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KROATISCH
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Ausbildung des Kroatischlehrers für Pflichtschulen hat zu sichern:
Im sprachwissenschaftlichen Bereich:
Sichere Beherrschung der Sprache in Wort und Schrift; Flüssigkeit des Ausdrucks, Korrektheit in idiomatischer, phonetischer und grammatischer Hinsicht, Kenntnis der Laut-, Wort-, Formen- und Satzlehre.
Überblick über die Eigenarten und die Entwicklung der kroatischen Sprache unter Einbeziehung des Dialekts.
Einsicht in die sozialen und funktionalen Aspekte der gesprochenen und geschriebenen Sprache.
Eine kontrastive Betrachtungsweise zwischen dem Kroatischen und Deutschen soll für Einblicke in Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Sprachstrukturen befähigen.
Im literaturwissenschaftlichen Bereich:
Kenntnis des Schrifttums, vor allem der Kinder- und Jugendliteratur des kroatischen Volkes unter besonderer Beachtung des literarischen Schaffens der kroatischen Volksgruppe im Burgenland.
Landeskunde und Geschichte der Kroaten mit Einblick in die geographisch-wirtschaftlichen Gegebenheiten, in die Gesellschaftsstruktur und das Kulturleben im kroatischen Sprachraum.
Lehrstoff:
Aus dem sprachwissenschaftlichen Bereich:
Mündliche Sprachgestaltung: Mundartliche und gemeinsprachliche (schriftsprachliche) Formen. Gemeinkroatische Aspekte der Sprachentwicklung, die kroatischen Dialekte, die gepflegte Umgangssprache und die Hochsprache. Betonung und Satzmelodie. Festigen, Erweitern und Anwenden des Wortschatzes, korrekte Aussprache, Technik des Sprechens, rhetorische Praktiken, Redeübungen, Referate und Diskussionen.
Schriftliche Sprachgestaltung: Subjektive, objektive und appellative Darstellungsformen. Verfassen von Texten und Stilübungen. Aufsatzkorrekturen. Orthographie und Interpunktion. Künstlerische Sprachgestaltung. Formen der Sprachgestaltung. Kennenlernen und Lesen alter Texte (Sprachdenkmäler mit Bezug auf die Gegenwartssprache - Sprache als Organismus). Einführung in die Technik fachwissenschaftlichen Arbeitens. Lektüre fachsprachlicher Texte aus verschiedenen Bereichen und deren Anwendung bei eigener schriftlicher Sprachgestaltung.
Gegenwartssprache: Die Entwicklung der kroatischen Schriftsprache. Das Kroatische im Kreis der slawischen und indoeuropäischen Sprachfamilie. Erweiterung und Vertiefung des Wortschatzes durch Lektüre. Statistische Betrachtungen und Erkenntnisse an Hand der Lektüre und der Analyse von Texten. Inhalte, Formen und Strukturen im Bereich der Laut-, Wort-, Formen- und Satzlehre. Wortbildungslehre. Wortschatz, Grammatik und sprachlicher Formulierungsprozeß. Die Sprache als komplexe Einheit und Mittel der Kommunikation. Übersetzungsübungen verschiedener Schwierigkeitsgrade.
Die befruchtende Funktion der Auseinandersetzung mit der Sprache der Nachbarn. Vom Gefühlswert der Sprache. Probleme der Soziolinguistik. Einblick in das Wesen sprachlicher Veränderung, Mundart, Namenskunde.
Aus dem literaturwissenschaftlichen und kulturellen Bereich:
Lyrische und epische Volksdichtung, Märchen, Epen. Die ältesten Sprachdenkmäler, die Anfänge der kroatischen Literatursprache, der Humanismus, die Entwicklung des kroatischen Schrifttums vom Barock bis zur Romantik. Das literarische Schaffen der Kroaten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die kroatische Moderne. Die kroatische Literatur seit dem 1. Weltkrieg. Alle literarischen Epochen sind unter besonderer Berücksichtigung des literarischen Schaffens der Burgenländischen Kroaten zu behandeln.
Gemeinsame Motive in der kroatischen und deutsch-österreichischen Literatur sowie der Literatur des deutsch- und kroatischsprachigen Burgenlands; motivgeschichtliche Querschnitte; vergleichende Literaturbetrachtung.
