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Rechtssatz RS0130696×

Rechtssatz RS0130696

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0130696

Entscheidungsdatum

28.03.2017

Rechtssatz

Die vom österreichischen Gesetzgeber in Paragraph 6, Absatz 3, Ziffer 2, VOEG vorgenommene Einschränkung ‑ „im geschlossenen Bereich zwischen in den Arbeitsbetrieb eingebundenen Personen“ ‑ ist im Hinblick auf die umfassende Formulierung der Richtlinie 72/166/EWG, die nunmehr in der 6. Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungs‑Richtlinie konsolidiert ist, nicht als ordnungsgemäße Umsetzung bzw als nachträgliche Änderung der ursprünglich richtlinienkonformen Umsetzung trotz Sperrwirkung anzusehen. Im konkreten Fall ist daher Artikel 5, Absatz 2, RL 2009/103/EG unmittelbar anwendbar. Danach sind Fahrzeuge, die von der Versicherungspflicht nach Artikel 3, dieser Richtlinie ausgenommen sind, ebenso zu behandeln wie Fahrzeuge, bei denen der Versicherungspflicht nicht entsprochen wurde. Dies führt zur Verpflichtung des beklagten Fachverbands, der Klägerin Ersatz nach den Artikel 10, RL 2009/103/EG umsetzenden Bestimmungen des VOEG zu leisten. Die dieser Rechtsfolge entgegenstehende und daher richtlinienwidrige Ausnahmebestimmung des Paragraph 6, Absatz 3, Ziffer 2, VOEG ist aufgrund des Vorrangs des Unionsrechts nicht anzuwenden.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 112/15g
    Entscheidungstext OGH 17.03.2016 2 Ob 112/15g
    Veröff: SZ 2016/35
  • 9 ObA 72/16b
    Entscheidungstext OGH 28.10.2016 9 ObA 72/16b
  • 2 Ob 72/16a
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 2 Ob 72/16a
    Vgl auch

Schlagworte

Verkehrsopferentschädigung, Arbeitsunfall, Kfz‑Haftpflicht, Richtlinienwidrigkeit

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:RS0130696

Im RIS seit

25.05.2016

Zuletzt aktualisiert am

23.08.2018

Dokumentnummer

JJR_20160317_OGH0002_0020OB00112_15G0000_001