Kurztitel
Lehrpläne - Lehrgang zur Ausbildung zu Sonderkindergärtnerinnen
Kundmachungsorgan
BGBl. Nr. 190/1985 aufgehoben durch BGBl. Nr. 379/1991Bundesgesetzblatt Nr. 190 aus 1985, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Nr. 379 aus 1991,
§/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage
Anl. 1/19Anlage eins /, 19
Index
64/02 Bundeslehrer, 70/02 Schulorganisation, 70/07 Schule und Kirche
Beachte
Semesterweise gestaffeltes Außerkrafttreten (Art. I § 2 Abs. 1,Semesterweise gestaffeltes Außerkrafttreten (Artikel römisch eins, Paragraph 2, Absatz eins,,
BGBl. Nr. 379/1991)Bundesgesetzblatt Nr. 379 aus 1991,)
31. 8. 1991
31. 1. 1992
31. 8. 1992
31. 1. 1993
Text
DIDAKTIK DER ARBEIT MIT VERHALTENSAUFFÄLLIGEN KLEINKINDERN
und 2. Semester (je 2 Wochenstunden),
Semester (1 Wochenstunde):
Ausgehend von den Einsichten über die Vielfalt der Entstehungsmöglichkeiten, Aspekte und Symptome von Verhaltensauffälligkeiten (multifaktorielles Bedingungsgeflecht), die in der allgemeinen und in der Sonderpädagogik vermittelt werden, Stimulation zu Selbsteinsicht, auch im Sinne des Erwerbs einer selbstkritischen Haltung im Erziehungsbereich; Übertragung und Gegenübertragung als Hilfe bzw. Hemmnis bei der didaktisch-methodischen Bewältigung von Erziehungs- und Lebenssituationen. Daraus resultierend ist die sonderpädagogische Einstellung als grundlegende Voraussetzung für das angemessene Verhalten des Erziehers zu erläutern, unter anderem auch anhand praktischer Beispiele zum „Anderssein des Kleinkindes'' in seiner Auseinandersetzung mit den Personen, Dingen und Geschehnissen in der Umwelt von heute (Fachliteratur, praktische Erfahrungswerte ua.).
Überlegungen zu Raumgestaltung, Tagesablauf, Alltagsroutine und Spielangebot im Hinblick auf sich ergebende Verhaltensprobleme und den positiven Umgang damit sowohl im Kindergarten als auch im Sonderkindergarten.
„Heilende Kräfte im kindlichen Spiel'' - Möglichkeiten der Anwendung der Prinzipien der nichtdirektiven Spieltherapie; der diagnostische und therapeutische Wert verschiedener Spielansätze (Funktions-, Rollen-, Rezeptions-, Konstruktions- und Destruktionsspiel); Stützpunkte zur Stabilisierung von sozialen Verhaltensweisen, regressive Tendenzen als therapeutische Möglichkeit, Umgang mit elementarem Material (Wasser, Ton, Sand, Licht ua.), das Bilderbuch als besonderes Medium (Identifikation, „Anderssein'' als Positivum, sprachliche, emotionale und soziale Aspekte ua.).
Das Beobachten gruppendynamischer Prozesse, der Stellung des Einzelkindes in der Gruppe; Erkennen der Ansatzpunkte bzw. Signale im Verhalten des Kindes; Erstellen einer didaktisch-methodisch überlegten Vorgangsweise (Förderplan) und Führen von Entwicklungsbögen für einzelne Kinder.
Die Bedeutung des sozialen Umfeldes für das verhaltensauffällige Kind, die sich daraus ergebende Notwendigkeit der Teamarbeit (Sonderkindergärtnerin, Kindergärtnerin der Integrationsgruppe im Kindergarten, Therapeut, Kindergartenhelferin, Konsiliararzt ua.) sowie der Stellenwert der Elternarbeit (Kontakt zur Familie, Beratung, Eltern als Cotherapeuten, Elternrunden ua.). Exemplarische Darstellung gezielter praktischer Hilfen, zB in der Arbeit mit Anfallskindern, mit mutistischen Kindern ua. Möglichkeiten der Verhaltensänderung durch Abbau von Unsicherheiten und Aggressionen, bei Angstbewältigung, Konzentrationsschwierigkeiten, Integrationsproblemen ua. in und durch die Gruppe sowie in der Einzelarbeit mit dem Kind. Probleme, die sich aus der direkten Konfrontation mit dem verhaltensauffälligen Kleinkind in „akuten Situationen'' ergeben. Praktische Hilfen (Interventionstechniken zum Unterbrechen von Verhaltensschemata, zur positiven Stützung, zur Kontrolle der eigenen Emotionen ua.).