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Entscheidung 7 Ob 203/11w×

Entscheidung 7 Ob 203/11w

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

7Ob203/11w

Entscheidungsdatum

30.11.2011

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Dr. Huber als Vorsitzende und die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Schaumüller, Dr. Hoch, Dr. Kalivoda und Mag. Dr. Wurdinger als weitere Richter in der Rechtssache der Antragstellerin C***** M*****, vertreten durch Dr. Franz Hitzenberger und andere Rechtsanwälte in Vöcklabruck, gegen den Antragsgegner L***** M*****, vertreten durch Dr. Robert Galler und Dr. Rudolf Höpflinger, Rechtsanwälte in Salzburg, wegen Abänderung des Beschlusses über die Scheidung im Einvernehmen, über den außerordentlichen Revisionsrekurs der Antragstellerin gegen den Beschluss des Landesgerichts Salzburg als Rekursgericht vom 10. August 2011, GZ 21 R 176/11w-14, den

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der außerordentliche Revisionsrekurs wird mangels der Voraussetzungen des Paragraph 62, Absatz eins, AußStrG zurückgewiesen.

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Die Ehe der Parteien wurde gemäß Paragraph 55 a, EheG geschieden. Der Beschluss ist in Rechtskraft erwachsen.

Die Antragstellerin stützt ihren Abänderungsantrag auf Paragraph 73, Absatz eins, Ziffer 4, AußStrG in Verbindung mit Paragraph 530, Absatz eins, Ziffer eins und 3 ZPO. Ihr Vorbringen, der Antragsgegner habe sich die Zuständigkeit des Erstgerichts durch Vorlage einer unrichtigen und durch Täuschung erwirkten Meldebestätigung vom ***** „erschlichen“, übergeht, dass sich die Parteien bei ihrem gemeinsamen Antrag auf Scheidung im Einvernehmen nach Paragraph 55 a, EheG darauf berufen haben, dass sie die Zuständigkeit des Erstgerichts vereinbart hätten. Auch das Erstgericht hielt in seinem Scheidungsbeschluss fest, dass sich seine Zuständigkeit aus der Parteienvereinbarung ergebe. Das Erstgericht gründete damit seine Entscheidung eben nicht auf die Meldebestätigung, also auf eine Urkunde im Sinn des Paragraph 530, Absatz eins, Ziffer eins, ZPO, und seine Entscheidung wurde daher auch nicht im Sinn des Paragraph 530, Absatz eins, Ziffer 3, ZPO erwirkt. Richtig ist, dass das Erstgericht seine Zuständigkeit nach Artikel 17, Brüssel IIa-VO von Amts wegen hätte prüfen und sich für unzuständig hätte erklären müssen, wenn es in einer Sache angerufen worden wäre, für die es nach dieser Verordnung (hier: bei Nichtvorliegen der Voraussetzungen des Artikel 3, Absatz eins, Litera a, vierter Spiegelstrich Brüssel IIa-VO) keine Zuständigkeit gehabt hätte. Nur bei einer solchen (hier aber nicht vorgenommenen) Prüfung der Zuständigkeit hätte die Meldebestätigung für die Entscheidung kausal sein können.

Der Beschluss, mit dem die Ehe gemäß Paragraph 55 a, EheG geschieden wurde, ist überdies in Rechtskraft erwachsen. Eine allfällige Verletzung von Zuständigkeitsbestimmungen der Artikel 3 bis 14 Brüssel IIa-VO stellt gemäß Artikel 24, Brüssel IIa-VO weder ein Anerkennungs- noch ein Vollstreckungshindernis dar. Sie kann auch nicht nach Paragraph 42, Absatz 2, JN nach Rechtskraft geltend gemacht werden vergleiche auch Simotta in Fasching/Konecny2, Artikel 18, EuEheKindVO Rz 15).

Da die umstrittene Meldebestätigung für die abzuändernde Entscheidung nicht kausal war, hält sich die Entscheidung des Rekursgerichts schon aus diesem Grund im Ergebnis im Rahmen der Gesetzeslage.

Einer weiteren Begründung bedarf dieser Beschluss nicht (Paragraph 71, Absatz 3, AußStrG).

Schlagworte

Zivilverfahrensrecht,Gruppe: Internationales Privatrecht und Zivilverfahrensrecht,Familienrecht

Textnummer

E99308

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2011:0070OB00203.11W.1130.000

Im RIS seit

21.12.2011

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2013

Dokumentnummer

JJT_20111130_OGH0002_0070OB00203_11W0000_000