Rechtstracker.at

Anl. 1/89

Fassungen
09.09.1985 bis 27.11.2001 — BGBl. Nr. 17/1986 (Stammfassung)
InkrafttretenAußerkrafttretenKundmachung
Anl. 1/8909.09.198527.11.2001 BGBl. Nr. 17/1986 (Stammfassung) · aufgehoben durch BGBl. II Nr. 409/2001

Rechtstracker.at · Quelle: RIS (Bundeskanzleramt)

Diese Fassung ist nicht aktuell

Kurztitel

Lehrpläne - Pädagogische Akademie

Kundmachungsorgan

Bundesgesetzblatt Nr. 17 aus 1986, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 409 aus 2001,

Typ

V

Paragraph/Artikel/Anlage

Anlage eins /, 89

Inkrafttretensdatum

09.09.1985BGBl. Nr. 17/1986

Außerkrafttretensdatum

27.11.2001aufgehoben durch BGBl. II Nr. 409/2001

Index

64/02 Bundeslehrer, 70/02 Schulorganisation, 70/07 Schule und Kirche

Text

DEUTSCH

Lehrstoff:

Deutsch als Unterrichtssprache und -gegenstand:

Bedeutung der Sprache für die Schüler der Allgemeinen Sonderschule:

Medium kommunikativen Handelns und sozialer Einflußnahme; Hilfe zum begrifflichen Denken, Problemlösen und planvollen Handeln; Medium individuellen Ausdrucks und kreativen Handelns.

Sprache als Unterrichtsmedium in allen Gegenständen:

Lehrerdominanz, Sprechhemmungen, Gesprächsformen; Berücksichtigung des Erfahrungshintergrunds der Schülersprache (Dialekt, Soziolekt, Idiolekt, Muttersprache in zweisprachigen Gebieten); differenzierte sprachliche Zuwendung und Aufgabenformulierung; Förderung des Lesens, Schreibens und Rechtschreibens in allen Gegenständen.

Deutschunterricht in der ASO:

Lehrplansystematik und Einheit der Lernbereiche in der Unterrichtspraxis; Unterrichtsplanung (Planungsmodelle, Jahres-, Wochen-, Tagesplan, Vorbereitung von Unterrichtseinheiten, Differenzierung); Methoden der Lehrplanevaluation und Schulbuch- bzw. Medienanalyse; Lern- und Unterrichtsformen (projektorientiertes, entdeckendes, selbstgesteuertes, fallbezogenes, systematisches, lehrgangsgebundenes Sprachlernen); Leistungsbeurteilung; sozialpsychologische Voraussetzungen des Lehrerurteils (zB HALO- und Pygmalion-Effekt); Probleme der Leistungsdifferenzierung.

Studienhilfen: Anleitung zum selbständigen Erweitern der eigenen Sprachkompetenz (Lehrersprache, Textgestaltung, Rechtschreibung, Textverarbeitung); Einführung in die Fachbibliothek.

Erstleseunterricht und Erstschreibunterricht:

Handlungs-, erlebnis-, lehrgangsorientierte Lese- und Schreiblernstufen (Vorstufen, Lernvoraussetzungen, individuelle Lernformen); Auswahlkriterien für erste Wörter und Anfangstexte; Differenzierungsangebote, Lernsequenzen; Lehrplaninterpretation und Unterrichtsplanung; Wahl der Ausgangsschrift; Möglichkeiten erster Schriftproduktion (stempeln, drucken, Wörter legen, kleben, nachspuren); Textsorten: Wort-Bild-Collagen, Ideogramme, Einwortsätze, Wort-Bild-Sätze, freie Texte ua.; Hinführung zum Rechtschreiben: optische Diktate, Selbstkontrolle, Partnerarbeit ua. Herstellen und Einsetzen von Lernspielen und anderen Arbeitsmitteln: Lese- und Schreiblernspiele (Einsatz bekannter, Entwerfen und Erproben neuer Spiele, Einbinden der Kinder in die Herstellung); differenzierte Arbeitsblätter für Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit sowie Förderunterricht.

