Rechtstracker.at

Anl. 2/10 Lehrpläne - Bildungsanstalt für Erzieher

Fassungen
01.09.1985 bis 31.08.1993 — BGBl. Nr. 355/1985 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 2/1001.09.198531.08.1993 BGBl. Nr. 355/1985 (Stammfassung)

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Lehrpläne - Bildungsanstalt für Erzieher

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Nr. 355 aus 1985,

Typ

V

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage 2 /, 10

Inkrafttretensdatum

01.09.1985BGBl. Nr. 355/1985

Außerkrafttretensdatum

31.08.1993

Index

64/02 Bundeslehrer, 70/02 Schulorganisation, 70/07 Schule und Kirche

Beachte

Anlage römisch zwei

Semesterweise gestaffeltes Inkrafttreten (Artikel römisch drei, Paragraph 2,)

Text

DEUTSCH

(einschließlich Sprecherziehung, Kinder- und Jugendliteratur)

Bildungs- und Lehraufgabe:

Die Schüler sollen dazu befähigt werden, das im Deutschunterricht der höheren Schule erworbene Wissen und Können bewußt für die berufliche Tätigkeit des Erziehers zu nutzen.

Auf die berufsbezogene Pflege von Kommunikationsformen und Sprecherziehung ist besonders zu achten.

Die Schüler sind zur Analyse und Beurteilung sprachlicher Äußerungen im freien Gespräch, im Lesen und im Schreiben zu befähigen und auf eine gezielte Lernhilfe im Bereich der deutschen Sprache bei Kindern und Jugendlichen vorzubereiten.

Die Kenntnis ausgewählter Werke der in deutscher Sprache vorhandenen Kinder- und Jugendliteratur - unter besonderer Berücksichtigung des Schrifttums der Gegenwart - sowie allgemein gültige Kriterien für deren Beurteilung ist zu vermitteln. Die Schüler sind über die erzieherische Wirkung verschiedenster Arten von Literatur zu informieren. Darüberhinaus sollen die Verantwortlichkeit für die Verbreitung guter Kinder- und Jugendliteratur geweckt und Möglichkeiten zur Förderung der Lesefreude aufgezeigt werden.

Lehrstoff:

  1. Ziffer eins
    und 2. Semester (je 3 Wochenstunden):

Lernhilfe:

Einblick in die Lehrpläne aus Deutsch an den Schulen für das Pflichtschulalter. Übungen im Umgang mit einschlägigen Lehrbüchern. Theorie und Praxis einer differenzierten Leseerziehung, Beurteilung der Lesestoffe im Hinblick auf sprachliche und inhaltliche Schwierigkeit und erzieherische Bedeutung. Übungen im lauten und stillen Lesen, Training der Sinnerfassung. Sicherung der Wort- und Satzgrammatik und Einblick in die methodische Erarbeitung dieses Lehrstoffes. Einführung in die Stilkunde. Überblick über die häufigsten Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit. Übungen zur Lernhilfe bei Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten.

Sprecherziehung:

Beachtung der richtigen Atemtechnik, Lautlehre. Anwendung in Sprechtexten mit besonderer Berücksichtigung eines klangvollen Sprechens. Übungen an Beispielen aus der Literatur und aus Kinder- und Jugendbüchern. Beseitigung geringfügiger Sprechdefizite.

Freie Rede, vorbereitetes Sprechen, Sprachakzente, Melodie und Rhythmus, Bedeutung der Pause für richtige Gliederung und Sprachwirkung; praxisbezogenes Sprechen. Mithilfe beim Abbau geringfügiger Sprachfehler bei Kindern.

Kinder- und Jugendliteratur:

Übersicht über die wichtigsten Kategorien der Kinder- und Jugendliteratur. Beurteilungskriterien im Hinblick auf sprachliche Gestaltung, sachliche Richtigkeit, Inhalt, pädagogische und soziologische Gesichtspunkte sowie ethische und religiöse Werte. Das Kinder- und Jugendbuch als literarisches Kunstwerk durch die Einheit von Stoff, Aussage und Form.

