Kurztitel
Vornahme der gerichtlichen Totenbeschau
Kundmachungsorgan
RGBl. Nr. 26/1855 aufgehoben durch RGBl. Nr. 119/1873RGBl. Nr. 26 aus 1855, aufgehoben durch RGBl. Nr. 119/1873
Index
25/04 Sonstiges Strafprozess, Strafvollzug
Text
§. 22.Paragraph 22,
Das eigentliche Gutachten hat sich jedesmal darüber auszusprechen, was in dem vorliegenden Falle die, den eingetretenen Tod zunächst bewirkende Ursache gewesen und wodurch dieselbe erzeugt worden ist.
Nach Beschaffenheit des Falles ist daher insbesondere zu erörtern:
1.Ziffer eins ob nach den vorhandenen Umständen als gewiß oder wahrscheinlich anzunehmen sei, daß der Tod
in Folge der wahrgenommenen Verletzungen, oder
schon vor diesen Verletzungen, oder
in Folge oder durch Mitwirkung einer zu der Verletzung hinzugekommenen und von ihr unabhängigen Ursache eingetreten sei.
Wenn die wahrgenomenen Verletzungen als die Todesursache erkärt werden, so ist weiter zu bestimmen, ob
2.Ziffer 2 die dem Beschuldigten zur Last gelegte Handlung schon ihrer allgemeinen Natur nach, oder wegen der eigenthümlichen Leibesbeschaffenheit oder eines besonderen Zustandes des Verletzten, oder wegen zufälliger äußerer Umstände die Todesursache geworden sei.
In soferne sich das Gutachten nicht über alle, für die Entscheidung erheblichen Umstände verbreitet, sind hierüber von dem Untersuchungsrichter besondere Fragen an die Sachverständigen zu stellen.