Rechtstracker.at
Rechtssatz RS0134716×

Rechtssatz RS0134716

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0134716

Geschäftszahl

6Ob236/23h

Entscheidungsdatum

21.02.2024

Norm

DSG 2000 §9 Abs1
DSG 2000 §29 Abs2

Rechtssatz

Das Medienprivileg nach Paragraph 9, Absatz eins, DSG bewirkt, dass die im Datenschutzgesetz verankerte Norm über die Zuständigkeit gemäß Paragraph 29, Absatz 2, DSG in einem Verfahren gegen eine Medieninhaberin keine Anwendung findet, soweit diese Daten zu journalistischen Zwecken des Medienunternehmens oder Mediendienstes verarbeitete.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 236/23h
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 21.02.2024 6 Ob 236/23h
    Der Verfassungsgerichtshof hat mit Erkenntnis vom 14. 12. 2022, G 287, 288/2022 (VfSlg 20589), § 9 Abs 1 DSG als verfassungswidrig aufgehoben und ausgesprochen, dass die Aufhebung mit 30. 6. 2024 in Kraft tritt. § 9 Abs 1 DSG ist daher (mit Ausnahme des Anlassfalls) bis zur vom Verfassungsgerichtshof gesetzten Frist – oder bis zur Novellierung – auf alle Sachverhalte, die sich bis zum Fristablauf ereignet haben, weiterhin – auch nach Fristablauf – unangreifbar anzuwenden. (T1)
    Eine aus § 9 Abs 1 DSG folgende Unanwendbarkeit der in § 29 Abs 2 DSG verankerten Zuständigkeitsregelung führt zu keinem unionsrechtswidrigen Zustand, weil ansonsten die Sicherstellung des in Art 79 Abs 1 DSGVO vorgesehenen (hinreichend) wirksamen gerichtlichen Rechtsschutzes gefährdet wäre, weil ein (allfälliges) Fehlen einer örtlichen Zuständigkeit eines inländischen Gerichts durch § 28 JN aufgefangen würde. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:2024:RS0134716

Im RIS seit

08.04.2024

Zuletzt aktualisiert am

08.04.2024

Dokumentnummer

JJR_20240221_OGH0002_0060OB00236_23H0000_002