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Entscheidung 9 ObA 1014/94×

Entscheidung 9 ObA 1014/94

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

9ObA1014/94

Entscheidungsdatum

28.09.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Klinger als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Maier und Dr.Petrag sowie die fachkundigen Laienrichter Dr.Barbara Hopf und Helmuth Prenner als weitere Richter in der Arbeitsrechtssache der klagenden Parteien 1. Dr.Manfred R*****, Pensionist, *****, *****, 2. Dipl.Ing.Dr.Gerhard B*****, Pensionist, *****, 3. Dipl.Ing.Otto A*****, Pensionist, ***** 4. Dipl.Ing.Dr.Erich Böck, Pensionist, ***** 5. Ing.Johann B*****, Pensionist, ***** 6. Dipl.Ing.Karl E*****, Pensionist, ***** 7. Dipl.Ing. Gilbert H*****, Pensionist, ***** 8. Dipl.Ing.Walter J*****, Pensionist, ***** 9. Dipl.Ing.Adalbert J*****, Pensionist, ***** 10. Dipl.Ing. Ernst S*****, Pensionist, ***** 11. Dipl.Ing. Ludwig N*****, Pensionist, ***** 12. Dr.Eduard O*****, Pensionist, ***** 13. Dipl.Ing.Anton P*****, Pensionist, ***** 14. Dr.Otto S*****, Pensionist, ***** 15. Dkfm. Ferdinand J.W*****, Pensionist, ***** 16. Wilhelm W*****, Pensionist, ***** 17. Dipl.Ing.Erich T*****, Pensionist, ***** 18. Josef K*****, Pensionist, ***** 19. Dr.Franz O*****, Pensionist, ***** 20. Dipl.Ing. Josef B*****, Pensionist, ***** 21. Dipl.Ing.Georg K*****, Pensionist, ***** 22. Arnold H*****, Pensionist, ***** 23. Dipl.Ing. Franz H*****, Pensionist, ***** 24. Dipl.Ing. Friedrich J*****, Pensionist, *****

25. Dr.Josef M*****, Pensionist, ***** alle vertreten durch Dr.Johannes Grund und Dr.Wolf D.Polte, Rechtsanwälte in Linz, wider die beklagte Partei V***** AG, Turmstraße 44, 4020 Linz, vertreten durch Dr.Gottfried Eypeltauer ua, Rechtsanwälte in Linz, wegen restlicher Zinsen, infolge außerordentlicher Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Linz als Berufungsgericht in Arbeits- und Sozialrechtssachen vom 20.April 1994, GZ 13 Ra 25/94-22, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Die außerordentliche Revision der beklagten Partei wird gemäß Paragraph 508 a, Absatz 2, ZPO mangels der Voraussetzungen des Paragraph 46, Absatz eins, Ziffer eins, ASGG zurückgewiesen (Paragraph 510, Absatz 3, ZPO).

Text

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Da die gegenständlichen Verzugszinsen gleichzeitig mit dem Kapital geltend gemacht wurden, handelt es sich um bloße Nebenforderungen im Sinne des Paragraph 54, Absatz 2, JN, die bei der Berechnung des Streitwertes unberücksichtigt zu bleiben haben. Auch nach Einschränkung um die Kapitalbeträge blieben die in diesem Verfahren geltend gemachten Zinsenbeträge Nebenforderungen im Sinne des Paragraph 54, Absatz 2, JN, so daß der Streitwert für die Frage der Zulässigkeit der Revision mit Null anzusetzen ist; davon abgesehen liegen mangels Bestehens einer materiellen Streitgenossenschaft der Kläger im Sinne des Paragraph 11, Ziffer eins, ZPO die Voraussetzungen für eine Zusammenrechnung der Streitwerte gemäß Paragraph 55, Absatz eins, Ziffer 2, JN nicht vor.

Die vorliegende Revision wäre daher nur bei Zutreffen der Voraussetzungen nach Paragraph 46, Absatz eins, Ziffer eins, ASGG zulässig.

Das Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage im Sinne dieser Bestimmung wurde vom Berufungsgericht zu Recht verneint.

Mit Erkenntnis vom 30.Juni 1993 G 87/91-21 und G 88/9-18, hat der Verfassungsgerichtshof Artikel römisch eins, Paragraph 7, Absatz eins, des ÖIAG-Finanzierungsgesetzes BGBl 1987/298, aufgehoben und ausgesprochen, daß diese Gesetzesbestimmung nicht mehr anzuwenden ist.

Gemäß Artikel 140, Absatz 7, B-VG wirkt die Aufhebung dieser Bestimmung auf die vorliegenden Anlaßfälle zurück. Es ist daher so vorzugehen, als ob die als verfassungswidrig aufgehobene Norm bereits zur Zeit der Verwirklichung des der Klage zugrundeliegenden Tatbestandes nicht mehr der Rechtsordnung angehört hätte (siehe insbesondere VfSlg 10.677 aus 1985, sowie Walter-Mayer Grundriß des österreichischen Bundesverfassungsrechtes7 Rz 1170). Dies bedeutet für den vorliegenden Fall, daß die eingeklagten, aus der Wertsicherung einzelvertraglich zugesicherter Ruhegnüsse resultierenden Beträge bereits im Zeitpunkt der Klagseinbringung fällig waren. Wie der Oberste Gerichtshof wiederholt ausgesprochen hat (SZ 54/4; SZ 64/47; SSV NF 6/148) beruht der Anspruch auf Verzugszinsen auf bereicherungsrechtlichen Grundsätzen. Mit diesen Zinsen, mit denen nur der gewöhnliche, allgemein erzielbare Nutzen abgegolten wird, sollen die aus der verspäteten Zahlung erwachsenden Vorteile des Schuldners mit den Nachteilen des Gläubiges ausgeglichen werden; Verzugszinsen gebühren daher, wie die Vorinstanzen zutreffend erkannt haben, bereits bei objektivem Verzug.

Anmerkung

E36963

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:009OBA01014.94.0928.000

Dokumentnummer

JJT_19940928_OGH0002_009OBA01014_9400000_000

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