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Rechtssatz RS0126577×

Rechtssatz RS0126577

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Strafrecht

Rechtssatznummer

RS0126577

Entscheidungsdatum

27.07.2022

Rechtssatz

Auf Vorsatz abstellende Körperverletzungsdelikte sind gegenüber vorsätzlich begangenen Tötungsdelikten (stillschweigend) subsidiär, wenn ein einheitliches Tatgeschehen vorliegt, das Angriffsobjekt ident ist und Ersteres nur als Vorstufe des Letzteren anzusehen ist, also nicht darüber hinaus greift. Demzufolge ist bei allen gestuften Erfolgsqualifikationen ‑ somit auch im Verhältnis der Fälle 3 bis 5 des Paragraph 143, StGB ‑ im Fall des Todeseintritts nur die darauf abstellende Vorschrift anzuwenden, nicht aber auch die für die Herbeiführung einer schweren Körperverletzung aufgestellte Qualifikationsnorm. Auch die Qualifikationsnorm des Paragraph 143, dritter Fall StGB wird daher vom Verbrechen des Mordes infolge stillschweigender Subsidiarität verdrängt. Dass der Mord bloß versucht wurde, ändert daran nichts.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 132/10a
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 13 Os 132/10a
  • 11 Os 47/11p
    Entscheidungstext OGH 19.05.2011 11 Os 47/11p
    Vgl auch
  • 15 Os 147/14b
    Entscheidungstext OGH 22.07.2015 15 Os 147/14b
    Auch; Beisatz: Der Umstand, dass die Begehung einer strafbaren Handlung beim Versuch geblieben ist, ändert nichts an deren Verwirklichung, sodass auf den Erfolgseintritt (Tod) als Voraussetzung für Verdrängung von auf Tod oder Verletzungsfolgen abstellender Qualifikationen (hier: § 201 Abs 2 fünfter Fall StGB) verzichtet werden kann. (T1)
  • 12 Os 109/17x
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 12 Os 109/17x
    Auch
  • 11 Os 75/20v
    Entscheidungstext OGH 01.09.2020 11 Os 75/20v
    Vgl; Beisatz: Hier: § 92 Abs 3 zweiter Fall StGB. (T2)
  • 15 Os 124/20d
    Entscheidungstext OGH 30.12.2020 15 Os 124/20d
    Vgl
  • 15 Os 106/20g
    Entscheidungstext OGH 11.12.2020 15 Os 106/20g
    Vgl
  • 14 Os 118/21s
    Entscheidungstext OGH 18.01.2022 14 Os 118/21s
    Vgl; Beis wie T1
  • 15 Os 140/21h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2022 15 Os 140/21h
    Vgl
  • 15 Os 52/22v
    Entscheidungstext OGH 27.07.2022 15 Os 52/22v
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2011:RS0126577

Im RIS seit

30.03.2011

Zuletzt aktualisiert am

28.10.2022

Dokumentnummer

JJR_20110217_OGH0002_0130OS00132_10A0000_001