Rechtssatz RS0051338
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0051338
Geschäftszahl
4Ob167/57; 4Ob166/54; 4Ob114/59; 4Ob117/59; 4Ob94/61; 4Ob7/64; 4Ob2/65; 4Ob3/71; 4Ob43/71; 4Ob90/73; 9ObA67/11k; 9ObA160/11m; 8ObA59/12b; 8ObA12/13t; 9ObA75/19y
Entscheidungsdatum
30.10.2019
Rechtssatz
Auf Bezahlung von Überstunden besteht nur dann ein Anspruch, wenn diese entweder vom Dienstgeber ausdrücklich angeordnet wurden oder wenn vom Dienstnehmer Arbeitsleistungen verlangt werden, die in der normalen Arbeitszeit nicht erledigt werden können. Um sich einen Anspruch auf Überstundenentlohnung zu sichern, bedarf es einer Anzeige des Dienstnehmers beim Dienstgeber, dass die Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben die Leistung von Überstunden notwendig mache.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 167/57
Entscheidungstext OGH 25.02.1958 4 Ob 167/57
Veröff: SozM IIIE,198
- 4 Ob 166/54
Entscheidungstext OGH 11.01.1955 4 Ob 166/54
nur: Auf Bezahlung von Überstunden besteht nur dann ein Anspruch, wenn diese entweder vom Dienstgeber ausdrücklich angeordnet wurden oder wenn vom Dienstnehmer Arbeitsleistungen verlangt werden, die in der normalen Arbeitszeit nicht erledigt werden können. (T1) Veröff: JBl 1955,282 = Arb 6146 = SozM IA/e,89
- 4 Ob 114/59
Entscheidungstext OGH 27.10.1959 4 Ob 114/59
nur T1; Veröff: Arb 7134 = SozM ID,233
- 4 Ob 117/59
Entscheidungstext OGH 15.12.1959 4 Ob 117/59
nur T1
- 4 Ob 94/61
Entscheidungstext OGH 28.11.1961 4 Ob 94/61
Veröff: EvBl 1962/292 S 354 = SozM IIIE,269
- 4 Ob 7/64
Entscheidungstext OGH 21.01.1964 4 Ob 7/64
nur T1; Veröff: SozM IIIE,293
- 4 Ob 2/65
Entscheidungstext OGH 12.01.1965 4 Ob 2/65
Veröff: Arb 8023
- 4 Ob 3/71
Entscheidungstext OGH 23.02.1971 4 Ob 3/71
Veröff: SozM IIIE,415
- 4 Ob 43/71
Entscheidungstext OGH 13.07.1971 4 Ob 43/71
Veröff: Arb 8890 = IndS 1972 H11/12,863 = SozM IIIE,445
- 4 Ob 90/73
Entscheidungstext OGH 09.10.1973 4 Ob 90/73
Veröff: EvBl 1974/52 S 127 = SozM IIIA,156 = Arb 9144 = IndS 1975 H3,945
- 9 ObA 67/11k
Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 ObA 67/11k
- 9 ObA 160/11m
Entscheidungstext OGH 29.03.2012 9 ObA 160/11m
Vgl auch
- 8 ObA 59/12b
Entscheidungstext OGH 24.10.2012 8 ObA 59/12b
nur T1
- 8 ObA 12/13t
Entscheidungstext OGH 04.03.2013 8 ObA 12/13t
Auch; nur T1
- 9 ObA 75/19y
Entscheidungstext OGH 30.10.2019 9 ObA 75/19y
Vgl; Beisatz: Hinter jedem Zeitguthaben steht eine bereits geleistete Arbeitsstunde, die grundsätzlich auch entlohnungspflichtig ist. Denn es entspricht dem Grundkonzept des Arbeitsvertrags, dass die vom Arbeitnehmer erbrachte und vom Arbeitgeber entgegengenommene Leistung, sofern nicht Unentgeltlichkeit vereinbart wurde, der Entgeltpflicht unterliegt. (T2)
Beisatz: Die hier bekämpfte und Gegenstand einer Gleitzeitvereinbarung bildende BV-Klausel ist unzulässig, weil der undifferenzierte Verfall eines Zeitguthabens auch dann zu einem Entfall des Entlohnungsanspruchs führen kann, wenn ihm keine „aufgedrängten“ Arbeitsleistungen zugrunde liegen. Sofern davon auch Überstunden erfasst werden, verstößt die Bestimmung überdies gegen § 10 AZG. (T3)
Anm: Auseinandersetzung mit den in der Literatur zur Erlaubtheit besonderer Verfalls- oder Kappungsklauseln vertretenen Rechtsmeinungen. (T4)
Schlagworte
Arbeitnehmer, Arbeitgeber
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0051338
Zuletzt aktualisiert am
07.10.2022
Dokumentnummer
JJR_19580225_OGH0002_0040OB00167_5700000_001