Rechtssatz RS0127741
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0127741
Entscheidungsdatum
18.03.2025
Rechtssatz
Die Krankenkassen haben die Kosten der Untersuchung zur Beseitigung eines vom Arzt geäußerten Krankheitsverdachts auch dann zu tragen, wenn sich nachträglich herausstellt, dass eine Krankheit nicht vorliegt. Entscheidend ist, ob der Krankheitsverdacht bei der gebotenen ex‑ante‑Betrachtung nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft vertretbar („objektivierbar“) war.
Entscheidungstexte
- 10 ObS 71/11f
Entscheidungstext OGH 13.03.2012 10 ObS 71/11f
Veröff: SZ 2012/32
- 10 ObS 78/22a
Entscheidungstext OGH 21.06.2022 10 ObS 78/22a
Vgl; Beisatz: Der Verdacht muss sich auf eine Krankheit beziehen, die alle sonstigen Voraussetzungen für eine Krankenbehandlung erfüllt. Hier: Maßnahme zur Erreichung des Zwecks nicht unentbehrlich und unvermeidlich. (T1)
- 10 ObS 129/22a
Entscheidungstext OGH 22.06.2023 10 ObS 129/22a
vgl; Beisatz: Hier: Kostenersatz für COVID-19-Tests. (T2)
- 10 ObS 101/24m
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 18.03.2025 10 ObS 101/24m
vgl; Beisatz: Bei objektiv diagnostizierbaren Symptomen besteht ein Anspruch auf Krankenbehandlung in Form der Klärung des Verdachts. (T3)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0127741
Zuletzt aktualisiert am
15.04.2025
Dokumentnummer
JJR_20120313_OGH0002_010OBS00071_11F0000_001