Entscheidung JJT_20110714_OGH0002_001PRA03528_11A0000_000
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Dokumenttyp
Entscheidungstext
Geschäftszahl
1Präs.2690-3528/11a
Entscheidungsdatum
14.07.2011
Kopf
Der Oberste Gerichtshof hat durch die Präsidentin Hon.-Prof. Dr. Griss über die Anzeige der Ausgeschlossenheit des Präsidenten des Oberlandesgerichts Graz, des Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts Graz und sämtlicher Senatspräsidentinnen und Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter des Oberlandesgerichts Graz im Verfahren über die Beschwerde des S***** P***** gegen den Beschluss des Landesgerichts Leoben vom 14. Februar 2011, AZ 15 HR 4/11t, AZ 10 Bs 96/11k des Oberlandesgerichts Graz, den
Beschluss
gefasst:
Spruch
Der Präsident des Oberlandesgerichts Graz, der Vizepräsident des Oberlandesgerichts Graz und sämtliche Senatspräsidentinnen und Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter des Oberlandesgerichts Graz sind von der Entscheidung über die Beschwerde des S***** P***** gegen den Beschluss des Landesgerichts Leoben vom 14. Februar 2011, AZ 15 HR 4/11t, ausgeschlossen.
Die Entscheidung über die Beschwerde wird dem Oberlandesgericht Wien übertragen.
Text
Gründe:
Das aufgrund einer Anzeige des Beschwerdeführers gegen die Senatspräsidentin des Oberlandesgerichts Graz Dr. M***** K*****, den Vorsteher des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Dr. L***** P*****, die Richterin des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Mag. V***** L*****, den Oberstaatsanwalt der Oberstaatsanwaltschaft Graz Dr. G***** K***** und zahlreiche weitere Beschuldigte eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Leoben am 28. Februar 2011 gemäß § 190 Z 1 StPO eingestellt. Das Landesgericht Leoben hat mit Beschluss vom 14. Februar 2011, AZ 15 HR 4/11t, den Antrag des Beschwerdeführers auf Beigabe eines Rechtsanwalts als Verfahrenshelfer zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche abgewiesen. Dagegen hat der Beschwerdeführer Beschwerde erhoben; das Verfahren darüber ist zu AZ 10 Bs 96/11k des Oberlandesgerichts Graz anhängig.Das aufgrund einer Anzeige des Beschwerdeführers gegen die Senatspräsidentin des Oberlandesgerichts Graz Dr. M***** K*****, den Vorsteher des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Dr. L***** P*****, die Richterin des Bezirksgerichts Deutschlandsberg Mag. V***** L*****, den Oberstaatsanwalt der Oberstaatsanwaltschaft Graz Dr. G***** K***** und zahlreiche weitere Beschuldigte eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Leoben am 28. Februar 2011 gemäß Paragraph 190, Ziffer eins, StPO eingestellt. Das Landesgericht Leoben hat mit Beschluss vom 14. Februar 2011, AZ 15 HR 4/11t, den Antrag des Beschwerdeführers auf Beigabe eines Rechtsanwalts als Verfahrenshelfer zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche abgewiesen. Dagegen hat der Beschwerdeführer Beschwerde erhoben; das Verfahren darüber ist zu AZ 10 Bs 96/11k des Oberlandesgerichts Graz anhängig.
In diesem Verfahren haben der Präsident des Oberlandesgerichts, der Vizepräsident des Oberlandesgerichts sowie sämtliche Senatspräsidentinnen und Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter ihre Ausgeschlossenheit angezeigt. Sie haben auf berufliche und persönliche Beziehungen zu den Beschuldigten verwiesen.
Rechtliche Beurteilung
Gemäß § 43 Abs 1 Z 3 StPO ist ein Richter vom Verfahren ausgeschlossen, wenn andere (als die in § 43 Abs 1 Z 1 und 2 StPO genannten) Gründe vorliegen, die geeignet sind, seine volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit in Zweifel zu ziehen.Gemäß Paragraph 43, Absatz eins, Ziffer 3, StPO ist ein Richter vom Verfahren ausgeschlossen, wenn andere (als die in Paragraph 43, Absatz eins, Ziffer eins und 2 StPO genannten) Gründe vorliegen, die geeignet sind, seine volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit in Zweifel zu ziehen.
Die beruflichen und persönlichen Beziehungen des Präsidenten, des Vizepräsidenten, der Senatspräsidentinnen, Senatspräsidenten, Richterinnen und Richter des Oberlandesgerichts zu den Beschuldigten können Zweifel an ihrer Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit erwecken. Sie sind daher von der Entscheidung über die Beschwerde des Beschwerdeführers ausgeschlossen.
Die Übertragung der Entscheidung auf das Oberlandesgericht Wien gründet sich auf § 45 Abs 2 StPO.Die Übertragung der Entscheidung auf das Oberlandesgericht Wien gründet sich auf Paragraph 45, Absatz 2, StPO.
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2011:001PRA03528.11A.0714.000
Zuletzt aktualisiert am
13.08.2011
Dokumentnummer
JJT_20110714_OGH0002_001PRA03528_11A0000_000