Kurztitel
Lehrpläne - Pädagogische Akademie
Kundmachungsorgan
BGBl. Nr. 17/1986 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 409/2001Bundesgesetzblatt Nr. 17 aus 1986, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 409 aus 2001,
§/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage
Anl. 1/11Anlage eins /, 11
Index
64/02 Bundeslehrer, 70/02 Schulorganisation, 70/07 Schule und Kirche
Text
ERZIEHUNGSWISSENSCHAFT
Lehrstoff:
Konzepte und Positionen der Erziehungswissenschaft:
Grundstrukturen und Grundbegriffe pädagogischen Denkens und Handelns; Probleme der Ziele und Zielsetzungen in der Erziehung; die Bedeutung von Werten und Normen für den Prozeß der Erziehung; erziehungsrelevante anthropologische Ansätze und Horizonte; der pädagogische Bezug als Ausgangspunkt erziehlichen Handelns.
Analyse des erziehlichen Feldes:
Der durchgängig dialektische Prozeß in der Erziehung (Unterstützung und Gegenwirkung); Erziehungsmethoden und -maßnahmen (funktionale und intentionale Erziehung); Möglichkeiten und Grenzen der Erziehbarkeit; das Problem der Bildsamkeit. Entstehung, Wirkung und Binnenstruktur von Schul- und Klassenklima; Probleme der Erziehungsstile und Erziehungsmittel (ua. die Bedeutung von Spiel und Arbeit für den Heranwachsenden); Autorität und Disziplin als pädagogische Probleme (Autorität - Freiheit); Erziehungsschwierigkeiten (Abgrenzungsfragen, Prävention und Hilfsmaßnahmen); Probleme der Integration behinderter Kinder.
Berufsfeld und Handlungskompetenz des Erziehers:
Der Erziehungsauftrag der österreichischen Schule; idealistische und realistische Ansätze zur Erzieherpersönlichkeit; Möglichkeiten, Formen und Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Schule mit den Eltern; Gestaltung des Schullebens, Erziehungsarbeit des Klassenvorstandes in der Neuen Hauptschule; förderliche Umweltgestaltung (ökologisch-pädagogische Aspekte). Grundfragen der Erziehung in aktueller Sicht: Sexualerziehung, Medienerziehung, Friedenserziehung, Musische Erziehung ua.; die Bedeutung von Spiel, Arbeit, Konkurrenz, Kooperation und Hilfeleistung.
Der gesellschaftliche Zusammenhang der Erziehung:
Pädagogische Institutionen; familiäre, außerfamiliäre und außerschulische Möglichkeiten der Erziehung; die Bedeutung erziehlicher Mächte und ihr Einfluß auf die Gestaltung erziehlicher Umwelten (ua. Kirche, Wirtschaft, politische Parteien, Interessenvertretungen); Bildungsplanung und Bildungspolitik.
Die historische Dimension von Erziehung und Bildung:
Historische Dimensionen von Ideen und Realitäten, welche die pädagogische Situation beeinflussen und bestimmen. Exemplarische
Auswahl aus folgenden Themenschwerpunkten: Das 18. Jahrhundert:
Aufklärung und Aufklärungsliteratur; Rousseau (Kulturphilosophie, Entwicklungspsychologie und Pädagogik); die Idee der Kindgemäßheit;
Ansätze der antiautoritären Erziehung. Pestalozzi: Sein Menschenbild; die Idee des Elementarisierens. Herbart: Seine Psychologie und Methode; Bildungsziel, Erziehungsziel, erziehender Unterricht. Die österreichische Schulgeschichte ab dem 18. Jahrhundert. Reformpädagogik der Jahrhundertwende. Die Pädagogik nach 1945 bis in die Gegenwart. Ausländische Bildungsinstitutionen unter vergleichender Fragestellung.
Pädagogik als Wissenschaft, Pädagogik als Kunst:
Theorietypen und Konzepte der Erziehungswissenschaft; das Verhältnis von Theorie und Praxis (Beispiele zu verschiedenen Grundlegungen); Arbeits- und Forschungsmethoden.
Literaturverarbeitung:
Befähigung zur kritischen Auseinandersetzung mit einschlägiger Fachliteratur und zur selbständigen Anwendung in der Unterrichtspraxis.