Rechtssatz RS0128226
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0128226
Geschäftszahl
15Os104/12a (15Os105/12y, 15Os106/12w); 14Os130/14w (14Os131/14t, 14Os132/14i, 14Os133/14m, 14Os134/14h, 14Os135/14f); 14Os39/16s; 12Os16/19y (12Os17/19w, 12Os18/19t, 12Os19/19i)
Entscheidungsdatum
04.03.2019
Rechtssatz
In der Durchführung der Hauptverhandlung in Abwesenheit des nicht gesetzmäßig geladenen Angeklagten und Fällung des Abwesenheitsurteils, ohne sich von der gehörigen Ladung des Angeklagten zu überzeugen, liegt infolge des rechtlich mangelhaften Verfahrens eine Gesetzesverletzung.
Entscheidungstexte
- 15 Os 104/12a
Entscheidungstext OGH 26.09.2012 15 Os 104/12a
- 14 Os 130/14w
Entscheidungstext OGH 16.12.2014 14 Os 130/14w
Beisatz: Eine „gehörige Ladung“ im Sinne des § 427 StPO hat neben der Bekanntgabe des Termins der Hauptverhandlung den Angeklagten über den Gegenstand der Verhandlung in Kenntnis zu setzen, wobei ein Hinweis auf den bereits zugestellten Strafantrag, dessen Kenntnis vorausgesetzt ist, genügt. (T1)
- 14 Os 39/16s
Entscheidungstext OGH 24.05.2016 14 Os 39/16s
Auch
- 12 Os 16/19y
Entscheidungstext OGH 04.03.2019 12 Os 16/19y
Beisatz: Die persönliche Zustellung der Ladung zur Hauptverhandlung an den Angeklagten ist auch im Fall einer fortgesetzten oder wiederholten Hauptverhandlung zwingende Zulässigkeitsvoraussetzung für die Verhandlung und Urteilsfällung in Abwesenheit. (T2)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2012:RS0128226
Zuletzt aktualisiert am
29.04.2019
Dokumentnummer
JJR_20120926_OGH0002_0150OS00104_12A0000_001