Rechtssatz RS0091909
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0091909
Geschäftszahl
11Os203/72 (11Os204/72); 12Os78/08z (12Os79/08x, 12Os80/08v); 11Os170/08x (11Os171/08v); 13Os21/18i
Entscheidungsdatum
09.05.2018
Rechtssatz
Eine nach früherem Recht eingetretene Unterbrechung der Verjährung kann durch günstigere neuere Verjährungsbestimmungen ohne ausdrückliche gesetzliche Vorschrift rückwirkend nicht außer Wirksamkeit gesetzt werden.
Entscheidungstexte
- 11 Os 203/72
Entscheidungstext OGH 06.04.1973 11 Os 203/72
Veröff: EvBl 1973/300 S 606 = JBl 1973,584 = RZ 1973/180 S 177 = ZVR 1973/226 S 392
- 12 Os 78/08z
Entscheidungstext OGH 17.07.2008 12 Os 78/08z
Vgl; Beisatz: Hier: Hemmung der Verjährung. Neufassung der Bestimmung des § 58 Abs 3 Z 2 StGB durch Art II Z 2 lit a BGBl I 2007/93. Die Verjährung ist ein Strafaufhebungsgrund, was bedeutet, dass die zunächst gegebene Strafbarkeit einer Tat zu einem darauf folgenden Zeitpunkt (durch Fristablauf) beseitigt wird. Verjährungsbestimmungen entfalten somit erst mit Ablauf der Verjährungsfrist strafbefreiende Wirkung, wobei das Gesetz Umstände determiniert, die eine Verlängerung dieser Frist (Hemmung) nach sich ziehen. Der Begriff „Hemmung" beschreibt einen prozessualen Zustand, in dem der An-, Ab- oder (wie hier) Fortlauf der Verjährungsfrist - de facto - gehindert ist. Ein bereits eingetretener Zustand wird aber durch eine nachträgliche Änderung der Normensituation nicht beseitigt, aus welchem Grund auch eine schon erfolgte Hemmung durch eine Gesetzesänderung nicht rückwirkend unwirksam wird. (T1)
- 11 Os 170/08x
Entscheidungstext OGH 16.12.2008 11 Os 170/08x
- 13 Os 21/18i
Entscheidungstext OGH 09.05.2018 13 Os 21/18i
Vgl; Beis wie T1
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:1973:RS0091909
Zuletzt aktualisiert am
28.06.2018
Dokumentnummer
JJR_19730406_OGH0002_0110OS00203_7200000_004