Didaktische Bereiche des weiterführenden Deutschunterrichts:

Sprechen und Sprachbetrachtung:

Modelle der Sprachbetrachtung und des Sprachunterrichts;

Grammatiktheorien, Schulgrammatik; Erwerb erweiterter Kompetenzen in verschiedenen Formen der Gesprächsführung (Diskussion, Selbsterfahrungsgespräch, entwickelndes Unterrichtsgespräch);

Erarbeitung der Gesprächsformen im Unterricht; praktische Übung szenischer Darstellungsformen (Rollenspiel, Pantomime, Soziodrama);

Planung situationsbezogener Sprachhandlungen: reale und fiktive Sprechanlässe, Verwendungssituationen für die Herkunfts- und gehobene Umgangssprache; Erarbeiten von Konzepten zur Überwindung von Sprechhemmungen und leichten Sprachstörungen; Lehrplaninterpretation und Vorbereitung von Unterrichtseinheiten zum fächer- bzw. bereichsübergreifenden Sprachlernen (zB Sprechen und Malen, Sprechen und Schreiben, Sprachbetrachtung anhand eigener Sprech- und Singproben). Medienanalyse: Sprachbücher; Tonträger als Medien der Sprachbetrachtung, -schulung und -gestaltung; visuelle und audio-visuelle Medien als Sprechanlässe.

Verfassen von Texten/Rechtschreibung und Sprachbetrachtung:

Verschiedene Formen schriftlichen Sprachgebrauchs:

adressatenbezogenes, monologisches, gestaltendes Schreiben; exemplarische Unterrichtseinheiten zu verschiedenen Schreibanlässen und Sozialformen des Schreibens (Gemeinschaftstext, freier Text, Klassenzeitung, Partnerarbeit, Brief); Sprachbetrachtung anläßlich der stilistischen, inhaltlichen und redaktionellen Überarbeitung selbstverfaßter Texte (zB für die Veröffentlichung innerhalb und außerhalb der Klasse); Hilfen für die Entwicklung von Beurteilungskriterien (Adressatenbezug, Verständlichkeit, Natürlichkeit); Selbsterfahrung der Studierenden und Erprobung in der Schulpraxis.

Probleme des Rechtschreibunterrichts: Rechtschreibphänomen, Grundwortschatz, Wörterbucharbeit, inhaltliche Herleitung der Rechtschreibübungen; Fehleranalyse als Basis

individueller Lernangebote; Erarbeiten verschiedener Formen des Rechtschreibenlernens (Selbstdiktate und -kontrollen, individuelle Korrekturmöglichkeiten).

Umgang mit Texten und Sprachbetrachtung:

Kinder-, Jugend- und Brückenliteratur: Erfahren und Deuten der emotionalen Wirkung von Texten (Bibliotherapie); Rezeption und Einfluß verschiedener Textsorten (zB problemorientierter, sachbezogener und phantastisch-realistischer Texte); Comics, Plakate ua.; Lesebücher, Jahrbücher, Zeitschriften, Zeitungen; visuelle, auditive, audio-visuelle Medien (zB Stummfilm, Bilderbuch, Tonkassette); Erkundungen und Versuche in der Schulpraxis.

Übungen zur Textverarbeitung: Erweiterung der eigenen Lesefähigkeit (Vorlesen, Diagonallesen, Anmerkungen, Rezipieren); kritisches Lesen;

klassenbezogenes Überarbeiten bzw. Neuschreiben von Lesetexten;

Umsetzen von Texten in andere Ausdrucksformen (Rollenspiel, Hörspiel, Klangbild, Collage); Selbsterfahrung der Studierenden und Erprobung in der Schulpraxis; literarische Gestaltungen als Gegenstand der Sprachbetrachtung: Erkennen und Nutzen von Bedeutungsnuancen zum Aufbau semantischer Felder; Nachvollziehen und Weiterführen von Lautmalereien und Sprachspielen; Text- und Gedichtanalyse durch analoge Gestaltungen, Ergänzungen, Ausführen bzw. Weiterführen einzelner Passagen; Lehrplaninterpretation und Vorbereitung exemplarischer Unterrichtseinheiten zur Förderung der Lesefertigkeit, zum fächerübergreifenden Einsatz von Texten und zum schreibenden Verarbeiten bzw. Umsetzen von Texten in andere Ausdrucksformen;

Maßnahmen und Anregungen zur Förderung und Ausweitung des Leseinteresses: Buchkäufe und -geschenke, Lesungen, schulinterne und öffentliche Büchereien, Lehrervorbild; Überwinden von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten (psychologische und pädagogische Erklärungsmodelle); Lese- und Rechtschreibtests; Fördermodelle; Analyse von Trainingsprogrammen und Therapiekonzepten; Erarbeitung individueller Lernangebote für einzelne konkrete Fälle, insbesondere Förderkonzepte für Spätleser.

Gesetzesnummer

10008602

Dokumentnummer

NOR12102407

Alte Dokumentnummer

N6198616785S