Rechtssatz RS0121931
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0121931
Entscheidungsdatum
27.03.2012
Norm
AMG §53
EG Amsterdam Art28, EGV Maastricht Art30
Rechtssatz
Ein nationales Werbeverbot für den Versandhandel mit Arzneimitteln, die im betreffenden Mitgliedstaat nur in Apotheken verkauft werden dürfen, steht dem Gemeinschaftsrecht entgegen, soweit dieses Werbeverbot nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel betrifft.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 243/06y
Entscheidungstext OGH 13.02.2007 4 Ob 243/06y
- 4 Ob 13/12h
Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 13/12h
Beisatz: Eine Arzneispezialität darf nicht nur dann im Inland ohne Zulassung durch das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen abgegeben werden, wenn eine Einfuhrbescheinigung nach § 5 AWEG vorliegt (§ 7 Abs 1 Z 2 AMG), sondern gleichermaßen dann, wenn die Arzneispezialität deshalb keiner Einfuhrbescheinigung bedarf, weil sie unter die Ausnahmebestimmung des § 11 Abs 1 Z 7 AWEG fällt. (T1); Beisatz: Erlaubt die nationale Rechtsordnung, in bestimmten Ausnahmefällen nicht zugelassene Arzneispezialitäten im Inland abzugeben, gilt diese rechtliche Gleichbehandlung mit im Inland zugelassenen Arzneispezialitäten auch für den Umfang eines unionsrechtlich zulässigen Versandhandelsverbots. (T2)
Schlagworte
rezeptfrei, Warenverkehrsfreiheit, Maßnahme gleicher Wirkung, Parallelimport
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0121931
Zuletzt aktualisiert am
21.05.2012
Dokumentnummer
JJR_20070213_OGH0002_0040OB00243_06Y0000_003