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Entscheidung 5 Ob 1087/93×

Entscheidung 5 Ob 1087/93

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

5Ob1087/93

Entscheidungsdatum

21.12.1993

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Jensik als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Zehetner, Dr.Klinger, Dr.Schwarz und Dr.Floßmann als weitere Richter in der Grundbuchssache der Antragstellerinnen 1) Mechthilde (Mechtilde, Mechtild) L*****, und 2) Emma D*****, beide vertreten durch Dr.Eduard Pranz ua Rechtsanwälte in St.Pölten, wegen Grundbuchshandlungen in der EZ ***** Grundbuch *****, infolge außerordentlichen Rekurses der Antragstellerinnen, gegen den Beschluß des Landesgerichtes Steyr als Rekursgerichtes vom 2. August 1993, GZ 5 R 32/93, mit dem der Beschluß des Bezirksgerichtes Grünburg vom 21.Juli 1992, TZ 831/92, abgeändert wurde in nichtöffentlicher Sitzung folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Die Akten werden dem Landesgericht Steyr mit dem Auftrag zurückgestellt, die rekursgerichtliche Entscheidung durch den Ausspruch zu ergänzen, ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50.000 S übersteigt oder nicht, und die Akten sodann wieder vorzulegen.

Text

Begründung:

Mit ihrem Grundbuchsgesuch vom 21.Juli 1992 beantragten die Antragstellerinnen auf Grund des notariellen Übergabsvertrages und Schenkungsvertrages auf den Todesfall vom 27.12.1991, des Bescheides der Bezirksgrundverkehrskommission Grünburg vom 7.2.1992, der Erklärung vom 27.12.1991, der Geburtsurkunde vom 25.2.1972, der Heiratsurkunde vom 2.4.1972, des Staatsbürgerschaftsnachweises vom 18.3.1971, des hg. Beschlusses vom 31.12.1991, TZ 7/92 im Grundbuch ***** die Bewilligung nachstehender Grundbuchshandlungen:

1. Ob der EZ. ***** mit den Grundstücken ***** Sonstige (Weg), ***** LN, ***** Garten, ***** LN, ***** LN, ***** LN, ***** Wald, ***** Wald, ***** LN, ***** Baufläche und ***** Baufläche (Eigentümer: ***** Mechthilde zur Gänze)

a) gemäß Paragraph 136, GBG die Löschung des in C-LNr 4a für Hedwig L*****, Emma L***** und Winfried L***** eingetragenen Belastungs- und Veräußerungsverbotes,

b) im Range TZ 7/92 die Einverleibung des Eigentumsrechtes für D***** Emma geb. ***** zur Gänze, Adr: *****,

c) die Einverleibung der Dienstbarkeit der lebenslänglichen Wohn- und Mitbenützungsrechte gemäß Punkt "Viertens" des Vertrages und des Belastungs- und Veräußerungsverbotes für Mechtild L***** geb. *****; und

2. ob der EZ ***** die Einverleibung des Eigentumsrechtes für die Zweitantragstellerin und die Einverleibung des Belastungs- und Veräußerungsverbotes für die Erstantragstellerin.

Das Grundbuchsgesuch enthält folgende "Anmerkung":

"Gemäß dem zu TZ 319 aus 1956, erliegenden Kaufvertrag vom 19.7.1954 (richtiges Datum gegenüber der Eintragung zu C-LNr 4a, bei welcher das Datum der Ausfertigung in das Grundbuch eingetragen wurde) erlischt das Belastungs- und Veräußerungsverbot mit Übernahme der Liegenschaft durch eines der ehelichen Kinder der Ehegatten Dr.Sepp und Mechtild L*****. Die Eigenschaft der Frau Emma D***** als eheliches Kind der Ehegatten Dr.Josef/Sepp L***** und Mechtild/Mechtildis L***** ist durch die Urkunde Blg.D und E nachgewiesen."

Das Erstgericht bewilligte die begehrten Eintragungen zur Gänze.

Das Gericht zweiter Instanz gab dem von Hedwig S*****, geborene L***** gegen die Bewilligung der die EZ ***** betreffenden Eintragungen erhobenen Rekurs Folge und änderte den erstgerichtlichen Beschluß - der damit in seinem die EZ ***** betreffenden Teil unberührt geblieben war - hinsichtlich der begehrten bücherlichen Eintragungen in der EZ ***** der genannten Katastralgemeinde dahin ab, daß es den Antrag abwies, wobei es aussprach, daß der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei.

Gegen diesen rekursgerichtlichen Beschluß richtet sich der außerordentliche Revisionsrekurs der Antragstellerinnen, über den jedoch noch nicht entschieden werden kann, weil der vom Rekursgericht vorgenommene Ausspruch nicht ausreicht, um die Frage der Zulässigkeit des erhobenen Revisionsrekurses eindeutig klarzustellen.

Rechtliche Beurteilung

Auszugehen ist davon, daß nach der Bestimmung des Paragraph 126, Absatz eins, GBG in der Fassung der WGN 1989 für die Entscheidung des Rekursgerichtes Paragraph 13, AußStrG gilt und der Beschluß des Rekursgerichtes nach Maßgabe der Paragraphen 14 und 15 AußStrG angefochten werden kann. Ist der Entscheidungsgegenstand - so wie hier - rein vermögensrechtlicher Natur und betrifft er nicht den gesetzlichen Unterhalt, so ist die rekursgerichtliche Entscheidung nur dann anfechtbar, wenn die Entscheidung von der Lösung einer erheblichen Rechtsfrage abhängt und der Entscheidungsgegenstand an Geld oder Geldeswert 50.000 S übersteigt (Paragraph 14, Absatz eins,, Absatz 2, Ziffer eins, AußStrG). In solchen Fällen hat das Rekursgericht gemäß Paragraph 13, Absatz eins, AußStrG auszusprechen, ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50.000 S übersteigt oder nicht und im letzteren Fall, daß der Revisionsrekurs jedenfalls unzulässig ist, und nur im ersteren Fall, ob der ordentliche Revisionsrekurs zulässig ist oder nicht.

Da der Ausspruch, ob der Wert des Entscheidungsgegenstandes insgesamt 50.000 S übersteigt, gemäß Paragraph 13, Absatz 2 und 3 AußStrG dann, wenn das Rekursgericht von den gemäß Paragraph 13, Absatz 2, AußStrG sinngemäß anzuwendenden Bewertungsvorschriften nicht abgewichen ist, nicht nur unanfechtbar, sondern auch für den Obersten Gerichtshof bindend ist, kann die Zulässigkeit erst nach Ergänzung des rekursgerichtlichen Beschlusses in diesem Belang beurteilt werden.

Das Gericht zweiter Instanz wird daher seinen Beschluß durch den Ausspruch gemäß Paragraph 13, Absatz eins, Ziffer eins, AußStrG zu ergänzen und die Akten sodann wieder vorzulegen haben.

Anmerkung

E31779

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:0050OB01087.93.1221.000

Dokumentnummer

JJT_19931221_OGH0002_0050OB01087_9300000_000