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Entscheidung 8 Ob 1644/91×

Entscheidung 8 Ob 1644/91

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

8Ob1644/91 (8Ob1645/91)

Entscheidungsdatum

28.11.1991

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon. Prof. Dr. Griehsler als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Huber, Dr. Graf, Dr. Jelinek und Dr. Schinko als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Nada M*****, vertreten durch DDr. Elisabeth Steiner, Rechtsanwältin in Wien, wider die beklagte Partei Pero M*****, vertreten durch Dr. Anke Reisch, Rechtsanwältin in Wien, wegen Ehescheidung, infolge außerordentlicher Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgerichtes vom 7. August 1991, GZ 43 R 3040, 3041/91-59, den

Beschluß

gefaßt:

Rechtliche Beurteilung

Die außerordentliche Revision der beklagten Partei wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO zurückgewiesen (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO), weil 1.) der im Hinblick auf die beiderseitige Angehörigkeit der Streitteile zur jugoslawischen Teilrepublik Bosnien-Herzegowina hier gemäß Paragraph 20, Absatz eins,, Paragraph 18, Absatz eins, Ziffer eins, ÖIPRG, Artikel 18, Absatz 2, letzter Halbsatz des jugoslawischen Gesetzes betreffend die Entscheidung über Gesetzes- und Zuständigkeitskollisionen in Status-, Familien- und Erbbestimmungen vom 27. 2. 1979 (= siehe Bergmann-Ferid, Abschnitt Jugoslawien 60 n) anzuwendenden Bestimmung des Artikel 60, des Gesetzes der Teilrepublik Bosnien-Herzegowina über die Familie vom 29. 5. 1979 (siehe Bergmann-Ferid aaO 61 ff), soferne sie als materiellrechtliche Bestimmung aufgefaßt wird, dadurch entsprochen wurde, daß der hierin vorgesehene Versöhnungsversuch vom Erstgericht lt. ON 35 AS 132 f (siehe auch das Revisionsvorbringen des Beklagten S 4) in hinreichender Weise vorgenommen wurde; 2.) eine Zuständigkeit der inländischen Vormundschaftsbehörde für einen derartigen Versöhnungsversuch nach dem maßgeblichen österreichischem Verfahrensrecht nicht besteht; 3.) im Sinne des Artikel 55, leg cit vergleiche weiters Artikel 56 bis 81 leg cit) und der Entscheidung SZ 61/108 die Ehescheidung keine Feststellung des Verschuldens an der Zerrüttung der Ehe erfordert; 4.) die berufungsgerichtliche Entscheidung über die Kosten des Ehescheidungsverfahrens nach den anzuwendenden inländischen Verfahrensvorschriften in dritter Instanz nicht anfechtbar ist (Paragraph 528, Absatz 2, Ziffer 3, ZPO).

Anmerkung

E27550

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:0080OB01644.91.1128.000

Dokumentnummer

JJT_19911128_OGH0002_0080OB01644_9100000_000

Rechtssätze aus dieser Entscheidung