Rechtssatz RS0042562
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0042562
Entscheidungsdatum
25.03.2025
Rechtssatz
Der Bürge hat in der Regel seine Interessen selbst zu wahren. Eine Warnpflicht besteht aber ausnahmsweise etwa dann, wenn der Gläubiger schon Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit oder dem unmittelbar bevorstehenden wirtschaftlichen Zusammenbruch des Hauptschuldners hat und diesem gerade wegen der von einem Dritten geleisteten Sicherheit trotzdem noch Kredit gewährt oder wenn der Gläubiger weiß, dass der Hauptschuldner mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Kredit nicht zurückzahlen kann, oder sonst eine für den Bürgen besonders gefährliche Situation erkennen musste.
Entscheidungstexte
- 10 Ob 524/94
Entscheidungstext OGH 11.04.1995 10 Ob 524/94
- 8 Ob 2031/96a
Entscheidungstext OGH 25.04.1996 8 Ob 2031/96a
nur: Der Bürge hat in der Regel seine Interessen selbst zu wahren. (T1)
- 6 Ob 158/12x
Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 158/12x
Beisatz: Diese Warnpflicht besteht aber nicht vor Auszahlung des Kreditbetrags, sondern vor Eingehen der Bürgschaftsverpflichtung. (T2)
- 4 Ob 254/14b
Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 254/14b
Vgl
- 7 Ob 176/16g
Entscheidungstext OGH 13.10.2016 7 Ob 176/16g
Auch
- 10 Ob 19/23a
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 31.10.2023 10 Ob 19/23a
Beisatz: Hier: nicht unbeträchtliches wirtschaftliches Eigeninteresse des Beklagten am Projekt des Kreditnehmers und damit auch an der Kreditgewährung. (T3)
- 9 Ob 37/24t
Entscheidungstext OGH 26.06.2024 9 Ob 37/24t
- 1 Ob 200/24d
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 25.03.2025 1 Ob 200/24d
vgl
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0042562
Zuletzt aktualisiert am
14.07.2025
Dokumentnummer
JJR_19950411_OGH0002_0100OB00524_9400000_002