Rechtssatz RS0121930
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0121930
Entscheidungsdatum
27.03.2012
Norm
AMG §59 Abs9
EG Amsterdam Art28
EGV Maastricht Art30
Rechtssatz
Ein nationales Verbot des Arzneimittelversandhandels ist nach der EuGH-Entscheidung C-322/01 (Doc Morris) mit dem Gemeinschaftsrecht soweit vereinbar, als die Arzneimittel im Wohnsitzstaat des Bestellers verschreibungspflichtig sind. Soweit sich das Versandhandelsverbot des Arzneimittelgesetzes auf in Österreich zugelassene, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel bezieht, widerspricht es dem Gemeinschaftsrecht.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 243/06y
Entscheidungstext OGH 13.02.2007 4 Ob 243/06y
- 4 Ob 48/08z
Entscheidungstext OGH 08.04.2008 4 Ob 48/08z
Beisatz: Maßgebend ist die Verschreibungspflicht im Staat des Bestellers, nicht in jenem der Absendung. (T1)
- 4 Ob 13/12h
Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 13/12h
Beis wie T1; Beisatz: Eine Arzneispezialität darf nicht nur dann im Inland ohne Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen abgegeben werden, wenn eine Einfuhrbescheinigung nach § 5 AWEG vorliegt (§ 7 Abs 1 Z 2 AMG), sondern gleichermaßen dann, wenn die Arzneispezialität deshalb keiner Einfuhrbescheinigung bedarf, weil sie unter die Ausnahmebestimmung des § 11 Abs 1 Z 7 AWEG fällt. (T2); Beisatz: Erlaubt die nationale Rechtsordnung, in bestimmten Ausnahmefällen nicht zugelassene Arzneispezialitäten im Inland abzugeben, gilt diese rechtliche Gleichbehandlung mit im Inland zugelassenen Arzneispezialitäten auch für den Umfang eines unionsrechtlich zulässigen Versandhandelsverbots. (T3)
Schlagworte
rezeptfrei, Warenverkehrsfreiheit, Maßnahme gleicher Wirkung, Parallelimport
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0121930
Zuletzt aktualisiert am
21.05.2012
Dokumentnummer
JJR_20070213_OGH0002_0040OB00243_06Y0000_002