Rechtssatz RS0130217
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0130217
Entscheidungsdatum
19.05.2026
Norm
ASVG idF SRÄG 2012 BGBl I 2013/3 §254 Abs1 Z1
ASVG idF SRÄG 2012 BGBl I 2013/3 §271 Abs1 Z1
Rechtssatz
Eine Berufsunfähigkeit liegt voraussichtlich dauerhaft dann vor, wenn eine Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten nicht zu erwarten ist. Der Versicherte muss daher nicht beweisen, dass eine Besserung des Gesundheitszustands (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) ausgeschlossen ist (eine Besserung unmöglich oder an Gewissheit grenzend unwahrscheinlich ist), sondern nur, dass sie nicht sehr wahrscheinlich ist.
Entscheidungstexte
- 10 ObS 40/15b
Entscheidungstext OGH 30.07.2015 10 ObS 40/15b
Veröff: SZ 2015/76
- 10 ObS 89/15h
Entscheidungstext OGH 02.09.2015 10 ObS 89/15h
Beisatz: Für das Vorliegen einer „voraussichtlich dauerhaften“ Invalidität muss der Versicherte nicht beweisen, dass eine Besserung seines Gesundheitszustands (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) ausgeschlossen ist, sondern nur, dass sie nicht sehr wahrscheinlich ist. (T1)
Beisatz: Hier: § 254 Abs 1 Z 1 ASVG idF SRÄG 2012 BGBl I 2013/3. (T2)
- 10 ObS 102/15w
Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 ObS 102/15w
Beisatz: Im Sinne der Entscheidungen 10 ObS 40/15b und 10 ObS 89/15h liegt eine Invalidität/Berufsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft vor, wenn eine die Berufsunfähigkeit/Invalidität beseitigende Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mit hoher Wahrscheinlichkeit (im Sinn des Regelbeweismaßes der ZPO) nicht zu erwarten ist. Diesen Beweis einer anspruchsbegründenden Tatsache hat die versicherte Person zu erbringen. (T3)
- 10 ObS 100/15a
Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 ObS 100/15a
Beis wie T3
- 10 ObS 96/15p
Entscheidungstext OGH 15.12.2015 10 ObS 96/15p
Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3
- 10 ObS 111/15v
Entscheidungstext OGH 15.12.2015 10 ObS 111/15v
Beis wie T1; Beis wie T3
- 10 ObS 107/16g
Entscheidungstext OGH 11.11.2016 10 ObS 107/16g
Beis wie T3; Beisatz: Logische Abfolge bei Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen für die Invaliditätspension ist zuerst die Prüfung des Vorliegens dauernder Invalidität, dann erst die Prüfung, ob eine berufliche Maßnahme der Rehabilitation zweckmäßig und zumutbar ist. (T4)
- 10 ObS 52/16v
Entscheidungstext OGH 11.11.2016 10 ObS 52/16v
Beis wie T3; Beis wie T4
- 10 ObS 139/16p
Entscheidungstext OGH 25.11.2016 10 ObS 139/16p
Beis wie T4
- 10 ObS 49/16b
Entscheidungstext OGH 24.01.2017 10 ObS 49/16b
Beis wie T3
- 10 ObS 127/20d
Entscheidungstext OGH 24.11.2020 10 ObS 127/20d
Beis wie T1
- 10 ObS 54/21w
Entscheidungstext OGH 19.05.2021 10 ObS 54/21w
Beis wie T3
- 10 ObS 15/26t
Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 19.05.2026 10 ObS 15/26t
vgl; Beisatz: Liegt Invalidität/Berufsunfähigkeit nicht voraussichtlich dauerhaft vor, sei dies, weil (nach dem Regelbeweismaß) positiv feststeht, dass eine Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten im beschriebenen Sinn (zu welchem Zeitpunkt auch immer) zu erwarten ist, sei dies, weil nicht festgestellt werden kann, ob eine solche Besserungsmöglichkeit besteht, ist der Anspruch auf Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension zu verneinen. In diesen Fällen ist (sofern die weiteren Voraussetzungen für eine Invaliditäts-/Berufsunfähigkeitspension der §§ 254 Abs 1 Z 2 bis 4, 271 Abs 1 Z 2 bis 4 ASVG vorliegen) in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob vorübergehende Invalidität/Berufsunfähigkeit voraussichtlich im Ausmaß von zumindest sechs Monaten vorliegt. (T5)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2015:RS0130217
Zuletzt aktualisiert am
08.09.2026
Dokumentnummer
JJR_20150730_OGH0002_010OBS00040_15B0000_001