Rechtssatz RS0130682
Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)
Rechtssatznummer
RS0130682
Entscheidungsdatum
17.12.2024
Rechtssatz
Eine Verletzung standesrechtlicher Werberegeln ist nur dann unlauter, wenn sie auf einer unvertretbaren Rechtsansicht beruht. Für die Beurteilung dieser Frage sind der Wortlaut der jeweiligen Bestimmung und die Praxis der für deren Auslegung primär zuständigen Organe maßgebend. Davon getrennt ist bei entsprechendem Vorbringen zu prüfen, ob die beanstandete Werbung auch dem allgemeinen Verbot irreführender oder aggressiver Geschäftspraktiken zuwiderläuft. Insofern ist die Einhaltung der beruflichen Sorgfalt unerheblich, weshalb es auch nicht auf die Vertretbarkeit der dem beanstandeten Verhalten zugrunde liegenden Rechtsansicht ankommen kann.
Entscheidungstexte
- 4 Ob 254/15d
Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 254/15d
Veröff: SZ 2016/40
- 4 Ob 161/16d
Entscheidungstext OGH 22.11.2016 4 Ob 161/16d
Auch; Beisatz: Die Marktteilnehmer müssen auch im Zusammenhang mit standesrechtlichen Werberegelungen ihr Verhalten nicht von vornherein an der strengsten Auslegung der maßgebenden Regelungen orientieren. Siehe bereits 4 Ob 254/15d. (T1)
- 4 Ob 66/17k
Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 66/17k
Auch; Beis wie T1
- 4 Ob 230/17b
Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 230/17b
Auch
- 4 Ob 84/19k
Entscheidungstext OGH 26.11.2019 4 Ob 84/19k
Beis wie T1; Beisatz: Hier: Standesrecht der Psychotherapeuten. (T2)
- 4 Ob 204/19g
Entscheidungstext OGH 30.03.2020 4 Ob 204/19g
Beis wie T1; Beisatz: Hier: § 4 Z 5 WerbeV 2014. (T3)
- 4 Ob 140/24b
Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 17.12.2024 4 Ob 140/24b
nur: Eine Verletzung standesrechtlicher Werberegeln ist nur dann unlauter, wenn sie auf einer unvertretbaren Rechtsansicht beruht. (T4)
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:OGH0002:2016:RS0130682
Zuletzt aktualisiert am
26.02.2025
Dokumentnummer
JJR_20160330_OGH0002_0040OB00254_15D0000_001