Die kroatische Kinder- und Jugendliteratur und ihr Einsatz im Unterricht. Bedeutende Kinder- und Jugendschriftsteller.
FACHDIDAKTIK KROATISCH
Bildungs- und Lehraufgabe:
Die Ausbildung des Kroatischlehrers hat zu sichern: Eine sichere Beherrschung der kroatischen Sprache zwecks Befähigung zur Erteilung des Unterrichts in kroatischer Unterrichtssprache an Vorschulstufen, an den ersten vier Schulstufen der Volksschule und im Rahmen des Gegenstandes Kroatisch an der Hauptschule, an Sonderschulen und Polytechnischen Lehrgängen.
Die Fachdidaktik Kroatisch soll die Studierenden der Pädagogischen Akademie befähigen, die Lehrinhalte des Fachgegenstandes im Kroatischunterricht und im zweisprachigen Unterricht in den Pflichtschulen umzusetzen.
Einblick in das Minderheitenschulwesen im Burgenland, historische Entwicklung, rechtliche Grundlagen: Einführung in das Wesen der zweisprachigen Erziehung mit der Aufgabe, die Schüler in deutscher und kroatischer Sprache auszubilden und sie mit den kulturellen Werten des Mehrheitsvolkes und der kroatischen Volksgruppe vertraut zu machen, damit sie befähigt werden, unter Beachtung ihrer Eigenart am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs Anteil zu nehmen.
Lehrstoff:
Psychologische und gruppendynamische Prozesse im Zusammenleben der Volksgruppen; ihre Berücksichtigung in Erziehung und Unterricht.
Einblicke in das Minderheiten-Schulwesen im Burgenland, historische Entwicklung, rechtliche Grundlagen. Die staats- und kulturpolitische Bedeutung des Minderheitenschulwesens.
Kenntnis der einschlägigen Lehrpläne.
Unterrichtsplanung, Unterrichtsvorbereitung und Stoffsammlung.
Differenzierungsmaßnahmen und ihre methodisch-didaktische Handhabe; abgestuftes Angebot; Selbsttätigkeit, Mitarbeit in der Gemeinschaft, Führung der Schüler zu den ihren Anlagen entsprechenden besten Leistungen.
Didaktik des Förderunterrichts.
Kennenlernen und Einüben verschiedener Sozialformen des Lernens im zweisprachigen Unterricht und im Kroatischunterricht.
Ausbildung der Fähigkeit des individuellen und kommunikativen Sprechens und Schreibens.
Schulung in den Methoden des kritischen Verstehens mündlicher und schriftlicher Äußerungen.
Übungen in Verfassen von Texten, Textgestaltung, Rechtschreiben und richtiger Aussprache.
Lesen als Sinnentnahme aus Texten und Textbetrachtung; Lesetechniken, Lesestoff und Medienkunde.
Das Buch und seine Verwendung im Unterricht; Befähigung und Motivation zum außerschulischen Lesen und Lernen.
Berücksichtigung der sprachlichen Interferenzen zwischen der deutschen und kroatischen Mundart und Hochsprache im Unterricht, auch in bezug auf Lautlehre und Rechtschreibung.
Der Aufbau des Lehrstoffes für den elementaren und weiterführenden Unterricht in kroatischer Sprache gemäß den jeweils geltenden Lehrplänen ist sachstrukturell und methodisch für die einzelnen Klassen bzw. Leistungsgruppen zu erschließen.
Sicherung des Unterrichtsertrages als Grundlage weiterer Bildung. Beurteilung mündlicher und schriftlicher Schülerleistungen im zweisprachigen Unterricht und im Kroatischunterricht.
Erarbeitung und Analyse von Lehr-, Lern- und Arbeitsmitteln und ihre Verwendung im Unterricht; Einsatz der audio-visuellen Medien.
Aufbau und Instandhaltung einer Lehr- und Arbeitsmittelsammlung.
Einbeziehung außerschulischer Kultur- und Bildungseinrichtungen in den Ausbildungsprozeß; Arbeit mit Laienspiel-, Sing- und Musiziergruppen, Besuch von Darbietungen solcher Gruppen und Ausstellungen.