Trends und Tendenzen der modernen Kinder- und Jugendliteratur.

Schriftliche Arbeiten:

Zwei Schularbeiten je Semester.

  1. Ziffer 3
    und 4. Semester (je 3 Wochenstunden):

Lernhilfe:

Einblick in die Zielsetzung der Lehrpläne aus Deutsch an Oberstufenformen.

Kriterien zur Gestaltung unterschiedlicher Textsorten und zur Stilkunde im Hinblick auf die Lernhilfe. Korrekturübungen anhand von Beispielen. (Achtung vor dem persönlichen Stil!)

Hilfen zur Überwindung sozialer Sprachbarrieren. Probleme der Sprech- und Leseerziehung. Lautes und stilles Lesen zur Schulung der Sinnerfassung. Hilfen zum Verständnis dichterischer Werke. Entwicklung von bleibenden Leseinteressen und Lesegewohnheiten.

Sprecherziehung:

Übungen zum situationsgerechten Sprechen. Vorbereitung, Aufbau und Durchführung von Reden (zB zu besonderen Anlässen, zur Motivation und Animation, für Informationsgespräche). Freie und vorbereitete Rede.

Gesprächstechnik in der Gruppe; Diskussion; Schulung zum Diskussionsleiter.

Kinder- und Jugendliteratur:

Kinder- und Jugendliteratur zu verschiedenen Themenkreisen im Hinblick auf Aktualität und Berufspraxis (Informationsquelle, Reifungshilfe, Kommunikationsmittel und Kreativitätsimpuls) und auf ihre Bedeutung im sozio-kulturellen Hintergrund der Jugendlichen. Beurteilung der sprachlichen Gestaltung nach künstlerischen, entwicklungspsychologischen, jugendsoziologischen, pädagogischen und kommunikationstheoretischen Gesichtspunkten.

Jugendzeitschriften. Brückenliteratur. Themen- und Gattungsvergleiche zwischen Kinder- und Jugendliteratur sowie Erwachsenenliteratur.

Die Kinder- und Jugendliteratur in den Medien.

Darstellungsmöglichkeiten.

Übungen in der Auswahl und Beurteilung von Kinder- und Jugendliteratur. Methoden zur Förderung der Leselust bei Kindern und Jugendlichen. Anregungen zur praktischen Arbeit mit Kinder- und Jugendbüchern im Heim. Entwicklung von Kriterien zum Aufbau einer Gruppen- und Heimbücherei. Bibliothekskunde.

Schriftliche Arbeiten:

Eine Schularbeit je Semester.

Didaktische Grundsätze:

Die getrennt aufgezählten Stoffbereiche sollen im Unterricht im Hinblick auf die Berufsorientierung in enger Verbindung stehen, wobei auf methodische Hinweise besonderer Wert zu legen ist. Praktische Übungen sollten unbedingt die theoretischen Überlegungen zu vorgesehenen Lehrinhalten ergänzen, dazu ist die Zusammenarbeit insbesondere mit den Lehrern der Didaktik bzw. Hort- und Heimpraxis zu pflegen.

Die Erscheinungsformen der Kinder- und Jugendliteratur in den verschiedenen Medien sind zu berücksichtigen. Die Kenntnis ausgewählter Werke soll durch Gemeinschafts- und Privatlektüre mit nachfolgender Besprechung sowie durch Referate vermittelt werden. Um die Auswertung wertvoller Kinder- und Jugendschriften in der Hort- und Heimerziehung zu sichern, sind die Schüler zu Aufzeichnungen anzuleiten. Das Erarbeiten einer Leseliste erscheint zweckmäßig.

Die Bedeutung des sprachlichen Vorbildes soll bewußt gemacht werden.

Gesetzesnummer

10008573

Dokumentnummer

NOR12101665

Alte Dokumentnummer

N6198516854S