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Entscheidung 5 Ob 79/84×

Entscheidung 5 Ob 79/84

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

5Ob79/84

Entscheidungsdatum

20.12.1984

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Marold als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Griehsler, Dr. Jensik, Dr. Zehetner und Dr. Klinger als Richter in der Rechtssache der Antragstellerin Emma T*****, vertreten durch Dr. Johann Subarsky, Rechtsanwalt in Wien, wider die Antragsgegner 1. Ing. Raimund J*****, 2. Reingard B*****, 3. Hans T*****, 4. Johanna B*****, 5. Dr. Adolf P*****, 6. Gottfried B*****, 7. Christine K*****, 8. Margarete H*****, 9. Karin W*****, 10. Alfred B*****, 11. Karoline Z*****, 12. Edeltraud N*****, 13. Dr. Gerhard L*****, 14. Gertrude J*****, 15. Ilse S*****, 16. Manfred N*****, 17. Elisabeth N*****, 18. Walter H*****, 19. Erika D*****, 20. Emilie F*****, 21. Marianne H*****, 22. Dr. Emmerich K*****, 23. Dkfm. Franziska K*****, 24. Maria Z*****, 25. Henriette H*****, 26. Hermann G*****, 27. Klaus F*****, 28. Margarete S*****, 29. Franziska P*****, 30. Anna P*****, 31. Margarethe S*****, 32. Elisabeth N*****, 33. Theresia S*****, 34. Dr. Volker W*****, 35. Dr. Inge W*****, 36. Dr. Josef L*****, 37. Dr. Josef P*****, 38. Georg S*****, 39. Emma P*****, 40. Albert S*****, 41. Hildegarde G*****, 42. Alfredl W*****, 43. Franz B*****, 44. Maria H*****, 45. Maria W*****, 46. Walter W*****, 47. Erich W*****, 48. Dr. Ilse M*****, 49. Ing. Erwin V*****, 50. Dr. Edith S*****, 51. Nelly B*****, 52. Dr. Brigitte D*****, 53. Anna M*****, 54. Rudolf W*****, 55. Dipl.-Ing. Christian P*****, 56. Hermine F*****, 57. Gerta H*****, 58. Maria F*****, 59. Alfred W*****, 60. Christine V*****, 61. Dr. Walter W*****, 62. Dr. Adalbert H*****, 63. Karin S*****, 64. Anna S*****, 65. Ignaz S*****, 66. Marianne N*****, 67. Mathias B*****, 68. Paula P*****, 69. Vilma S*****, 70. Dr. Gerda R*****, 71. Ute B*****, 72. Dr. Martha P*****, 73. Dagmar P*****, 74. Dr. Kurt S*****, 75. Leopoldine B*****, 76. Gertrude S*****, 77. Ingeborg S*****, 78. Herbert E*****, 79. Berta M*****, 80. Peter F*****, 81. Roderich R*****, 82. Dr. Hermann W*****, 83. Gerda W*****, 84. Elfriede W*****, 85. Maria B*****, 86. Dr. Mathias K*****, 87. Maria K*****, 88. Dr. Erwin B*****, 89. Theresia Ö*****, 90. Friedrich B*****, 91. Veronika T*****, 92. Ing. Hans B*****, 93. Jutta M*****, 94. Silvia K*****, 95. Gertraude S*****, 96. Ingeborg P*****, 97. Eva-Maria E*****, 98. Theodora L*****, 99. Rosemarie L*****, 100. Irmgard H*****, 101. Maria M*****, 102. Elfriede N*****, 103. Peter W*****, 104. Dipl.-Ing. Florian G*****, 105. Karl R*****, 106. Dkfm. Josef S*****, 107. Dr. Erich M*****, 108. Dipl.-Ing. Christof A*****, 109. Mag. Heide A*****, 110. Dr. Ernst H*****, 111. Otto P*****, 112. Margarete K*****, 113. Dr. Kurt S*****, 114. Leopoldine F*****, 115. Gerhard A*****, 116. Christa T*****, 117. Ferdinand R*****, 118. Dipl.-Ing. Josef P*****, 119. Hildegard N*****, 120. Margarethe P*****, 121. Valerie P*****, 122. Alfred R*****, 123. Richard G*****, 124. Annemarie P*****, 125. Josef H*****, 126. Dr. Günther A*****, 127. Otto Michael A*****, 128. Dr. Erich H*****, 129. Martha O*****, 130. Irmtrut H*****, 131. Siegfried B*****, 132. Ilse S*****, 133. Mechthild G*****, 134. Dr. Helmut H*****, 135. Luca D*****, 136. Michael S*****, 137. Christa M*****, 138. Franziska P*****, 139. Hertha N*****, 140. Anna S*****, 141. Ing. Walter K*****, 142. Anna Maria K*****, 143. Othmar K*****, 144. Elfriede K*****, 145. Marianne L*****, 146. Edith P*****, Wohnungseigentümer im Hause *****, vertreten durch: W*****gesellschaft mbH, *****, diese vertreten durch: Dr. Anton Rosicky, Rechtsanwalt, 1010 Wien, Seilergasse 14, sowie der beteiligten Wohnungseigentümer a) Josef K*****, b) Dr. Eberhard L*****, c) Dr. Otto K*****, d) Frieda K*****, e) Theresia S*****, f) Elisabeth T*****, g) Helene P*****, h) Alois E*****, i) Erika K*****, j) Karoline B***** wegen: Paragraph 26, Absatz eins, Ziffer 5, WEG in Verbindung mit Paragraph 19, Absatz 2, Ziffer eins, WEG infolge Revisionsrekurses der Antragsgegner gegen den Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien als Rekursgericht vom 12. Jänner 1984, GZ 41 R 670/83-13, womit der Beschluss des Bezirksgerichts Döbling vom 12. Juli 1983, GZ 5 C 302/83-9, aufgehoben wurde, folgenden

