Kurztitel
Lehrpläne - Pädagogische Akademie
Kundmachungsorgan
BGBl. Nr. 17/1986 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 409/2001Bundesgesetzblatt Nr. 17 aus 1986, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 409 aus 2001,
Index
64/02 Bundeslehrer, 70/02 Schulorganisation, 70/07 Schule und Kirche
Text
Evangelische Religionspädagogik
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Evangelische Religionspädagogik soll als Teil der humanwissenschaftlichen Studien den Studierenden jene Grundlagen vermitteln, die ihnen ein theoriegeleitetes berufliches Handeln ermöglichen. Der evangelisch-theologische Beitrag zur pädagogischen Gesamtausbildung ist inhaltlich und methodisch so zu gestalten, daß in Selbst- und Gruppenerfahrungen die Kompetenz des Studierenden wächst, in Schule und Gesellschaft fachlich und erzieherisch selbständig und im Bewußtsein der besonderen Rolle des evangelisch-religiösen Beitrages zur Gesamtbildung zu wirken. Diese Aufgabe ist thematisch auf die verschiedenen Studiengänge abzustimmen
(VS, HS, SO).
Darüber hinaus will die Evangelische Religionspädagogik im Rahmen der „Zusätzlichen Fachgegenstände'' eine weitere Vertiefung jenen Studierenden vermitteln, die daran interessiert sind, die Befähigung zur aushilfsweisen Erteilung des evangelischen Religionsunterrichtes an Volks-, Haupt- und Sonderschulen zu erlangen.
Lehrstoff:
Schwerpunkte und Themenbereiche:
Die religiöse Dimension von Lern- und Unterrichtsprozessen im gesellschaftlich-kulturellen Gesamtzusammenhang.
Der Beitrag der Evangelischen Glaubenslehre und Ethik zu einer kritischen Erziehungs- und Unterrichtspraxis im Zusammenhang mit der Wichtigkeit der Rechtfertigungslehre für die Persönlichkeitsentwicklung des mündigen Menschen.
Befähigung zur kompetent-toleranten Begegnung mit den Glaubensvorstellungen und der Ethik anderer Gruppen.
Die historische und aktuelle Wirksamkeit von Religion in der Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Geschichte und Gegenwart.
Förderung der persönlichen erzieherischen Fähigkeit durch angeleitete und selbständige Begegnung mit der biblischen Botschaft.
Begegnung mit religiöser Wirklichkeit und Religionskritik als Voraussetzung dauernder Erneuerung des religionspädagogischen Bemühens.
Das evangelische Verständnis von Kirche in seiner Bedeutung für die Entwicklung von Gemeinschaft und für die Begegnung mit Schülern, Eltern, Kollegen und Institutionen.
Die Eigenart evangelischer Kirchlichkeit und ihr Beitrag zur mitverantwortlichen Teilnahme an den Prozessen der Schule und der Schulentwicklung in Theorie und Praxis.
Thematische Akzente:
Studienrichtung: Volksschule
- Religion und Wandlungen der frühkindlichen Religiosität im Vorschulalter - Voraussetzungen und Hilfen für eine religiöse Elementarerziehung - Das Kindesalter in religionspädagogischer Sicht.
Studienrichtung: Hauptschule/Polytechnischer Lehrgang - Mündigkeit und Selbstverantwortlichkeit im Glauben im
individuellen und sozialen Bereich - Die Besonderheiten und Probleme des Heranwachsenden im Blick auf die religiöse Entwicklung.
Studienrichtung: Sonderschule
- Seelische, körperliche und soziale Behinderung aus der Sicht
christlicher Ethik - Das behinderte Kind als Gegenüber - Glaube als Hilfe zu Lebensförderung - Die Bedeutung der Behinderten für das Selbstverständnis der christlichen Gemeinde und der sozialen Gemeinschaft aller.