Kurztitel
Lehrpläne - Pädagogische Akademie
Kundmachungsorgan
BGBl. Nr. 17/1986 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 409/2001Bundesgesetzblatt Nr. 17 aus 1986, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 409 aus 2001,
§/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage
Anl. 1/80Anlage eins /, 80
Index
64/02 Bundeslehrer, 70/02 Schulorganisation, 70/07 Schule und Kirche
Text
2. Freigegenstände:
2.1 Zusätzliche Fachgegenstände
LATEIN
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Studienveranstaltung hat die Aufgabe, jene Kenntnisse sicherzustellen, die für die Unterrichtserteilung aus Latein als Freigegenstand an der Hauptschule erforderlich sind.
Lehrstoff:
Formenlehre: Deklination (Nomen, Pronomen, Numerale); Konjugation; Steigerung; Präpositionen; Konjunktionen.
Syntax: Behauptungssatz; Fragesatz, Begehrsatz, Relativsatz, Konjunktionalsätze; Consecutio temporum; Infinitivkonstruktionen (AcI, NcI), Partizipialkonstruktionen; Gerundium, Gerundivum. Formenlehre und Syntax sind nicht voneinander getrennt, sondern als Einheit zu sehen, deren Integration erst zum Spracherwerb führt.
Grammatik (Sprachvergleich) und Fremdwortschatz: grammatische Strukturen des Lateinischen, die im Deutschen keine formale Entsprechung finden, sind jenen deutschen Strukturen gegenüberzustellen, die dasselbe ausdrücken. zB AcI, NcI, Gerundivum, Adverb (im Lateinischen Endung, im Deutschen wie Adjektiv), Ablativ, Vokativ, Consecutio temporum; Zusammenstellung von aus dem Lateinischen stammenden Fremd- und Lehnwörtern nach Sachgebieten.
Metrik: Behandlung des Hexameters und des elegischen Distichons im Lateinischen (an Hand von Ovid, Vergil); dabei ist vor allem zu berücksichtigen: Silbenquantität - Gegenüberstellung des quantitierenden (Latein) und des akzentuierenden (Deutsch) Prinzips; Elision; Versus spondiacus; Verseinschnitte.
Kulturkunde: Leben im antiken Rom, dabei vor allem: Religion, Organisation des staatlichen Bereichs, Rechtswesen, Familie, Erziehung, Frau, Beamtentum, Heerwesen, Bauwesen, Sklaventum; Vergleich zum Leben im antiken Griechenland sowie zum Leben im Europa des 20. Jahrhunderts.
Kunst: Architektur (sakral und profan); Plastik (Pflege der griechischen Kunst - original-römische Elemente); Malerei (dabei ist jeweils von den Fundorten bzw. von den heutigen Standorten auszugehen).
Literatur: Geschichtsschreibung (Cäsar, Sallust, Livius, Tacitus); Rhetorik (Cicero); Dramatik (Plautus, Terenz).
Geschichte: Darstellung der Geschichte des römischen Reiches von den Anfängen über die Königszeit, die Republik, die Kaiserzeit bis zum Niedergang. Dabei sollen folgende Leitgedanken im Vordergrund stehen: Die Gabe der Römer, staatliche Organisation unter verschiedenen Bedingungen aufzubauen und zu vervollkommnen; Idee und Wirklichkeit (mit Auswüchsen) der verschiedenen Staatsformen - genaue Analyse des Zeitalters der Republik und des Prinzipats; Einbeziehung der jeweiligen Situation des Volkes, also des „kleinen Mannes''.