Beschluss

gefasst:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben.

Text

Begründung:

Die Antragstellerin ließ vor Jahren die zu ihrer Eigentumswohnung im 3. Stock des Hauses ***** im ***** Wiener Gemeindebezirk gehörige Terrasse verfliesen. Sie behauptet, sie sei mit der vom Verwalter des Hauses zur Beseitigung der Ursache für Nässeschäden in der darunter befindlichen Eigentumswohnung als notwendig erachteten Sanierung dieser Terrasse einverstanden, es habe jedoch der Verwalter und, auf seine Veranlassung hin, auch die Mehrheit der Wohnungs- und Miteigentümer ihr Verlangen abgelehnt, nach der Sanierung der Terrasse wieder Fliesen zu verlegen. Deshalb begehrt sie nun die Feststellung, dass der von der Mehrheit der Wohnungseigentümer gefasste Beschluss, wonach die Kosten der Wiederherstellung der Terrassenverfliesung im Zuge der Behebung eines Bauschadens von ihr selbst, der Antragstellerin, zu bezahlen seien, unzulässig sei und demnach diese Kosten von der Gemeinschaft der Miteigentümer zu bezahlen seien.

Das Erstgericht wies diesen Antrag mit der Begründung zurück, dass er nicht im außerstreitigen Verfahren geltend gemacht werden könne.

Das Rekursgericht hob diesen Beschluss auf und verwies die Sache dem Erstgericht mit dem Auftrag zurück, das gesetzmäßige (außerstreitige) Verfahren unter Abstandnahme von dem gebrauchten Zurückweisungsgrund fortzusetzen. Zur Begründung seiner Entscheidung führte es im Wesentlichen an:

Zu Recht habe das Erstgericht den Beschluss der Wohnungseigentümer inhaltlich als Vereinbarung im Sinne des Paragraph 19, Absatz eins, WEG angesehen, da die Wohnungseigentümer damit die Tragung der Kosten bestimmter Erhaltungsarbeiten für die Zukunft regeln wollten. Solche Aufwendungen seien aber gemäß Paragraph 19, Absatz eins, WEG von den Miteigentümern nach dem Verhältnis ihrer Anteile zu tragen. Die hier in Rede stehende Vereinbarung weiche daher von diesem Verteilungsschlüssel ab. Gemäß Paragraph 19, Absatz eins, Ziffer 2, WEG könne eine abweichende Vereinbarung vom gesetzlichen Verteilungsschlüssel nur von allen Miteigentümern getroffen werden. Jeder Miteigentümer könne nach Paragraph 19, Absatz 2, Ziffer eins, WEG die Entscheidung des Gerichts darüber verlangen, ob eine geschlossene Vereinbarung zulässig ist. Die Unzulässigkeit einer Vereinbarung sei gemäß Paragraph 26, Absatz 2, Ziffer 5, WEG im Verfahren außer Streitsachen zu überprüfen.

Diesen Beschluss bekämpfen die Antragsgegner. Sie begehren die Wiederherstellung der Entscheidung des Erstgerichts.

Rechtliche Beurteilung

Der Revisionsrekurs der Antragsgegner ist jedoch nicht berechtigt.

Der Oberste Gerichtshof ist der Ansicht, dass das Begehren der antragstellenden Wohnungs- und Miteigentümerin dem im außerstreitigen Verfahren abzuhandelnden Problemkomplex der Zulässigkeit eines vereinbarten oder Festsetzung eines abweichenden Verteilungsschlüssels für Aufwendungen im Sinne der Paragraphen 19, Absatz 2 und 26 Absatz eins, Ziffer 5, WEG zuzuordnen ist, der auch die Entscheidung des hier anstehenden Problems der Tragung der Kosten der Erneuerung der Terrassenverfliesung, die bei der Durchführung ordnungsgemäßer Erhaltungsarbeiten beseitigt werden musste, einschließt.

Aus diesem Grunde ist dem Rekursgericht in der Ansicht beizustimmen, dass über den Antrag im außerstreitigen Verfahren zu verhandeln und zu entscheiden ist. Der Revisionsrekurs der Antragsgegner muss deshalb erfolglos bleiben.

Textnummer

E114587

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:0050OB00079.840.1220.000

Im RIS seit

23.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

23.05.2016

Dokumentnummer

JJT_19841220_OGH0002_0050OB00079_8400000_000