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Rechtssatz RS0111310

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0111310

Geschäftszahl

16Ok7/98; 16Ok7/00

Entscheidungsdatum

09.10.2000

Norm

AußStrG §2 H4
ZPO §190 D1
ZPO §190 D18
DV (EWG) Nr 17/62 des Rates 362R0017 zu Art85 und 86 EGV Art2
EGV Maastricht Art85 Abs3
EG Amsterdam Art81 Abs3
KartG 1988 §23 ff
KartG 1988 §25

Rechtssatz

Zum Verhältnis von kartellrechtlichen Verfahren vor der Europäischen Kommission und nationalen österreichischen Kartellverfahren. Die Entscheidung der Europäischen Kommission über das beantragte Negativattest nach Artikel 2, der VO Nr 17/62 bzw den hilfsweise gestellten Freiststellungsantrag nach Artikel 85, Absatz 3, EGV ist für die Entscheidung des Kartellgerichtes über die Genehmigung des Kartells nach den Paragraphen 23, ff KartG keine Vorfrage im Sinn des Paragraph 190, ZPO. Das nationale Kartellrecht ist vielmehr neben dem EG-Kartellrecht anzuwenden; nur wenn es ausnahmsweise zu divergierenden Entscheidungen kommt, hat die Entscheidung der Europäischen Behörden den Vorrang. Das vor dem Kartellgericht anhängige Genehmigungsverfahren kann daher mangels Präjudizialität des vor der Europäischen Kommission anhängigen (aber noch nicht formell eingeleiteten Verfahrens) auch bei analoger Anwendung des Paragraph 190, ZPO auf das außerstreitige Kartellverfahren nicht unterbrochen werden, selbst wenn eine solche Unterbrechung sinnvoll erschiene, weil hiezu derzeit ein gesetzlicher Unterbrechungsgrund fehlt.

Entscheidungstexte

  • 16 Ok 7/98
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 16 Ok 7/98
  • 16 Ok 7/00
    Entscheidungstext OGH 09.10.2000 16 Ok 7/00
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1998:RS0111310

Zuletzt aktualisiert am

11.08.2008

Dokumentnummer

JJR_19981215_OGH0002_0160OK00007_9800000_001