1951, 3 Ob 530/51.

römisch eins. Instanz: Bezirksgericht Hernals; römisch zwei. Instanz: Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien.

Text

Das Gericht erster Instanz hat auf Antrag des betreibenden Gläubigers die Pfändung, Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung (Verkauf) des dem Verpflichteten gehörigen Superädifikates (Baracke), das auf der der Gemeinde Wien gehörigen Liegenschaft gelegen ist, bewilligt. Dieser Beschluß wurde von der Finanzprokuratur nur insoweit mit Rekurs angefochten, als auch die Zwangsverwaltung des Superädifikates bewilligt wurde.

Das Rekursgericht hat dem Rekurse der Finanzprokuratur Folge gegeben und den Antrag des betreibenden Gläubigers auf Zwangsverwaltung des Superädifikates abgewiesen.

Der Oberste Gerichtshof hat dem Revisionsrekurs der betreibenden Partei nicht Folge gegeben.

Rechtliche Beurteilung

Aus der Begründung:

Nach der ständigen und einheitlichen Spruchpraxis des Obersten Gerichtshofes (SZ. X/94, XII/48, XIV/133, XVI/24, Rsp. 1928, Nr. 149, JBl. 1928, S. 226, ZBl. 1928, Nr. 163, 1929, Nr. 85 (mit zustimmender Besprechung von Petschek zu der zur Entscheidung stehenden Rechtsfrage), NotZ. 1935, S. 147) und der überwiegenden Meinung der Lehre (Neumann - Lichtblau, S. 382 und 802, Walker - Jaitner, 3. Auflage, S. 228, 229, Heller - Trenkwalder, S. 1204, Lenhoff, Der Eigentumserwerb an nicht verbücherten Liegenschaften, S. 16, Graschopf, Das Recht an Siedlungshäusern und anderen Bauwerken auf fremdem Gründe (Superädifikaten) S. 55, Rojc, Gerichtszeitung 1917, Nr. 14; dagegen nur Klang, Bemerkungen zu den sachenrechtlichen Bestimmungen der Zivilnovellen, S. 86, und Grünberg, Bauten auf fremdem Grund, Deuticke 1903, S. 34 ff.) sind Überbauten als bewegliche Sachen anzusehen und es kann auf sie Exekution nur nach den Bestimmungen der Paragraphen 249, ff. EO., nicht aber durch Zwangsverwaltung geführt haben, sofern nicht das Recht des Eigentümers des Überbaues gegen den Gründeigentümer in Exekution gezogen wird. Das Rekursgericht hat daher mit Recht den Antrag auf Bewilligung der Zwangsverwaltung abgewiesen.

Anmerkung

Z24293

Schlagworte

Bauwerk Exekution, Bewegliche Sachen, Exekution auf Superädifikate, Exekution auf Superädifikate, Mobilarexekution Superädifikate, Superädifikat Zwangsvollstreckung, Überbau Exekution, Zwangsverwaltung, keine - von Superädifikaten, Zwangsvollstreckung in Superädifikate

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1951:0030OB00530.51.1031.000

Dokumentnummer

JJT_19511031_OGH0002_0030OB00530_5100000_000

Rechtssätze aus dieser Entscheidung