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Rechtssatz RS0131405

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0131405

Entscheidungsdatum

25.03.2019

Norm

AEUV Lissabon Art267
Verordnung (EG) Nr 44/2001 des Rates 32001R0044 Brüssel I-Verordnung (EuGVVO) Art5 Nr3

Rechtssatz

Dem Gerichtshof der Europäischen Union wird gemäß Artikel 267, AEUV folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:

Ist nach Artikel 5, Nr 3 der Verordnung (EG) Nr 44 aus 2001, des Rates vom 22. Dezember 2000 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen für außervertragliche Ansprüche wegen Prospekthaftung dann, wenn

– der Anleger seine durch den mangelhaften Prospekt verursachte Anlageentscheidung an seinem Wohnsitz getroffen hat

– und er aufgrund dieser Entscheidung den Kaufpreis für das am Sekundärmarkt erworbene Wertpapier von seinem Konto bei einer österreichischen Bank auf ein Verrechnungskonto bei einer anderen österreichischen Bank überwiesen hat, von wo der Kaufpreis in der Folge im Auftrag des Klägers an den Verkäufer überwiesen wurde,

(a) jenes Gericht zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich der Anleger seinen Wohnsitz hat,

(b) jenes Gericht zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich der Sitz/die kontoführende Filiale jener Bank liegt, bei der der Kläger sein Bankkonto hat, von dem er den investierten Betrag auf das Verrechnungskonto überwiesen hat,

(c) jenes Gericht zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich der Sitz/die kontoführende Filiale der Bank liegt, bei der sich das Verrechnungskonto befindet,

(d) nach Wahl des Klägers eines dieser Gerichte zuständig,

(e) keines dieser Gerichte zuständig?

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 28/17i
    Entscheidungstext OGH 10.05.2017 3 Ob 28/17i
  • 3 Ob 30/17h
    Entscheidungstext OGH 10.05.2017 3 Ob 30/17h
  • 5 Ob 35/17h
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 5 Ob 35/17h
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Unterbrechung des Verfahrens bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Union über den zu 3 Ob 28/17i gestellten Antrag auf Vorabentscheidung. (T1)
  • 10 Ob 11/17s
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 10 Ob 11/17s
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 10 Ob 12/17p
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 10 Ob 12/17p
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 10 Ob 9/17x
    Entscheidungstext OGH 18.05.2017 10 Ob 9/17x
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 9 Ob 10/17m
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 Ob 10/17m
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 9 Ob 28/17h
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 9 Ob 28/17h
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 11/17a
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 11/17a
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 30/17w
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 30/17w
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 32/17k
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 32/17k
    Auch
  • 4 Ob 47/17s
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 47/17s
    Auch
  • 4 Ob 40/17m
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 40/17m
    Auch
  • 4 Ob 38/17t
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 38/17t
    Auch
  • 3 Ob 33/17z
    Entscheidungstext OGH 10.05.2017 3 Ob 33/17z
  • 4 Ob 49/17k
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 4 Ob 49/17k
    Auch
  • 1 Ob 41/17m
    Entscheidungstext OGH 12.07.2017 1 Ob 41/17m
    Auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 62/17a
    Entscheidungstext OGH 30.05.2017 8 Ob 62/17a
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 185/18m
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 185/18m
    Auch; Beisatz: Der EuGH hat diese Frage in seinem Urteil vom 12. September 2018, C‑304/17, Löber, wie folgt beantwortet:
    Art 5 Nr 3 der Verordnung (EG) Nr 44/2001 des Rates vom 22. Dezember 2000 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen ist dahin auszulegen, dass in einer Situation wie der des Ausgangsverfahrens, in der ein Anleger eine Klage auf Haftung aus unerlaubter Handlung gegen eine Bank, die ein Zertifikat ausgegeben hat, in das er investiert hat, wegen des Prospekts zu diesem Zertifikat erhoben hat, die Gerichte des Wohnsitzes dieses Anlegers als Gerichte des Orts, an dem das schädigende Ereignis eingetreten ist, im Sinne dieser Bestimmung für die Entscheidung über diese Klage zuständig sind, wenn sich der behauptete Schaden, der in einem finanziellen Verlust besteht, unmittelbar auf einem Bankkonto dieses Anlegers bei einer Bank im Zuständigkeitsbereich dieser Gerichte verwirklicht hat und die anderen spezifischen Gegebenheiten dieser Situation ebenfalls zur Zuweisung der Zuständigkeit an diese Gerichte beitragen. (T2)
  • 2 Ob 183/18b
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 2 Ob 183/18b
    Beis wie T2
  • 8 Ob 23/19v
    Entscheidungstext OGH 25.03.2019 8 Ob 23/19v
    Vgl; Beisatz: Die Gerichte am Wohnsitz des Anlegers sind für auf deliktische Ansprüche gestützte Klagen dann zuständig, wenn die anlage- und schadenstypisch beteiligten Konten bei Banken in Österreich gehalten wurden und darüber hinaus auch die sonst vorliegenden Umstände (insbesondere zB Erwerb in Österreich; Eingehen der Verpflichtung aufgrund von notifizierten Prospektangaben in Österreich) zur Zuweisung an österreichische Gerichte anstelle der Gerichte am Wohnsitz des Beklagten beitragen. (T3)
    Beisatz: Hier: Art 5 Z 3 LGVÜ. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2017:RS0131405

Im RIS seit

06.06.2017

Zuletzt aktualisiert am

10.05.2019

Dokumentnummer

JJR_20170510_OGH0002_0030OB00028_17I0000_001