Rechtssatz RS0090964
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0090964
Entscheidungsdatum
18.10.2022
Rechtssatz
Die Verhängung einer Zusatzstrafe setzt auch bei der (in erster Instanz noch nicht möglich gewesenen, also) originären Anwendung des § 31 StGB durch das (mit der Straffrage befaßte) Rechtsmittelgericht nur voraus, daß die damit abzuurteilenende Tat nach der Zeit ihrer Begehung schon im rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren hätte abgeurteilt werden können, sohin schon vor dem erstinstanzlichen Urteil im letzterwähnten Verfahren begangen wurde; daß es in einem solchen Fall auch auf das zeitliche Verhältnis jener Urteilsfällung (im früheren Verfahren) zum angefochtenen Urteil im noch laufenden (späteren) Verfahren ankäme, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen.Die Verhängung einer Zusatzstrafe setzt auch bei der (in erster Instanz noch nicht möglich gewesenen, also) originären Anwendung des Paragraph 31, StGB durch das (mit der Straffrage befaßte) Rechtsmittelgericht nur voraus, daß die damit abzuurteilenende Tat nach der Zeit ihrer Begehung schon im rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren hätte abgeurteilt werden können, sohin schon vor dem erstinstanzlichen Urteil im letzterwähnten Verfahren begangen wurde; daß es in einem solchen Fall auch auf das zeitliche Verhältnis jener Urteilsfällung (im früheren Verfahren) zum angefochtenen Urteil im noch laufenden (späteren) Verfahren ankäme, ist dem Gesetz nicht zu entnehmen.
Entscheidungstexte
- 15 Os 108/88
Entscheidungstext OGH 20.09.1988 15 Os 108/88
Veröff: EvBl 1989/51 S 179
- 12 Os 114/98
Entscheidungstext OGH 01.10.1998 12 Os 114/98
Auch; Beisatz: Zur Auslegung des § 31 Abs 1 StGB. (T1)
- 14 Os 169/98
Entscheidungstext OGH 15.12.1998 14 Os 169/98
Auch
- 20 Os 8/15z
Entscheidungstext OGH 06.10.2015 20 Os 8/15z
Auch
- 14 Os 127/15f
Entscheidungstext OGH 26.01.2016 14 Os 127/15f
Auch
- 28 Os 9/15f
Entscheidungstext OGH 22.09.2016 28 Os 9/15f
Auch; Beisatz: Erwächst ein Vorerkenntnis (in welchem über das nunmehr abgeurteilte Disziplinarvergehen hätte mitentschieden werden können) noch vor einer Strafneubemessung oder Erledigung einer gegen den Strafausspruch gerichteten Berufung im Rechtsmittelverfahren in Rechtskraft, so ist § 31 StGB iVm § 16 Abs 5 DSt durch das Rechtsmittelgericht anzuwenden. (T2)
- 20 Ds 10/17a
Entscheidungstext OGH 13.09.2017 20 Ds 10/17a
Auch
- 15 Os 22/20d
Entscheidungstext OGH 05.06.2020 15 Os 22/20d
Vgl
- 24 Ds 3/20f
Entscheidungstext OGH 18.06.2020 24 Ds 3/20f
Vgl; Beis wie T2
- 20 Ds 11/20b
Entscheidungstext OGH 09.03.2021 20 Ds 11/20b
Vgl
- 28 Ds 6/21b
Entscheidungstext OGH 10.11.2021 28 Ds 6/21b
Vgl
- 28 Ds 9/20t
Entscheidungstext OGH 10.11.2021 28 Ds 9/20t
Vgl
- 23 Ds 5/22w
Entscheidungstext OGH 18.10.2022 23 Ds 5/22w
Vgl; Beis wie T2
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0090964
Zuletzt aktualisiert am
20.12.2022
Dokumentnummer
JJR_19880920_OGH0002_0150OS00108_8800000_001