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Rechtssatz RS0120167×

Rechtssatz RS0120167

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0120167

Entscheidungsdatum

11.01.2021

Rechtssatz

Paragraph 201, StGB bezweckt den Schutz der sexuellen Integrität vor durch besondere Nötigungsmittel bewirkten Angriffen auf die Willensbildungs- und -betätigungsfreiheit, nicht aber unter dem von Paragraph 205, Absatz eins, zweite Deliktsvariante StGB spezifisch erfassten Schutzaspekt psychisch bedingt fehlender Fähigkeit zu sexueller Selbstbestimmung.

Nützt daher der Täter zur intendierten Effektuierung des sexuellen Angriffs zusätzlich zur Gewaltanwendung den in Paragraph 205, Absatz eins, zweite Deliktsvariante StGB beschriebenen Zustand des Tatopfers aus, so ist echte Idealkonkurrenz der Tatbestände des Paragraph 201, Absatz 2, StGB aF und des §205 Absatz eins, zweite Deliktsvariante StGB anzunehmen, weil nur dadurch der gesamte Unrechtsgehalt der gegen die sexuelle Integrität durch kumulierende Verletzung verschiedenartiger Schutzaspekte der sexuellen Selbstbestimmung gerichteten Tat erfasst werden kann.

Entscheidungstexte

  • 14 Os 18/05m
    Entscheidungstext OGH 09.08.2005 14 Os 18/05m
  • 15 Os 134/05b
    Entscheidungstext OGH 19.01.2006 15 Os 134/05b
    Vgl auch
  • 13 Os 77/14v
    Entscheidungstext OGH 09.10.2014 13 Os 77/14v
    Vgl auch; Beisatz: Hat die Alkoholisierung des Tatopfers zu fehlender sexueller Selbstbestimmungsfähigkeit im Sinne des § 205 Abs 1 zweite Deliktsvariante StGB geführt, so tritt bei Ausnützung dieses Zustands die genannte Strafvorschrift bei zusätzlicher Gewaltanwendung in echte Konkurrenz zu § 201 Abs 1 StGB. (T1)
  • 12 Os 137/20v
    Entscheidungstext OGH 11.01.2021 12 Os 137/20v
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120167

Im RIS seit

08.09.2005

Zuletzt aktualisiert am

16.02.2021

Dokumentnummer

JJR_20050809_OGH0002_0140OS00018_05M0000_002