Exkursionen: Kennenlernen des zweisprachigen Gebietes als Siedlungs- und Kulturraum deutsch-kroatischer (und ungarischer) Begegnung. Vertiefung der individuellen Fähigkeiten des Sprechens und des Schreibens in der kroatischen Sprache durch ihre konsequente Verwendung bei Lehrveranstaltungen und Übungen.
Fragen der Motivation, die bei einer zusätzlichen Belastung des Schülers (Erlernen einer zweiten Sprache, mehr Unterrichtsstunden ua.) erforderlich ist.
Schwerpunkte für die Ausbildung zum Volksschullehrer bzw. Sonderschullehrer:
Zweisprachige Erziehung im vorschulischen Bereich: Familie, Kindergarten, Vorschulstufe; zweisprachiger Unterricht und einsprachiger Unterricht; Verwendung der kroatischen Sprache im zweisprachigen Unterricht; Beherrschung von Fachausdrücken und der jeweiligen Fachsprache im Sachunterricht, im Lesen und im Schreiben, in der Mathematik, der Musikerziehung, Bildnerischen Erziehung, Werkerziehung und in Leibesübungen; die unterschiedlichen Behinderungen und ihre möglichen Auswirkungen auf den zweisprachigen Unterricht.
Schwerpunkte für die Ausbildung zum Lehrer an Hauptschulen bzw. Polytechnischen Lehrgängen:
Exemplarisch ausgewählter, fachübergreifender und projektorientierter Unterricht; Erarbeitung methodischer Modelle in kroatischer Sprache für Bildungsziele, etwa des geschichtlich-sozialkundlichen, geographisch-wirtschaftskundlichen, mathematisch-naturkundlich- technischen sowie des musischen und sportlichen Bereiches; die Vorteile der Zweisprachigkeit bzw. Mehrsprachigkeit für die Berufsvorbereitung und die Berufswahl.
Verstehen und kritische Analyse von Texten der Alltags- bzw. Gebrauchsliteratur: zB Zeitungen, Zeitschriften (Comics), Werbetexte, Gebrauchsanweisungen ua.; Fähigkeit, sich selbständig mit Literatur und ihren Formen, Ideen, Strömungen und Werten auseinanderzusetzen; Vermittlung von Kriterien und Beurteilung, Interpretation und Auslegung von Texten und Angeboten visueller Kommunikation.
Die wichtigsten Fakten aus dem Kulturleben der Kroaten mit Berücksichtigung der kroatischen Volksgruppe im Burgenland:
Einwanderung der Kroaten in die neue Heimat, die gesellschaftliche, materielle und geistige Kultur vor und nach der Christianisierung, die Entwicklung der rechtlich-kulturellen Verhältnisse zwischen beiden Volksgruppen im Burgenland, die Namenskunde und der Prozeß der Assimilation, sowie das deutsch-kroatische Zusammenleben unter Darlegung der frühen Verflechtungen mit Österreich; Einblick in das historische Geschehen an exemplarischen Beispielen; Sprachvielfalt als Bereicherung; Hervorheben von Gemeinsamkeiten.
Die Vermittlung der Landeskunde soll sowohl geographisch erfolgen als auch wirtschaftlich-soziale Aspekte beinhalten und vom Burgenland ausgehend den Siedlungsraum der Kroaten in Jugoslawien und der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik erfassen.
Schulpraxis Kroatisch:
Vorführen von Unterrichtsstunden mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Hinblick auf Lehrformen, Sozialformen, Methodenkonzeptionen und verschiedene Formen der Differenzierung und Förderung; Vorbereitung, Planung, Durchführung und Analyse von zweisprachigem Unterricht und Kroatischunterricht;
pädagogisch-didaktische Studien über Eigenerfahrungen der Praktikanten, über das Sozialverhalten der zum zweisprachigen Unterricht bzw. Kroatischunterricht angemeldeten und nicht angemeldeten Schüler sowie Erforschung der Lernfreude oder Abneigung; Untersuchung und Bewältigung von Konflikten im Unterricht und durch Erziehung; soziales Lernen und Gruppenpädagogik.
Einführung in die Alltagssituation der Schule, in die Führung der Amtsschriften und in Umgangsformen mit Vorgesetzten, Eltern und Erziehungsberechtigten; Einbeziehung der Eltern im Sinne der Schulpartnerschaft und Öffnung der Schule.