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Rechtssatz RS0120767

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0120767

Geschäftszahl

15Os18/06w; 13Os83/06i

Entscheidungsdatum

11.10.2006

Norm

MRK Art6 Abs2 III
MRK Art8 IV3h
MRK Art8 IV3m
SicherheitspolG §64
SicherheitspolG §65
SicherheitspolG §78

Rechtssatz

Ein Angeklagter ist aufgrund des aus dem Fairnessgebot des Artikel 6, MRK abzuleitenden Verbots der Ausübung von Zwang zur Selbstbelastung (nemo-tenetur-Prinzip) und des Selbstbestimmungsrechtes über seinen Körper (Artikel 8, MRK) berechtigt, seine Zustimmung zu einem körperlichen Eingriff, wozu auch eine Röntgenuntersuchung zählt (WK-StPO Nach Paragraph 149, Rz 73), zu verweigern (WK-StPO Nach Paragraph 149, Rz 6 ff, 84). Dies gilt auch dann, wenn diese keine die Schuldfrage, sondern eine sein Alter, somit einen Teil seiner Identität betreffende Beweisaufnahme betrifft, sofern keiner der in Paragraph 65, Absatz eins bis Absatz 3, SicherheitspolG genannten Fälle vorliegt (WK-StPO Paragraph 38, Rz 23, Rz 28).

Entscheidungstexte

  • 15 Os 18/06w
    Entscheidungstext OGH 19.04.2006 15 Os 18/06w
  • 13 Os 83/06i
    Entscheidungstext OGH 11.10.2006 13 Os 83/06i
    Auch; nur: Ein Angeklagter ist berechtigt, seine Zustimmung zu einem körperlichen Eingriff, wozu auch eine Röntgenuntersuchung zählt (WK-StPO Nach § 149 Rz 73), zu verweigern. Dies gilt auch dann, wenn diese keine die Schuldfrage, sondern eine sein Alter, somit einen Teil seiner Identität betreffende Beweisaufnahme betrifft. (T1); Beisatz: Eine gesetzliche Eingriffsermächtigung für eine Röntgenuntersuchung ist dem geltenden Strafverfahrensrecht nicht zu entnehmen. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2006:RS0120767

Im RIS seit

19.05.2006

Zuletzt aktualisiert am

17.10.2011

Dokumentnummer

JJR_20060419_OGH0002_0150OS00018_06W0000_001