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Rechtssatz RS0130888

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0130888

Geschäftszahl

8Ob80/16x; 3Ob156/16m

Entscheidungsdatum

18.10.2016

Norm

Verordnung (EG) Nr 4/2009 des Rates 32009R0004 EuUVO Art12
Verordnung (EG) Nr 44/2001 des Rates 32001R0044 Brüssel I-Verordnung EuGVVO Art27
EuGVVO 2012 Art29
Brüssel IIa-VO Art19

Rechtssatz

Die Bestimmungen der Artikel 12, EuUVO, Artikel 27, EuGVVO 2001, Artikel 29, EuGVVO 2012 und Artikel 19, Brüssel IIa‑VO über die internationale Rechtsanhängigkeit gelangen nur dann zur Anwendung, wenn die zu beurteilenden (identen) Klagen vor Gerichten verschiedener Mitgliedstaaten erhoben werden. Wurde eine der Klagen in einem Drittstaat anhängig gemacht, so finden ‑ grundsätzlich, außer es bestünde eine gegenteilige Judikatur des Europäischen Gerichtshofs ‑ die nationalen oder staatsvertraglichen Regelungen der Mitgliedstaaten über die Rechtsanhängigkeit Anwendung. Die EuGVVO und ebenso die EuUVO zwingt die Mitgliedstaaten daher nicht zur Beachtung der Rechtsanhängigkeit in einem Drittstaat und hindert dementsprechend das später angerufene Gericht eines Mitgliedstaats nicht an einer Sachentscheidung. Eine analoge Anwendung von Artikel 27, EuGVVO 2001 bzw Artikel 12, EuUVO kommt nicht in Betracht.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 80/16x
    Entscheidungstext OGH 17.08.2016 8 Ob 80/16x
  • 3 Ob 156/16m
    Entscheidungstext OGH 18.10.2016 3 Ob 156/16m
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2016:RS0130888

Im RIS seit

08.09.2016

Zuletzt aktualisiert am

22.04.2022

Dokumentnummer

JJR_20160817_OGH0002_0080OB00080_16X0000_001