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Entscheidung 8 Ob 1001/93×

Entscheidung 8 Ob 1001/93

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

8Ob1001/93

Entscheidungsdatum

08.07.1993

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon-Prof.Dr.Gunther Griehsler als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Edgar Huber, Dr.Birgit Jelinek, Dr.Ronald Rohrer und Dr.Ilse Huber als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei D*****, vertreten durch Dr.Peter Karl Wolf, Dr.Felix Weigert und Dr.Andreas Theiss, Rechtsanwälte in Wien, wider die beklagte Partei Mag.Helmut D*****, vertreten durch Dr.Robert Csokay, Rechtsanwalt in Wien, wegen S 314.113,36 s.A., infolge außerordentlicher Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgerichtes vom 21.Dezember 1992, GZ 4 R 266/92-23, den

Beschluß

gefaßt:

Rechtliche Beurteilung

Die außerordentliche Revision der beklagten Partei wird gemäß Paragraph 508, a Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO), weil

a) nach den den Obersten Gerichtshof bindenden Feststellungen der Vorinstanzen weder eine Einschränkung der Wechselbürgschaft des Beklagten im Sinn einer Ausfallsbürgschaft (die behauptete Absprache:

"Wenn alle Stricke reißen" bzw. "das Debet sonst uneinbringlich sei", S.4 des Ersturteils, wurde nicht getroffen, so daß die Zweifelsregel des Paragraph 915, 1.Fall ABGB keine Anwendungsgrundlage hat) noch eine Einschränkung auf den Betrag von S 200.000,-- vereinbart wurde,

b) die über S 200.000,-- hinausgehenden Kontoüberziehungen mit Wissen und Willen des Beklagten erfolgten,

c) der Beklagte die Klägerin erst nach dem 7.5.1991, ab dem keine Abbuchungen mehr durchgeführt wurden, von seinem Ausscheiden aus der GesmbH (Hauptschuldnerin) verständigt hat (die Kündigung der Bürgschaft durch ihn /zur Zulässigkeit siehe Gamerith in Rummel ABGB2 Rz 3 Litera f, zu Paragraph 1363 und Rz 3 zu Paragraph 1353,; Mader in Schwimann ABGB Rz 4 zu Paragraph 1353,; JBl. 1971, 257; EvBl 1964/180 ua/ also erst mit diesem Zeitpunkt angenommen werden kann) und

d) die Feststellungen keinen Anlaß für die Annahme der Sittenwidrigkeit des Bürgschaftsvertrages, die bisher auch gar nicht geltend gemacht wurde, bieten.

Anmerkung

E31333

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:0080OB01001.93.0708.000

Dokumentnummer

JJT_19930708_OGH0002_0080OB01001_9300000_000